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Die Feenkönigin mit der großen Stimme: Andrea Oswald als Titania und Ludwig Pichler als Oberon mit dem „indischen Kind“, Finbarr Geary.

„The fairy queen“ 

Liebeschaos unter freiem Himmel

  • Bernadette Heimann
    VonBernadette Heimann
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Vor atemberaubender Kulisse im Gleißental haben die Oberhachinger mit der Semi-Oper „The Fairy Queen“ Premiere gefeiert. Der ehemalige Steinbruch ist ein perfekter Ort für eine Aufführung mit Feen, Königen und dem Kobold Puck.

Oberhaching – Dass das kein normaler Opernabend ist, wird schon auf dem Weg in den Klettergarten klar. Die Stefanienstraße ist ab dem Bahnübergang gesperrt, man gelangt nur zu Fuß oder mit dem Radl durch den Wald zum Ziel. Die Abendsonne blitzt zwischen den Zweigen hervor, es ist noch angenehm warm – beste Voraussetzungen für die Premiere. Schlechtes Wetter – daran hatte Regisseurin und Kammerchorleiterin Ricarda Geary im Vorfeld gar nicht denken wollen.

Nach Opern-Eigenproduktionen in Ödenpullach hat Geary diesmal etwas Neues gewagt. Die Natur bietet dazu die einzigartige Kulisse. Vor der etwa 15 bis 20 Meter hohen Felswand, flankiert von hohen Bäumen, findet die Inszenierung, eine Bearbeitung von Shakespeares „Sommernachtstraum“, die Henry Purcell 1692 komponierte, ganz mühelos ihren Platz. Bewusst hat Geary auf ein Bühnenbild für das Stück mit Musik, Schauspiel und Tanz verzichtet: Es gibt eine einfache Holzbühne, um die auf Bierbänken das Publikum platziert ist. Vorne spielt das Oberhachinger Kammerorchester. Orchesterchef Gerold Huber hat die musikalische Leitung der Inszenierung.

Countertenor Andreas Pehl als Puck

Die Akustik, die durch keinerlei Technik verstärkt werden darf, ist vor der Felsenkulisse sehr gut, und die Musiker überzeugen ebenso wie der Kammerchor. Grün geschminkte Gesichter, lange grüne Gewänder und ein hoher Kopfschmuck aus Blätterwerk: Die Sängerinnen und Sänger fügen sich optisch in das wundersame Geschehen rund um das Herrscherpaar Titania und Oberon, die wegen des „indischen Kindes“ (Finbarr Geary) in Streit geraten. Sopranistin Andrea Oswald und Bass-Bariton Ludwig Pichler als Feenkönigin und –könig haben ihr Können schon in Oberhachinger Inszenierungen bewiesen.

Viele hundert Besucher zog es ins Gleißental, um die besondere Aufführung von Henry Purcells bearbeitete r Variante des Sommernachtstraums zu erleben.

Zum ersten Mal ist Countertenor Andreas Pehl dabei: ein herausragender Sänger mit Schauspieltalent. Mit spitzen Ohren, federartigen Augenbrauen und gelber Haut huscht er als Kobold Puck wieselflink durch die Reihen und über die Bühne. Er richtet das Liebeschaos an, das Annika Meitinger als Hermia, Hennika Grassmann als Helena sowie Lucas Anetzberger (Demetrius) und Christian Franz Silys (Lysander) zu bewältigen haben. Drei von ihnen waren Schüler am Gymnasium Oberhaching, das eine Talentschmiede zu sein scheint – vier der sechs Handwerker, die in dem Stück die Rolle der Clowns einnehmen sind Lehrer an der Schule. Die feenhaften Tanzdarbietungen übernehmen Schülerinnen von Jacqueline Stüker, die die Choreographie übernommen hat.

Immer wieder gibt es an diesem magischen Abend Zwischenapplaus und am Ende noch mehr Beifall und Bravorufe.

Weitere Aufführungen

finden am Samstag, 8. Juli, und Sonntag, 9. Juli, jeweils um 19 Uhr im Klettergarten – bei schlechtem Wetter im Bürgersaal – statt. Bei unsicherer Witterung gibt es Auskunft zum Veranstaltungsort unter der Telefonnummer 089/6 13 77 177 (Bandansage).

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