Ein Mann lädt sein Auto an einer E-Ladesäule in Grasbrunn auf.
+
Strom tanken kann man mittlerweile in vielen Gemeinden im Landkreis – wie hier in Grasbrunn.

Netz an Ladesäulen wächst stetig – Anteil der Elektrofahrzeuge aber nach wie vor gering

Zarte Fortschritte bei der Elektromobilität: Mittlerweile über 100 Ladepunkte

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
    schließen

Im November waren es sieben neue in Neubiberg, drei in Putzbrunn, und im Dezember kamen fünf in Oberhaching, drei in Haar und eine weitere in Sauerlach dazu – immer häufiger werden die Nachrichten über neue Standorte mit Ladestationen für Elektroautos. Nachdem der Landkreis München im Herbst 2018 ein Elektromobilitätskonzept beschlossen hatte, um die Verkehrswende einzuleiten, ging der Ausbau der Ladeinfrastruktur zunächst nur schleppend voran. Jetzt scheint Schwung in die Sache zu kommen.

Landkreis – Insgesamt gibt es nun in Zusammenarbeit mit dem Landkreis errichtete 105 Ladepunkte an 41 Standorten in elf Kommunen. Auch der Anteil der Elektrofahrzeuge ist gestiegen: Zum Stichtag 30. September waren 2298 reine Elektrofahrzeuge der Fahrzeugart PKW zugelassen. Im Frühjahr waren es noch 1770. Hinzu kommen 8722 Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb, also mit einem kombinierten Antrieb aus normalen Kraftstoff und Elektroenergiequelle. Im Mai waren es noch 5952 Hybrid-Fahrzeuge. Dennoch ist der Elektroanteil damit noch recht gering an den insgesamt 239 595 PKW, die im Landkreis gemeldet sind.

In Betrieb gingen bis Dezember in Zusammenarbeit mit dem Landkreis in Brunnthal sechs Ladepunkte an drei Standorten, in Grasbrunn vier Ladepunkte an zwei Standorten, in Grünwald zwei Ladepunkte an einem Standort, in Hohenbrunn acht Ladepunkte an vier Standorten, in Neubiberg 14 Ladepunkte an sieben Standorten, in Oberhaching zehn Ladepunkte an fünf Standorten, in Pullach zwei Ladepunkte an einem Standort, in Putzbrunn sechs Ladepunkte an drei Standorten, in Taufkirchen zwei Ladepunkte an einem Standort, in Unterföhring 25 Ladepunkte an vier Standorten und in Unterschleißheim 36 Ladepunkte an zehn Standorten.

190 weitere Ladepunkte im Landkreis geplant

Und damit soll nicht Schluss sein. In den nächsten Monaten sind noch bis zu 190 Ladepunkte an mehr als 79 Standorten in 18 Kommunen geplant. Waren zunächst noch einige Kommunen skeptisch, haben sich laut Landratsamt inzwischen alle bereit erklärt, demnächst selbst Lademöglichkeiten einzurichten beziehungsweise, das zu fördern. 18 Kommunen planen eine Zusammenarbeit mit dem Betreiber des Ladeinfrastrukturkonzepts des Landkreises, Wirelane, sieben weitere Kommunen arbeiten bereits mit anderen Anbietern zusammen. In weiteren vier Kommunen steht die Entscheidung über die Anbieter derzeit noch aus.

Mehr Infos

Alles Infos rund um die Elektromobilität im Landkreis gibt es im Internet unter www.landkreis-muenchen.de/themen/mobilitaet/elektromobilitaet/. Dort findet sich auch eine Liste der Gemeinden, welche eine Förderung von Elektromobilität anbieten. Auch Fördermöglichkeiten von Bund und Land sind aufgelistet. Um sein Auto an den Landkreisstationen zu laden, benötigt man die App „Wirelane“ oder eine Ladekarte. Alternativ kann auch ein QR-Code gescannt werden. Wer App oder Ladekarte benutzen möchte, benötigt einen Account. Über QR-Codes ist Laden auch ohne Registrierung möglich.

Nicht nur die öffentliche Hand baut am Ladenetz. Insgesamt gibt es nach Schätzungen des Landratsamts im Landkreis mittlerweile mehr als 300 Ladepunkte an mehr als 120 Standorten, etwa an Supermärkten oder bei Firmen. 260 Punkte davon sind 24 Stunden täglich frei zugänglich. An 32 Ladepunkten ist auch Schnellladen, also Laden mit über 22 kW möglich.

Am Bezahlsystem wird gefeilt

Am Bezahlsystem wird weiter gefeilt: Mit dem Betreiber Wirelane gibt es aktuell die Möglichkeit, per Ladekarte, App oder Smartphone zu laden. Anfang kommenden Jahres wird laut Landratsamt auch die Zahlung mit EC-Karten, Kreditkarten sowie verschiedenen Online-Zahlungsdienstleistern zur Verfügung stehen. Und auch mit gängigen Ladekarten anderer Anbieter kann an den Ladesäulen per Roaming geladen werden.

„Der Landkreis ist mit der Entwicklung der Ladeinfrastruktur sehr zufrieden“, sagt Daniel Hendrichs-Leupolz, zuständig für die Elektromobilität im Landratsamt München. „Die Anstrengungen müssen jedoch auch weiterhin beibehalten und der stetige Ausbau in den Kommunen auch in den kommenden Jahren vorangetrieben werden, um mit der allgemeinen Entwicklung Schritt zu halten.“ Hinzu komme der Aufbau weiterer Anbieter, der ebenfalls zugenommen habe.

Auch interessant

Kommentare