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Radfahrer, Tempolimit, Parkplätze: Das bewegt die Oberhachinger

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Von: Birgit Davies

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Rund 100 Oberhachinger kamen in den Bürgersaal, um sich über die neuesten Entwicklungen in ihrer Gemeinde zu informieren und ihre Anliegen vorzubringen. 
Rund 100 Oberhachinger kamen in den Bürgersaal, um sich über die neuesten Entwicklungen in ihrer Gemeinde zu informieren und ihre Anliegen vorzubringen.  © Birgit Davies

Vor allem das Thema Verkehr treibt die Oberhachinger um. Das zeigte sich bei der Bürgerversammlung, die nach zwei Jahren Pause nun wieder rund 100 Menschen in den Bürgersaal lockte.

Oberhaching - Wie Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) zu Beginn erklärte, hat Corona das Gemeinschaftsleben der Menschen schwer beeinträchtigt. „Vor allem Kinder und Jugendlichen sowie die Senioren haben sehr gelitten, es ist kaum zu ermessen, welche Spuren dies in den Menschen hinterlassen hat.“ Bei seinem anschließenden Bericht über die aktuelle Situation der Gemeinde, bildeten der Schulcampus, die Sperrung an der Baustelle Sauerlacher Straße, neue Bebauungspläne für Wohnen und Gewerbe sowie die Energiewende zentrale Punkte.

Schulcampus

Schelle betonte, dass der geplante Campus mit Realschule und FOS für die Kinder und Jugendlichen eine optimale Ergänzung direkt am Ort bedeutet. Dabei gab es explizite Vorgaben von Seiten des Gemeinderates für die Gestaltung des Areals, das sich nicht nur in die Umgebung einpassen, sondern auch für Bürger und Vereine nutzbar sein soll. Bereits im Herbst dieses Jahres starten Vorläuferklassen für die Realschule in Pavillons, die im Bereich hinter der nebenan gelegenen Grundschule errichtet werden.

Bauprojekte

Zur Vollsperrung der Sauerlacher Straße meinte er, dass diese saniert und vor allem verbreitert wird, für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, aber auch um den zusätzlichen Busverkehr durch die Express-Busse aufnehmen zu können. Zudem wird eine zentrale Bushalte- und Wendestelle am S-Bahnhof Deisenhofen gebaut. „Je besser der Nahverkehr aufgerüstet wird, desto mehr Menschen können wir zu einem Umstieg vom Auto auf den ÖPNV gewinnen“, ist Schelle überzeugt.

Trotzdem müsse auch weiterhin dafür gesorgt werden, dass der Verkehr fließen kann. Dies bezog sich auf die derzeitige Prüfung eines zusätzlichen Kreisverkehrs an der M11 auf Höhe der Kugler Alm, um die Verkehrssituation im Gewerbegebiet zu entlasten, vor allem, da das Gewerbegebiet erweitert wurde und sich neue Firmen ansiedeln werden.

Radverkehr

Der Oberhachinger Gerhard Jobst hielt diese Planung für „unerlässlich“ und schlug zudem vor, den Radschnellweg unter der M11 als sichere Querung für Radfahrer zu bauen. „So können Berufstätige leichter überzeugt werden ihr Fahrrad für den Weg zur Arbeit zu nutzen.“ Darauf berichtete Schelle, dass dies bereits angedacht ist, jedoch als Überquerung, und noch geprüft wird.

Gerhard Jobst sprach sich für einen Tunnel für den Radschnellweg aus.
Gerhard Jobst sprach sich für einen Tunnel für den Radschnellweg aus. © Birgit Davies

Dieses Thema beschäftigte auch Peter Spiegel, der sich als Anwohner der Linienstraße über die in seinen Worten „Kampfradler“ beschwerte. Er wünschte sich den Radschnellweg auf der Ostseite der S-Bahn, sodass die Linienstraße davon nicht belastet wird. Der Bürgermeister erklärte, dass diese Seite zu schmal sei und außerdem dort eine Ausgleichsfläche liegt, wo nicht gebaut werden darf. Spiegel sprach auch die Idee einer Fahrradstraße an, wobei Schelle erklärte, dass dies in einem ausführlichen Gutachten im Gemeinderat besprochen und schließlich abgelehnt wurde. Siegfried Graf, Leiter der Polizeiinspektion 31, sagte zudem, dass Fahrradstraßen eher zu Irritationen bei den Verkehrsteilnehmern und damit zu gefährlicheren Verkehrssituationen führen.

Sicherheit für Kinder

Mehr Sicherheit vor allem für Kinder an den Straßen wünscht sich Ann-Marie Hollinger, die in der Altgemeinde Oberbiberg lebt. So wäre Tempo 30 bei der Ortsdurchfahrt von Oberbiberg nach ihrer Meinung sehr positiv. Der Rathauschef erläuterte, dass ein entsprechender Antrag schon an höhere Stelle gestellt, jedoch bisher abgelehnt wurde. Zu ihrer Idee beim Kindergarten Am Rain einen Gehweg zu bauen, sagte er, dass dies derzeit in den Gremien diskutiert wird.

Ann-Marie Hollinger sorgt sich um die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr. 
Ann-Marie Hollinger sorgt sich um die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr.  © Birgit Davies

Parkplätze

Martin Rist schlug vor einen größeren Parkplatz für Camper und Anhänger zu schaffen, gerne auch zur Miete. Dazu sagte Schelle, dass jeder Bürger für einen Stellplatz für seine Fahrzeuge selbst verantwortlich ist. „Die Gemeinde kann und wird sicher nicht wertvollen Grund zu einem solchen Zweck versiegeln.“ Er wies außerdem darauf hin, dass zum Beispiel zahlreiche Garagen zweckentfremdet werden für Räder oder Gartengeräte, und damit weniger Platz zum Parken zur Verfügung steht.

Ehrung

Kräftigen Applaus gab es schließlich für Monika Straub, die von Landrat Christoph Göbel für ihr „langjähriges Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung“ geehrt wurde. Straub war 18 Jahre Gemeinderätin und in verschiedenen Ausschüssen aktiv. Zudem zeichnet sie sich durch großes ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Bereichen im Ort aus.

Für ihr „langjähriges Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung“ wurde Monika Straub von Landrat Christoph Göbel (l.) und Bürgermeister Stefan Schelle geehrt
Für ihr „langjähriges Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung“ wurde Monika Straub von Landrat Christoph Göbel (l.) und Bürgermeister Stefan Schelle geehrt © Birgit Davies

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