Holzwand mit einem „Mauerblümchenkasten“ in Oberhaching
+
Zwischenzeitlich wurde die Holzwand mit einem „Mauerblümchenkasten“ geschmückt.

Ärger um gesperrten Fußweg in Oberhaching

Die Mauer in Oberhaching: Streit um Sackgasse

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
    schließen

Maximilian Müller hat dicht gemacht: Weil ihm die Passanten auf einem Fußweg über sein Grundstück Ärger und Dreck beschert haben, hat er den Weg kurzerhand mit einer Holzwand versperrt. Die Gemeinde ist nicht einverstanden.

Oberhaching – Glücklich ist Maximilian Müller nicht darüber, dass er schon wieder im Fokus der Öffentlichkeit steht. Zum zweiten Mal hat der Oberhachinger einen Fußweg, der die Tisin- mit der Pestalozzistraße verbindet, mit einer Holzwand versperrt. Weil es ihm und seiner Schwester wieder reicht nach dem vielen Ärger.

Der Weg verläuft über ihr Grundstück – ist auch als Privatweg gekennzeichnet, die Gemeinde hat ein Wegerecht. Das hat sie bekommen, als Müllers Familie 1982 ihre Landwirtschaft aufgab und an der Stelle ein Mehrfamilienhaus baute. „Der Fußweg wurde dann auf Bitten der Gemeinde wegen der hohen Kosten, die ansonsten für den Bau einer Stützmauer angefallen wären, außerhalb der eingetragenen Dienstbarkeit realisiert“, sagt Müller. Eine rechtliche Grundlage gebe es hierfür nicht.

Fäkalien im Garten und Graffiti-Schmierereien

Lange gab es auch keine Probleme. Vielleicht weil wenige den Weg benutzten oder „die Leute früher einfach anständiger waren“, sagt Müller. Das habe sich geändert. Müller erzählt von Fäkalien im Garten, von Graffiti-Schmierereien, Jugendlichen, die hinterm Haus rauchen, von Müll in der Bepflanzung, Gruppen, die trotz Corona eng an eng durchlaufen. Vergangene Woche sei das Schloss einer Haustür mit Kleber kaputtgemacht worden. Die Beschwerden der Mieter landen bei Müller, der die Wohnanlage verwaltet. Deshalb hat er jetzt den Weg – wie schon 2016 – dicht gemacht. Diesmal mit massiven Hölzern.

Vor vier Jahren gab es schon mal Gespräche mit der Gemeinde, um das Problem zu lösen. Müller baute damals die Sperre ab. Aber aus allen Plänen, die im Gespräch waren, wurde nichts. „Die Vorschläge hätten die Gesamtsituation nicht nachhaltig verbessert“, sagt Müller. Sein Ziel: ein von seinem Grundstück abgetrennter Weg. „Was hinter einer Mauer oder einem Zaun passiert, interessiert mich dann nicht mehr.“ Für ihn der Idealfall: „Der Weg bleibt künftig einfach zu für die Öffentlichkeit.“ Ohnehin gebe es genug andere und zum Teil auch günstigere Verbindungen zwischen Ortsmitte, Schulen und Bibliothek.

Gemeinde hat „wichtigere Baustellen“.

Bei der Gemeinde steht die erneute Wegsperrung gerade nicht im Fokus. „Wir haben derzeit so viele andere, wichtigere Baustellen“, winkt Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) ab.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Oberhaching ist stark angestiegen. Es werden hitzige Debatten um Lüftungssysteme für die Schulen geführt. Das seien im Moment die echten Probleme. „Aber grundsätzlich gibt es nun mal die Grunddienstbarkeit auf dem Grundstück“, sagt Schelle zum Thema. Am Ende sei das ein zivilrechtliches Thema, das geklärt werden müsse.

Lesen Sie weiter: Mit Tempo 200 statt erlaubten 80 km/h: Polizei stoppt Porsche-Raser in Oberhaching.

Auch interessant

Kommentare