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Alle Parkplätze voll: Das gewohnte Bild am S-Bahnhof Deisenhofen.

Neuer Schulcampus und MVV-Reform: Verkehr in Oberhaching großes Thema

Sorge vor dem Pendler-Ansturm

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Der neue Schulcampus am Bahnhof Deisenhofen, die MVV-Reform, welche den Ort ab Dezember in den Innenraum rückt, und die damit verbundene Sorge vor zunehmenden Verkehr treiben derzeit viele Oberhachinger um. Auch im Rathaus spielt das Thema eine große Rolle. Dort setzt man vor allem auf den öffentlichen Nahverkehr – „ohne dabei autofeindlich zu sein“, wie Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) im Gespräch mit unserer Zeitung betont.

Dass Realschule und Fachoberschule (FOS) auf dem Gelände neben dem S-Bahnhof in Deisenhofen entstehen sollen, ist beschlossene Sache. In etwa fünf Jahren soll nach Aussage von Stefan Schelle der neue Schulcampus fertig sein. Am Ende werden in den neuen Schulen etwa 1200 Schüler unterrichtet.

Ein Teil der Fachoberschüler wird wohl auch mit dem Auto kommen. Und viele Bürger fragen sich, wie es dann weitergeht am Bahnhof, wo die Parkplatznot schon jetzt groß ist. „Derzeit wird die Situation genau untersucht“, sagt Schelle. Der Verkehr am Bahnhof, die Parkplatzstruktur, die Verkehrsströme – im Frühjahr wird dem Gemeinderat das Ergebnis einer großen Verkehrsanalyse, – welche den ganzen Ort betrifft –, vorgelegt.

Zusätzliche Stellplätze

Derzeit gibt es rund um den Bahnhof Deisenhofen etwa 500 Parkplätze. Viele Bürger wünschen sich mehr – und die soll es auch geben, allerdings mit Augenmaß. „Man kann Stellplätze bauen ohne Ende, sie werden immer voll werden“, sagt Schelle. Unter den Schulen wird wohl eine Tiefgarage entstehen. Sicher ist schon jetzt: 35 neue Parkplätze werden im Frühjahr auf dem Gelände zwischen Vogelherdweg und Sauerlacher Straße geschaffen, das bis vor kurzem noch als Lagerfläche für den Geothermieausbau diente.

Die Gemeinde prüft derzeit, ob und wie eine Bewirtschaftung der Parkflächen in Deisenhofen durch die Gemeinde Sinn mache. „Dann würde ein Parkplatz etwa zwei Euro pro Tag kosten“, sagt Schelle. Angedacht ist dann auch eine Parkreihe, in welcher die Parkzeit auf vier Stunden begrenzt ist. „Für Oberhachinger, die zum Beispiel zum Arzt in die Stadt fahren müssen.“

Parker aus dem Umland

Wer mit dem Auto zum Deisenhofner Bahnhof fährt, kommt ohnehin meist von außerhalb. Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 fährt lediglich ein Prozent der Oberhachinger, die hier in die Bahn einsteigen, mit dem Auto zum Bahnhof. Der Großteil stammt aus anderen Gemeinden, aus Sauerlach, Dietramszell, Egling. Der Bahnhof ist attraktiv: Ab hier fährt die S-Bahn zu Stoßzeiten im Zehn-Minuten-Takt, der Meridian fährt auf kurzer Strecke zum Hauptbahnhof – und ab Dezember 2019 wird der Bahnhof Deisenhofen der erste im dann neuen MVV-Innenraum sein.

MVV im Oberland

„Das Thema Mobilität wird nicht hier bei uns entschieden, sondern im Oberland, in Dietramszell, in Miesbach und hinter Traunstein“, sagt Schelle. „Bei uns in Oberhaching bräuchte man für den täglichen Verkehr kein Auto mehr.“ Dafür gebe es ausreichend Busse und die gute Anbindung durch die S-Bahn. „Wichtiger ist es, den ländlichen Raum besser in den Nahverkehr einzubeziehen, dann landet auch nicht mehr so viel Verkehr bei uns.“ Eine Ausweitung des MVV-Gebiets, gute und schnelle Busverbindungen, eine engere Taktung der S-Bahn und so genannte on-demand-Systeme, die einen günstigen Transport zu jeder Tageszeit garantieren, würden dabei eine große Rolle spielen.

Ausbau in Furth

Ganz ohne Ausbau von Parkplätzen wird es aber auch in Oberhaching nicht gehen. So überlegt die Gemeinde, auch den S-Bahnhof in Furth zu erweitern. „Da könnte man durch ein zusätzliches Stockwerk über dem jetzigen Parkplatz mehr Platz schaffen“, sagt Schelle. Doch auch weiterhin will der Bürgermeister auf Alternativen zum Auto setzen. So etwa soll der Bahnhof Deisenhofen noch interessanter für die Radler werden, etwa durch mehr und vor allem abschließbare Radständer – sodass man auch E-Bikes mit gutem Gefühl dort abstellen kann. Und auch eine Ringbuslinie von Wolfratshausen kommend, die weiterfährt bis Haar, könnte Deisenhofen als Haltestelle aufnehmen.

„Jeder jammert immer über den Klimawandel“, sagt Schelle. „Aber jeder Einzelne muss auch sein eigenes Verhalten hinterfragen. Die Möglichkeiten, selbst was zu tun, gibt es.“

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