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Das Kirchplatz-Ensemble sollte in den 1990er Jahren durch eine historische Pflasterung aufgewertet werden.

Planungen für Austausch der der Kirchplatz-Pflasterung zurückgestellt

„Historisch wäre ein Kiesweg“

Der Belag am historischen Kirchplatz, bestehend aus großen Granitplatten und Kopfsteinpflaster, bleibt vorerst bestehen, wird aber ausgebessert, um mehr Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer und Rollstuhlfahrer zu gewährleisten. Dies berichtete Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) jetzt im Gemeinderat.

Oberhaching – Im Vorfeld hatte der Architekt des Kirchplatz-Ensembles, Helge Noae, Alarm geschlagen, als er erfuhr, dass mittelfristig der bestehende Belag einer glatteren und ebeneren Oberfläche weichen soll (wir berichteten). Die Befürworter der Pflasterung befürchten, dass sich der „historisch-dörfliche“ Charakter des Platzes durch eine Erneuerung des Belags verliere.

Bürgermeister Schelle erklärte, dass sich der Bauausschuss mit der Situation am Kirchplatz beschäftigt hatte. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Planung zur Verbesserung der Beschaffenheit der Oberfläche vorerst zurückgestellt werde, da andere Projekte wie der Bau der Grundschule vorrangig seien. „Der Gemeinderat ist sich aber bewusst, dass die Gestaltung, sobald das Projekt in Angriff genommen wird, wichtig ist“, betonte er.

Wie die Verwaltung berichtete, sorgt die Unterschicht aus einem Zement-Sand-Gemisch dafür, dass das Wasser nicht ablaufen kann und sich bei Frost die Platten heben. Der Sanierungsaufwand ist erheblich. Zudem liegt unter dem Kirchplatz die älteste Wasserleitung der Gemeinde, die aus dem Jahr 1900 stammt. Sie muss in den nächsten Jahren erneuert werden. Auch das Fernwärme- und Glasfasernetz soll hier verlegt werden. Nach einer Begehung habe der Behindertenbeirat außerdem darauf hingewiesen, dass der Belag für Rollstuhlfahrer wie auch gehbehinderte Menschen aufgrund der Unebenheiten problematisch sei (wir berichteten).

Alles schön und gut, Alfred Fischer (FB) fand trotzdem, dass der Kirchplatz mit dem historischen Pflaster schützenswert sei. Die alten Granitplatten aus tschechischen Altstädten wurden in den 1990er Jahren hierher transportiert und verbaut. Bürgermeister Schelle: erwiderte: „Historisch wäre ein Kiesweg.“ In der nächsten Zeit wird das Pflaster jedenfalls ausgebessert, für mehr Ebenheit gesorgt und Stellen, wo Platten herausgefallen sind und mit Asphalt aufgefüllt wurden, wieder mit den Granitplatten versehen. Birgit Davies

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