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Der Vorstand freut sich auf ein aktives, bieriges Jahr: (v.l.) Sascha Bucklitsch, Brauer Johann Griebl, der gute Aussichten auf einen Posten im Vorstand hat, Peter Steinberg und Florian Schärpf.

Generalversammlung

Braustätte und Stüberl im Ort zu teuer

140 Mitglieder der Brauereigenossenschaft Oberhaching sind jetzt zur ersten Generalversammlung in den Forstnersaal gekommen. „Mit 30 000 Litern Bier haben wir im ersten Jahr enorm viel verkauft“, verkündete Florian Schärpf, bei der Genossenschaft zuständig für Marketing und Vertrieb.

Oberhaching – Mittlerweile zählt die Genossenschaft über 400 Mitglieder, und es werden drei unterschiedliche Biere angeboten. Neben dem naturtrüben Kellerbier gibt es das Deisenhofner Weißbier und neu seit Weihnachten das Stephani-Dunkel, das nach Worten von Schärpf zum Überraschungshit wurde.

„Bei der Gründung letztes Jahr haben wir gesagt, dass Bier Heimat braucht, aber nicht klar ist, ob unsere Heimat noch ein Bier braucht“, sagte Bürgermeister Stefan Schelle, selbst Aufsichtsrat in der Genossenschaft. „Es hat sich aber klar bestätigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“ Wie er unter Applaus betonte, entstehe durch die Genossenschaft eine Gemeinschaft, bei der Menschen aller Generationen und Schichten ein Ziel verfolgen. In Arbeit ist derzeit auf vielfachen Wunsch der Kunden ein Helles.

Der 20-jährige Oberhachinger Brauer Johann Griebl, der im vergangenen Jahr bei der Münchner Meisterschaft der Jungbrauer den dritten Platz erreichte, entwickelt gerade ein passendes Rezept. „Es werden verschiedene Sude angesetzt, mal mehr malzbetont, dann mit stärkerer Hopfennote, wobei die Auswahl der Sorten ein entscheidender Faktor ist“, erklärte er. „Letztlich soll ein ausgewogener Geschmack überzeugen.“ Wie Schärpf darlegte, wurde im vergangenen Jahr in die Anschaffung von Flaschen, Bierkästen und Fässern investiert. In diesem Jahr soll die Absatzmenge erhöht werden auf 80 000 Liter.

Gebraut wird weiterhin beim Wildbräu Grafing, jedoch soll langfristig eine eigene Braustätte geschaffen werden. War bei der Gründung noch geplant, Brauerei und Bräustüberl auf einem Grundstück zu eröffnen, hat sich inzwischen gezeigt, dass dies angesichts der Grundstückspreise ein schwieriges Unterfangen wäre. Deshalb gehen die Überlegungen dahin, die Brauanlage etwas außerhalb von Oberhaching zu bauen und im Ort ein passendes Bräustüberl zu finden.

Ein wichtiger Schritt, bekannter zu werden, ist laut Schärpf, dass das Bier der Brauereigenossenschaft mittlerweile nicht nur beim Getränkemarkt Tremmel, sondern auch in Gaststätten am Ort wie im Weißbräu, beim Italiener Il Mercatino, beim Forstner Wirt sowie im thailändischen Restaurant Thai Fai erhältlich ist. „Zudem haben wir neu den Zapfhahn im Bürgersaal übernommen.“ Der Jahresabschluss wurde einstimmig von den Genossen beschlossen.

Bei der anschließenden Wahl des dreiköpfigen Aufsichtsrates muss jedes Jahr ein Mitglied seinen Posten räumen, kann sich aber erneut zur Wahl stellen. Normalerweise betrifft es das Mitglied, das am längsten dabei ist. Da jedoch alle gleich lang im Amt sind seit der Gründung, entschied das Los und entfiel auf Stefan Schelle, der sich zur Wiederwahl stellte und mit nur zwei Gegenstimmen erneut in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Den Aufsichtsrat bilden weiterhin Peter Steinberg, Berno Breitruck und Stefan Schelle, im Vorstand sind Sascha Bucklitsch und Florian Schärpf. Brauer Johann Griebl hat gute Aussichten ebenfalls im Vorstand tätig zu werden und den Arbeitskreis Brautechnik zu übernehmen, den zuvor Wolfgang Lex innehatte, der auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist. 

Birgit Davies

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