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Enzo Giardino bei einem Spaziergang mit seinen Schützlingen

Enzo Giardino wird 60: Das Glück der Kinder ist sein größtes Geschenk

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„Ein Leben ohne die Kinder könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen“, sagt Enzo Giardino, der 2001 den Verein „Azioni Ninos Felices“ gegründet hat und sich um das Wohl bedürftiger Kinder in der Dominikanischen Republik kümmert. Am morgigen Samstag feiert der in Oberhaching lebende gebürtige Italiener seinen 60. Geburtstag mit Freunden und Mitgliedern des Vereins.

Oberhaching – Erstmals erlebte er 1997 bei einem Urlaub auf der Karibikinsel die bittere Armut zahlreicher Menschen dort, vor allem das Schicksal vieler Kinder ließ ihn nicht mehr los. „Damals habe ich die vierjährige Yerelin kennengelernt und ihre Oma, die sie versorgte, so kam ich in Kontakt mit den Menschen in den Armenvierteln bei Puerto Plata“, berichtete er. „Es war gar nicht so leicht das Vertrauen der Leute zu gewinnen, doch als ich einfach einen großen Topf Spaghetti machte und alle einlud, war das Eis gebrochen.“ Und noch heute kocht er gerne mal in einem Hof neben der Straße auf offenem Feuer eine Mahlzeit für alle. „Yerelins Familie hat mir die Kontaktaufnahme sehr erleichtert.“ Zuhause legte er dann Geld zurück, um beim nächsten Besuch auf der Karibikinsel die Familie auch finanziell unterstützen zu können. Doch er fand, dass man mehr tun könnte.

Von Italien nach Oberhaching

Giardino wurde als Sohn eines Landwirtes in den Abruzzen im kleinen Dorf Guilini geboren und half von Kindesbeinen im elterlichen Betrieb. Mithelfen und sich um die Familie kümmern, gehörte stets für ihn zum Leben. Aber auch Chancen zu nutzen. So machte er sich mit 19 Jahren auf den Weg nach Deutschland, um dort zu arbeiten. Er wurde Gärtner und nach einigen Jahren, die er in einer Gärtnerei arbeitete, gründete der sein eigenes Unternehmen, das in Oberhaching tätig war. Er heiratete seine damalige Frau Margot und bald kam Sohn Marco auf die Welt. Zunächst lebte er noch in München, doch dann zog die Familie nach Oberhaching. „Ich habe im Ort viel Freundlichkeit erfahren und festgestellt, dass es einfach wichtig ist selbst ein offenes Herz zu haben und hilfsbereit zu sein.“ So entstand letztlich sein Engagement für Kinder in der Dominikanischen Republik.

Erstes Projekt war eine Schule

Er und seine Mitstreiter starteten mit Patenschaften, die dafür sorgen, dass bedürftige Kinder eine Schule besuchen können, krankenversichert sind und die Familien mit Schulmaterial, Spielsachen oder Kleidung versorgt werden. Da Schulbildung eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft ist, war das erste Projekt des Vereins die Gründung einer Schule 2004 im kleinen Ort San Marco Arriba, wo 70 Kinder die Chance auf einen Schulbesuch haben. „Das ist mittlerweile ein Selbstläufer, wir kümmern uns nur noch um den Erhalt des Gebäudes“, berichtete Giardino. „Es ist toll, zu sehen, wie die einstmals kleinen Kinder heute in der Ausbildung stecken oder sogar studieren.“

Wenn er das Dorf besucht, kommen ihm junge Erwachsene entgegen, die ihn herzlich begrüßen, weil sie ihn schon als Schüler kennengelernt haben. Als nächstes gelang es 2005 ein Kinderheim zu errichten, wo derzeit 26 Jungen und Mädchen vom Baby bis zu 17 Jahren leben. Der Verein hat die Trägerschaft in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt übernommen. Es wurde eine Leiterin eingestellt, drei Erzieher, eine Köchin und eine Putzfrau. Natürlich wird auch die Krankenversicherung und der Schulbesuch gewährleistet. Zudem gibt es Sozialarbeiterinnen und auch psychologische Betreuung.

„Natürlich gab es Schwierigkeiten und mühsame Kämpfe mit den Behörden, aber ich würde es jederzeit wieder tun.“ Es ist ihm ein Herzensanliegen den Kindern die Chance auf eine Zukunft zu geben. „Wir haben schon einiges erreicht, ich wünsche mir nur dass es weitergeht und genug Spenden da sind, um das Kinderheim weiterlaufen zu lassen.

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