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Schön in der Toskana - aber nicht in Oberhaching. Findet der dortige Gemeinderat.

Aktualisierte Bauvorschriften

Kampf der Toskana-Villa: So darf ein Haus in Oberhaching (nicht) ausschauen

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Keine Glaszäune, keine gelben Dachziegel, keine „Tiroler Trutzburgen“: Oberhaching will ein traditionell-bayerisches Ortsbild bewahren.

Oberhaching – „Menschen nicht gängeln, sondern Leitlinie sein, um ein harmonisches Ortsbild zu bewahren“, das ist die Vorstellung von Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle über die neue Ortsgestaltungssatzung seiner Gemeinde. Diese wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates debattiert. Bereits seit zwei Jahren setzen sich die Gemeinderäte gemeinsam mit Architekten und Fachanwälten mit der Neufassung der Satzung auseinander.

Seit 1976 wehrt sich Oberhaching gegen den Wildwuchs

Als erste Gemeinde in Bayern hatte Oberhaching 1976 eine Baugestaltungssatzung erlassen, schon damals um Häuser-Wildwuchs zu verhindern. Zu dieser Zeit entstanden ganze Hochhaussiedlungen wie in Taufkirchen oder Neuperlach, die das Ortsbild vollkommen veränderten. Oberhaching hielt dagegen – und entschied sich für die Verteidigung der typisch oberbayerischen, ländlichen Optik. Nach der ersten 1995 stand nun die zweite Anpassung an den aktuellen rechtlichen Stand an. Berücksichtigt werden auch neue Materialien wie Kunststoff oder Modeerscheinungen beispielsweise in der Farbgebung der Häuser.

„Unser Ziel als Gemeinde ist es, die Gestaltung auch weiterhin nicht aus der Hand zu geben“, betonte Schelle. Vorgegeben sind weiterhin klare rechteckige Baukörper, untergeordnete Anbauten und Abgrabungen sowie ein ruhiges, flachgeneigtes Satteldach.

Toskana-Villa in Oberhaching: Auch die Dachschräge ist limitiert

Doch der Teufel steckt im Detail, und so ging es um Feinheiten, wie die maximale Dachneigung – sie soll von 27 Grad auf 30 Grad steigen, findet die SPD-Fraktion. Wie Margit Markl (SPD) erläuterte, sei es heute, in der Wohnraum immer knapper wird, wichtig, den Menschen die Chance zu geben, diesen möglichst groß zu bauen. Der Antrag fiel jedoch mit 17 zu acht Stimmen durch. Großzügiger als bei der vorigen Bauvorschrift werden dagegen Dachaufbauten gehandhabt: Gerade größere Gebäude, im Ortskern, dürfen Gauben und Gegengiebel aufweisen, damit die Bewohner mehr Licht haben. Auch bei Abgrabungen gibt es zukünftig mehr Spielraum – weil immer häufiger Kellerräume als Wohnräume ausgebaut werden.

Lockerung bei Photovoltaik

Ebenfalls neu: Auf Anträge der SPD und der Grünen dürfen Photovoltaikanlagen ohne größere Einschränkungen auf den Dächern installiert werden. Wie Erwin Knapek (SPD) betonte, ist „Restriktion in diesem Bereich in Zeiten des Klimawandels nicht mehr zeitgemäß“.

Strikt bleiben dagegen die Vorgaben bei der Nutzung von Material und Farben. „Man glaubt nicht, was für Pläne im Bauamt landen“, meinte Schelle. „Wenn man eine Fassade aus Edelstahl möchte, dann gerne, aber nicht bei uns.“ Tiroler Trutzburgen und toskanische Villen wird es in Oberhaching auch in der Zukunft nicht geben, ebenso wenig Zäune aus Glas oder gelbe Dachziegel.

Keine braunen Dachziegel in Oberhaching?

Uneinig war sich das Gremium jedoch, ob man die Formulierung „rote Dachziegel“ nicht auch auf „dunkelbraun“ ausweiten könnte, ebenso, ob der Sockel eines Hauses farblich dem Außenputz entsprechen muss. Letztlich blieben die strengen Vorgaben. Nach dreistündiger Debatte wurde die aktualisierte Satzung einstimmig befürwortet. „Wir planen, im nächsten Jahr eine Baufibel zu veröffentlichen, um Bauwerbern einen Leitfaden an die Hand zu geben“, sagte der Bürgermeister.

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