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Schecks für die Sieger: Die drei Erstplatzierten Andreas Paul Schulz (l.), Kati Godron (3.v.l.) und Gerhard Knell (2.v.r.) erhalten symbolische Schecks im Beisein von Monika Waschin (2.v.l.), Sabine Mühldorfer (4.v.l.) und Oliver Gloeggler (r.).

Kulturverein Oberhaching zeichnet die Besten aus

Kunstpreis: "Rooftopper" ganz vorn

Oberhaching – "Lebenskunst" haben Künstler sichtbar gemacht. Die besten Werke hat der Kulturverein ausgezeichnet. Werke mit sozialkritischem Anspruch.

Das Bild zeigt sieben Menschen, doch zu erkennen sind nur ihre weißen Umrisse. Sie befinden sich auf einem Kran und tanzen. Einer fällt. Im Hintergrund ragen Hochhäuser in die Luft. „Die Menschen auf dem Bild sind „Rooftopper“‘, erklärt Andreas Paul Schulz aus Sendling, der Maler des Bildes mit dem Titel „Don’t forget to Dance“. „Rooftopping“ ist eine Extremsportart, bei der junge Erwachsene auf hohe Gebäude klettern und sich dabei fotografieren. „Sie spielen mit ihrem Leben“, betont Schulz. 

Mit seinem Bild gewann er den fünften Oberhachinger Kunstpreis des Kulturvereins Oberhaching und der Münchner Bank. Zahlreiche Künstler aus München und dem Landkreis wurden öffentlich eingeladen, bis Anfang März ihre Arbeiten zum Thema „Lebenskunst – Kunst leben“ einzureichen. 

Teilgenommen haben Fotografen, Zeichner, Maler, Bildhauer und Grafiker. „Insgesamt über 100 Künstler“, verrät Monika Waschin, die Vorsitzende des Kulturvereins. Die ersten drei Plätze wurden mit einem Preisgeld der Münchner Bank belohnt: Schulz bekam 1000 Euro, die Zweitplatzierte Kati Godron aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn 500 und der Drittplatzierte Gerhard Knell, ebenfalls aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, 300 Euro. 

Bevor Schulz sein Siegerbild malte, hat er 23 Jahre lang ausschließlich fotografiert: „Der erste Platz war dann schon eine Riesenüberraschung“, erzählt er. Schulz ist 62 Jahre alt. Die Artisten auf seinem Bild setzt er mit dem modernen Menschen gleich. „Leben ist zu einer permanenten Performance geworden“, heißt es in seinem Motivationsschreiben. Schulz wünscht sich, dass die Kunst wieder zur Ausnahme wird, denn dann kann „das Leben und die Kunst wieder echt und wertvoll sein“. 

Auch Kati Godron hat mit ihrem zweiten Platz nicht gerechnet: „Ich kannte den Kulturverein und das Niveau unter den Teilnehmern.“ Ihr Werk „Lebensräume II“ zeigt kleine, übereinander gestapelte Zimmer aus Gips. Es spielt auf die enge Wohnsituation in der Stadt an. Für Godron ist Lebenskunst eine Kunst, die nah am Leben ist. Daher beschäftigt sie sich mit dem menschlichen Lebensraum und stellt ihn in Frage. Für die Graphikdesignerin war der Beruf als Künstlerin schon immer ein Traum: „Ich habe sehr früh das Malen angefangen.“ Ihre „künstlerische Ader“, wie Godron sagt, stammt von ihrem Vater, der Komponist ist. „Nur habe ich die bildnerische Kunst gewählt“, erzählt sie. 

Gerhard Knell malt schon seit über 30 Jahren. Sein prämiertes Werk „Acapulco“ zeigt einen Mann aus der Vogelperspektive, der seinen Körper streckt und mit ausgestreckten Armen in Richtung Erdboden fliegt. Das Bild entstand durch Schütten, Spritzen und Werfen von Farbe. „Lebenskunst – Kunst leben“ bedeutet für Knell, immer wieder zu versuchen, die Natur als chaotischen Prozess darzustellen. Den Kunstpreis veranstaltet der Oberhachinger Kulturverein alle zwei Jahre. „Dadurch sollen Künstler in und um München gefördert werden“, erklärt Waschin. 

Die Werke der besten 13 Teilnehmer werden im „Art Forum Interpres“ in Deisenhofen ausgestellt. Waschin betont: „Es handelt sich dabei nicht um eine Verkaufsausstellung, und es gibt auch kein Konzept dahinter. Das Konzept ist die Kunst."

Josephin Bruhn

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