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Neues Konzept

Oberhaching droht Autoflut: Die Suche nach dem Rezept gegen die Blechlawine

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In den nächsten Jahren wird sich die Verkehrssituation in Oberhaching verändern. Die Gemeinde sucht nach einem Weg, damit umzugehen.

Oberhaching Geschuldet ist dies verschiedenen Faktoren. So wird bereits nächstes Jahr der so genannte „Flaschenhals“ an der Sauerlacher Straße bei der Einmündung der Tölzer Straße erweitert. Das könnte zu einem stärkeren Verkehrsaufkommen an dieser Stelle führen, da Autofahrer, die vom Oberland kommen und zum S-Bahnhof Deisenhofen möchten, dann verstärkt die Strecke nutzen.

Tarifreform

Schon im Dezember tritt außerdem die neue Tarifstruktur des MVV in Kraft, wodurch die Haltestellen Deisenhofen und Furth im Innenbereich liegen. Eine erhebliche Kostenersparnis für die Nutzer der S-Bahn, die voraussichtlich beide Haltestellen verstärkt anfahren.

Buslinien

Zeitgleich ändert sich Takt und Linienführung der Busse 222 und 224, die häufiger und auf neuer Route verkehren. Zudem sind in voraussichtlich drei Jahren zwei neue Ringbuslinien geplant, die von Deisenhofen nach Heimstetten oder Wolfratshausen fahren werden. Und schließlich wird in rund fünf Jahren der geplante Schulcampus mit Realschule und FOS am S-Bahnhof Deisenhofen Auswirkungen haben.

Um all diese Faktoren im Zusammenhang zu sehen und die Auswirkungen auf den Verkehr im Ort im Vorfeld berücksichtigen zu können, hat die Gemeinde eine Verkehrsanalyse erstellen lassen, die jetzt den Mitgliedern des Umwelt- und Verkehrsausschusses vorgestellt wurde. Demnach wird die Erweiterung der Sauerlacher Straße kaum Auswirkungen zeigen, vor allem, weil die schnellste Route Richtung Grünwald weiterhin über Straßlach führt und die Strecke über die Sauerlacher Straße mit 18 Minuten deutlich länger dauert. „Ich habe wesentlich mehr Durchgangsverkehr im Ort erwartet“, konstatierte Bürgermeister Stefan Schelle (CSU).

In der Analyse zeigt sich, dass rund 80 Prozent des örtlichen Verkehrs hausgemacht sind. Deutlichere Auswirkungen hat die MVV-Tarifänderung. Fahren derzeit noch rund 520 Personen täglich den S-Bahnhof Deisenhofen an, sind es nach der Tarifreform geschätzte 910 Menschen, was dann aber durch die Erweiterung des Buskonzepts wieder gesenkt würde – auf rund 820 Personen. „Der Parkplatz am S-Bahnhof wird immer über seiner Kapazität belastet sein“, sagte Schelle.

Fahrrad-Parken

Er schlug vor, für den P&R-Parkplatz zwei Euro pro Tag zu verlangen. Monika Straub (Grüne) wies darauf hin, dass „Oberhaching als ,fahrradfreundliche Kommune’ Autos nicht vermehren sollte“. Und Erwin Knapek (SPD) erklärte, dass zusätzliche und bessere Abstellplätze für Räder vielleicht weitere Menschen dazu bringen könnten, auf das Fahrrad umzusteigen.

Auto-Abschreckung

Falls der Parkdruck in den Anliegerstraßen rund um den Bahnhof zunehmen sollte, wird man restriktiv Tickets verteilen und gemeinsam mit den Anwohner nach Lösungen suchen. „Das einstimmige Ziel des Gemeinderates ist es, keinen autogerechten Bahnhof zu schaffen, sondern einen möglichst guten öffentlichen Nahverkehr“, sagte der Rathauschef.

Wie er berichtete, liegt im Kreistag ein Antrag der CSU vor, dass bei Nutzung einer Jahreskarte des ÖPNV für alle Bürger im Landkreis der Unterschied zu M-Zone erstattet wird. Damit wäre es beispielsweise für Sauerlacher kostenmäßig egal, ob sie zu Hause zusteigen oder erst nach Deisenhofen fahren müssen. Die Kosten für den Zuschuss liegen demnach bei rund fünf Millionen Euro.

Schulcampus

Beim Schulcampus rechnet die Verkehrsanalyse damit, dass ca. 120 weitere Parkplätze für Lehrer und Schüler nötig werden. Diese sollen voraussichtlich in einer Tiefgarage entstehen. Dazu kommen noch geschätzte 270 Haltevorgänge täglich. Michael Thaller (CSU) betonte, dass man bei den Planungen für die Schulen in jedem Fall darauf achten solle, wo der Eingang situiert ist, um mögliche Staus zu Schulbeginn und -ende zu vermeiden.

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