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Demo statt Klassenzimmer: Rafael (li.) und Jakob aus Oberhaching.

Mehr als 100 Schüler aus Oberhaching bei Freitags-Demonstration auf dem Marienplatz

„Jeder kann auch selbst etwas tun“

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Unter dem Motto „Fridays for Future“ sind am Freitag auch viele Schüler aus dem Landkreis zur Demonstration in die Münchner Innenstadt gefahren, um mehr Klimaschutz einzufordern.

Am Gymnasium Oberhaching waren es rund 100 Schüler, die nach der zweiten Stunde mit Trillerpfeifen und Plakaten zur S-Bahn-Station zogen. Weitere kamen nach, weil sie noch Schulaufgaben schreiben mussten. Auch Jakob Brandt (13) war mit einigen Klassenkameraden bei der Demonstration dabei.

Wie war es?

Anfangs waren es gar nicht so viele, doch dann kamen immer mehr auf den Marienplatz. Wir haben uns die Reden angehört und sind dann durch die Stadt gezogen. Es ist toll, auf diese Art einmal seine Meinung zu sagen.

War es Deine erste Demonstration?

Die erste, an der ich aktiv teilgenommen habe.

Warum jetzt?

Es ist Zeit, dass sich etwas ändert. Wir Schüler müssen den Anfang machen und an die Vernunft und den Verstand der verantwortlichen Leute appellieren. Wir müssen der Politik da Druck machen. Schließlich geht es um unsere Zukunft.

Was sagen Deine Eltern dazu?

Natürlich haben wir darüber diskutiert. Gerade weil die Demonstration auch während der Unterrichtszeit stattfindet. Aber trotzdem waren sie dafür, dass ich teilnehme, weil es ja um eine wichtige Sache geht.

Hast Du keine Angst vor Konsequenzen ?

Nein. Wenn wir Sozialstunden leisten müssen, dann hoffentlich mit Bezug auf Umweltschutz. Und wenn ich einen Verweis bekomme, dann war er zumindest für etwas Sinnvolles.

Haben Deine Freunde auch mitdemonstriert?

Wir haben im Freundeskreis und in der Klasse darüber diskutiert. Einige sind mitgekommen, andere hatten kein Interesse. Viele haben auch Angst vor einer Strafe oder ihre Eltern haben es ihnen verboten. Das muss jeder für sich entscheiden.

Was ist Dir bei dem Thema besonders wichtig?

Mir geht es darum, noch mehr Leute auf das Thema aufmerksam zu machen und auf die Probleme, vor denen wir stehen. Und dass jeder erkennt, dass er auch selbst etwas tun kann.

Was tust Du in Sachen Klimaschutz?

Ehrlich gesagt bin auch ich erst durch den „Friday for Future“ auf das Thema so richtig aufmerksam geworden. Ich habe mir vorgenommen zum Beispiel nicht mehr so viel Fleisch zu essen und Flugreisen zu vermeiden. Ich werde weiterhin meine Großeltern in Hamburg mit dem Zug besuchen, obwohl ich öfter gerne geflogen wäre.

Welche Rolle spielt das Thema Umwelt bei euch an der Schule?

Kein sehr großes. Klar, es gibt eine Umwelt AG und es gibt einzelne Aktionen, aber niemand bekommt davon richtig etwas mit. Ich hoffe, das ändert sich.

Glaubst Du, die Demonstrationen bringen was?

Wenn man das nicht glaubt, bräuchte man erst gar nicht demonstrieren. Und je mehr Menschen sich der Bewegung anschließen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich was ändert.

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