Sein Einsatz endete nicht an der Landkreisgrenze: Josef Vielhuber arbeitete auf Landesebene in Gremien mit, war bayernweit bekannt und fachlich wie persönlich geschätzt, unter anderem von Innenminister Joachim Herrmann.
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Sein Einsatz endete nicht an der Landkreisgrenze: Josef Vielhuber arbeitete auf Landesebene in Gremien mit, war bayernweit bekannt und fachlich wie persönlich geschätzt, unter anderem von Innenminister Joachim Herrmann. (Archivfoto)

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Einer, der die Ruhe bewahrte: Zum Tod von Kreisbrandrat Josef Vielhuber

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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17 Jahre lang war Josef Vielhuber Chef der Feuerwehren im Landkreis. Nun ist der Kreisbrandrat überraschend gestorben. Er hinterlässt eine Frau und drei Söhne.

Landkreis – Die traurige Nachricht traf Verwandte und Freunde und erschütterte die Feuerwehren im Landkreis. Mit 63 Jahren starb Josef Vielhuber am Mittwoch an einem Herzinfarkt. Der Tod des Feuerwehr-Chefs kam unerwartet und bestürzt Hunderte Männer und Frauen, die er über Jahrzehnte angeführt und ausgebildet hat. Vor allem aber gehen die Gedanken nach Oberhaching zu seiner Frau Ruth und den Söhnen Maxi, Florian und Simon.

„Es ist so bitter. Die Nachricht hat mich wie ein Blitz getroffen“, sagt Erwin Ettl bedrückt, als sein ständiger Stellvertreter hat er ihn in 17 Jahren an der Spitze der Landkreisfeuerwehr durch Höhen und Tiefen begleitet. Der Name Josef Vielhuber ist eng mit seinem Ehrenamt bei der Feuerwehr verbunden. „Pflichtbewusst, zielorientiert und ruhig“, sei er gewesen, wenn er Einsätze leitete und Helfer koordinierte.

Er wuchs quasi in der Feuerwache auf

Aber der liebevolle Familienvater fand neben dem Beruf als Regierungsbeamter auch für die Kolpingsfamilie, die Kirchenverwaltung oder den Trachtenverein Zeit. „Er war in seiner Freizeit sehr gesellig und herzlich“, sagt Ettl.

Josef Vielhuber wuchs quasi in der Oberhachinger Feuerwehrwache auf. Sein Vater war Gerätewart. Mit 16 Jahren führte Vielhuber die Familientradition fort und trat 1975 in die Oberhachinger Feuerwehr ein. 1987 wurde er schon zum stellvertretenden Kommandant gewählt, 1999 übernahm er als Kommandant die Führung. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits als Kreisausbilder tätig und wurde 1988 zum Kreisbrandmeister mit der Sonderaufgabe Ausbildung für den Landkreis München berufen.

„Über Jahrzehnte hinweg war er ein verlässlicher Feuerwehrkamerad.“

Über 17 Jahre führte und prägte er als Kreisbrandrat das Feuerwehrwesen im Landkreis, beriet Landratsamt, Gemeinden und die Feuerwehren und leitete mit seiner sicheren Art zahlreiche Großschadenslagen mit massenhaft Verletzten.

Er erhielt die Leitung der Kreisfeuerwehr 2004 aus den Händen von Adolf Fritz und hätte sie nach dreimaliger Wiederwahl 2021 aus Altersgründen abgeben wollen. Bei der Einführung des Digitalfunks für die Feuerwehr in Bayern stand Vielhuber mit dem Landkreis München als bayerisches Pilotprojekt bereit. Um den Schutz der Bevölkerung ging es ihm ebenso bei der Einführung der Katastrophenschutz Warn-App „Katwarn“. Auch für ein Zukunftsprojekt gab er den entscheidenden Anstoß: Der Landkreis sucht ein Grundstück für ein Feuerwehr-Ausbildungszentrum, in dem theoretisch und paktisch unterrichtet werden soll.

Nicht nur Ruhe und starke Nerven in höchster Gefahr, zeichneten ihn aus. Sein Hintergrundwissen, seine präzise Sprache und sein Erinnerungsvermögen waren beeindruckend. Kein Wunder, dass neben immer mehr goldenen Streifen auch die höchsten Feuerwehrorden seinen Uniformrock zieren. Doch neben großen Herausforderungen fand er bei der Feuerwehr die Liebe seines Lebens: Mit seiner Frau Ruth war Vielhuber seit 2006 verheiratet. „Wir verlieren mit unserem Kreisbrandrat eine Persönlichkeit, die ihr ganzes Leben und Wirken dem Schutz der Menschen im Landkreis gewidmet hat“, sagte gestern tief betroffen Landrat Christoph Göbel. „Über Jahrzehnte hinweg war er ein stets verlässlicher und über die Maßen engagierter Feuerwehrkamerad.“

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