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Dieser freie Fleck vor der Kirche St. Bartholomäus in Deisenhofen springt als Standort förmlich ins Auge.

Entscheidung fällt am Dienstag

Landrat empfiehlt Oberhaching als Standort für FOS/BOS

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Als Standort für die nächste FOS/BOS im Landkreis wird das Landratsamt München den Kreisräten kommenden Dienstag Oberhaching ans Herz legen.

Landkreis – Für Landrat Christoph Göbel (CSU) rundet sich damit das Ideal einer Schullandschaft im Süden ab: FOS/BOS und Realschule in Oberhaching, ein mögliches Gymnasium in Sauerlach und eine weitere Realschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Mit seinem Idealbild greift Göbel künftigen Beschlüssen des Kreistags voraus. Nach dem gegenwärtigen Stand der Diskussion zwischen dem Kreis, betroffenen Gemeinden und dem Kultusministerium soll die Entscheidung über eine Realschule im Landkreis-Süden im Kreis-Schulausschuss am Dienstag voraussichtlich auf Jahre vertagt werden. Der Sauerlacher Gemeinderat beantragte das Gymnasium erst vor vier Wochen; Untersuchungen laufen dieser Tage an. Lediglich Höhenkirchen-Siegertsbrunn dürfte als Standort für eine Realschule im Südosten gebucht sein. Göbel steht zu seinem Ideal. Die Standortfrage sei sauber und geradlinig argumentiert. Er könne sich gar keine andere Lösung vorstellen. „Außerdem will ich Tempo in die Diskussion bringen.“ Im Schulausschuss am Dienstag diskutieren die Kreisräte in erster Linie einen FOS/BOS-Standort für den Süden. Schon in den Sitzungen des Schulausschusses und des Kreistags im Frühjahr hatte Oberhaching gegenüber den Mitbewerbern Sauerlach und Taufkirchen die Nase vorn (wir berichteten). Kontroverse Debatten sind dennoch zu erwarten. Michael Sedlmair für die Freien Wähler und die FDP machten sich für Sauerlach stark. Beide sehen Potenziale für eine weiterführende Schule. Die FDP erneuerte ihre Forderungen vor wenigen Tagen. Die endgültige Entscheidung fällt der Kreistag am 25. September. Dass sich das Landratsamt München für Oberhaching ausspricht, ist Ergebnis eines Diskussionsmarathons in den zurückliegenden sechs Monaten. Anfang April hatte der Kreistag alle Bewerbungen mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen und das Landratsamt zu Verhandlungen mit Gemeinden und Schulzweckverbänden in Marsch gesetzt.

Dabei fiel Taufkirchen relativ früh aus dem Rennen. Der guten S-Bahnanbindung und der Nähe zur Stadt wegen billigt das Kultusministerium der Gemeinde zwar eine ähnlich hohe Qualität zu wie Oberhaching. Die Realschule am Köglweg hätte zudem für Synergieeffekte sorgen können. Brauchbare Grundstücke aber befänden sich weder in der Hand des Kreises noch der Gemeinde, stellt Göbel fest: „Die Wahrscheinlichkeit, die Flächen zügig und für einen bezahlbaren Preis zu bekommen, ist daher gering.“

Gegen Sauerlach spricht in erster Linie die Nähe zu Holzkirchen im Kreis Miesbach und der dortigen, überlasteten FOS/BOS. Das Kultusministerium, der Kreis Miesbach und die Schulleitung drängen auf Oberhaching. Mit 30 Prozent ist der Anteil der Gastschüler aus dem Landkreis München in der Holzkirchner FOS/BOS relativ hoch.

In etwa mittig zwischen München und Holzkirchen gelegen, wäre Oberhaching nach Ansicht aller Beteiligten der ideale Standort. MVV und Bayerische Oberlandbahn bedienen den Bahnhof Deisenhofen. Von dort wäre es ein Katzensprung zum Grundstück der Gemeinde, das Göbel zufolge „deutlich günstiger“ zu haben wäre als andernorts: Die Voraussetzungen für einen schnellen und sicheren Schulbau seien in Oberhaching am ehesten gegeben. „Da kann man gar nicht anders entscheiden.“

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