1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Oberhaching

Klima-Debatte statt Freitags-Demo: So reagiert Oberhaching auf die „Fridays for Future“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Birgit Davies

Kommentare

Bürgermeister Stefan Schelle diskutierte mit den Oberhachinger Schülern über Klimaschutz im globalen und lokalen Rahmen.
Bürgermeister Stefan Schelle diskutierte mit den Oberhachinger Schülern über Klimaschutz im globalen und lokalen Rahmen. © Birgit Davies

Die Mittel- und Wirtschaftsschule Oberhaching hat einen eigenen Weg gefunden, mit den Schülerdemos für besseren Klimaschutz umzugehen.

Oberhaching – Seit dem vergangenen Schuljahr ist die Mittel- und Wirtschaftsschule Oberhaching zertifizierte Umweltschule in Europa und Internationale Agenda-21-Schule. „Darauf sind die Schüler auch sehr stolz“, sagt die Rektorin Claudia Sanders. „Schließlich setzen sie sich schon seit Jahren selbst aktiv für Umweltschutz ein, ob nun bei Ramadamas im Wald oder dem Bau von Insektenhotels.“

So lösten die Klimaschutzproteste „Fridays for Future“ intensive Diskussionen in den Klassen aus, wie man selbst mit dem Thema umgehen sollte. Die Rektorin setzt auf Gemeinsamkeit: „Da die Demos am Freitag offiziell von der Schule untersagt sind und wir die Schüler nicht in Gewissenskonflikte bringen wollten, entstand die Idee einen ,Future Friday’ an der Schule durchzuführen.“

Schüler erarbeiten Fragenkatalog an Bürgermeister Stefan Schelle

Kurzerhand lud die Schulfamilie dazu Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) ein – und dieser machte sofort mit. Gemeinsam erarbeiteten die Schüler einen Fragenkatalog, der lokale wie und globale Probleme ansprach.

Gleich auf die Antwort zur ersten Frage waren die Schüler sehr gespannt: „Was halten Sie von ,Fridays for Future’ und hätten Sie als Schüler auch demonstriert?“, fragte Nora aus der 9. Klasse den Rathauschef. Schelle nannte die „spektakuläre Aktion“ einen „Weckruf“ und betonte, dass er es grundsätzlich toll finde, dass die junge Generation sich für Klimaschutz einsetze. „Ich wäre sicher einmal zur Demo gegangen, aber dann hätte ich auch überlegt was ich selbst tun kann“, meinte er. Kritisch merkte er an, dass er eine Mutter getroffen habe, die ihre beiden Kinder mit dem Porsche Cayenne zur Demo in die Stadt gefahren habe. „Da kann man den Sinn anzweifeln.“

Zum Thema: Freie Wähler und CSU uneins über den Umgang mit Schülerdemos - 40 Verweise an einer Schule

Auf die Nachfrage, wie das Konzept von Leihfahrrädern in der Gemeinde ankomme, erklärte Schelle, dass diese erst seit zwei Wochen in Betrieb seien und man daher noch abwarten müsse, wie die Bürger die Räder annehmen.

Bürgermeister für weniger Touri-Flüge

Zur Frage, ob der Kohleausstieg zu spät komme, sagte Schelle, dass die Menschen in unserer Gesellschaft „Energiejunkies“ seien. Es gehe nur voran, wenn jeder einzelne Strom und Energie spare. Mit einem klaren „Ja“ beantwortete der Bürgermeister die Frage, ob der Flugverkehr in der Touristikbranche beschränkt werden sollte. „Wir können und müssen selbst entscheiden, auch wenn das Einschränkungen im eigenen Leben bedeutet.“

Fabian aus der 9. Klasse interessierte, was die Gemeinde zum Umweltschutz beiträgt. Diesen Ball spielte der Rathauschef zurück mit der Gegenfrage, was Gemeinde ist. „Das sind wir alle, also kann jeder zum Umweltschutz beitragen.“

Auf seine Abschlussfrage, was die Schüler aus der Gesprächsrunde mitgenommen haben, war die deutliche Antwort, dass die Jugendlichen an ihrem Verhalten der Umwelt gegenüber arbeiten müssen und bewusster mit ihrem Stromverbrauch umgehen wollen.

Auch interessant: Wegen "Fridays for Future"-Protesten - Münchner Gymnasium will Eltern mit Bußgeld belegen

Auch interessant

Kommentare