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Viele Oberhachinger nutzten die Gelegenheit die neue Flüchtlingsunterkunft zu besichtigen. In drei Gebäuden werden 40 Flüchtlinge Am Dölling vorübergehend eine neue Heimat finden.

Neue Unterkunft am St.-Rita-Altenheim eröffnet

Aus Flüchtlingen sollen Nachbarn werden

Oberhaching - Die Flüchtlingsunterkunft neben dem St.-Rita-Altenheim ist fertiggestellt. Kurz vor der Eröffnung konnten sich die Oberhachinger die drei Holzhäuser der Firma „Feel Home“ ansehen, in denen 40 Flüchtlinge eine Bleibe finden sollen. Neben vielen positiven Stimmen gibt es aber auch Anwohner, die Befürchtungen gegenüber den neuen Nachbarn haben.

„Ich hoffe, dass die neue Unterkunft den Menschen die Möglichkeit bietet, etwas mehr hier anzukommen und innere Ruhe zu finden“, sagt Oberhachingerin Daniela Ertl. Sie war eine von vielen Oberhachingern, die kurz vor der Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft Am Dölling die Gelegenheit nutzte, die drei Häuser besichtigen. Am kommenden Dienstag sollen hier 40 Flüchtlinge einziehen. Jedes Haus hat zwei Wohnungen mit jeweils zwei Viererzimmern mit einem Doppel- und einem Stockbett. Dazwischen liegt ein Aufenthaltsbereich mit zwei Tischen und Kochgelegenheit, zudem zwei Badezimmer mit Dusche und WC. Eine der Wohnungen wird für den Sicherheitsdienst sowie als Büro und Schulungsraum genutzt. „Die 40 zukünftigen Bewohner kommen aus der Oberhachinger Traglufthalle. Alle kennen sich und kommen gut miteinander aus“, berichtet Michael Weißenberger, einer der drei Mitarbeiter des Sozialdienstes in der Halle. Die jungen Menschen kommen aus unterschiedlichen Ländern wie Syrien, Afghanistan, Somalia oder Eritrea.

Landrat Christoph Göbel betonte, dass dies eine erste Heimat für Menschen werden soll, die auf der Flucht waren und zu uns gekommen sind. „Unser Ziel ist es, sie möglichst schnell zu integrieren und die Möglichkeit zu schaffen, dass sie Arbeit finden“, betonte er. Zweiter Bürgermeister Johannes Ertl bat darum, die Menschen freundlich aufzunehmen und Teil des Gemeindelebens werden zu lassen. „Aus anonymen Flüchtlingen werden nun Nachbarn, da ist es gut, einander kennenzulernen.“ Wie er erklärte, entstehen derzeit noch vier weitere kleinere Unterkünfte, verteilt über das ganze Gemeindegebiet, um die Integration zu erleichtern. Nachbarin Franziska Steininger findet die Unterkunft mit ihrer Ausstattung durchaus positiv. „Trotzdem bin ich ein wenig ängstlich, wenn 40 junge Männer hier mit einem Mal leben.“ Das liege nach ihren Worten aber nicht daran, dass diese Ausländer sind, denn Bedenken hätte sie auch bei 40 jungen Deutschen.“ Sie meint jedoch, dass „man erst einmal abwarten soll, um zu sehen, wie sich alles entwickelt“.

So gelassen sieht dies ein anderer Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte, nicht. Er fürchtet, dass die Kriminalität steigen wird, beispielsweise Einbrüche. Auf den Hinweis eines anderen Bürgers, dass Einbrüche hauptsächlich auf das Konto osteuropäischer Banden gingen, ging er nicht ein. „Wir haben hier immer unsere Ruhe gehabt, nun gab es nachts schon zweimal Lärm von Flüchtlingen, die mit dem Rad vorbeigefahren sind und gestoppt haben.“ Isabell Trapp vom Helferkreis Asyl ist froh über die neue Bleibe. „Die Flüchtlinge in der Traglufthalle leiden unter der Anonymität und haben große Zukunftsängste, da ist die Unterkunft eine gute Möglichkeit wieder Kraft zu tanken und auf eine echte eigene Zukunft zu hoffen.“ Auch Marion Hahn, Leiterin des Alten- und Pflegeheims, sieht die Ankunft als Bereicherung.

Die Caritas übernimmt die Sozialberatung in der neuen Unterkunft und wird auch die Ehrenamtlichen des Helferkreises begleiten. Die Caritas hatte auch das Grundstück zur Verfügung gestellt, das vom, Altenheim nicht genutzt wurde. Eigentümer des Grundstücks ist die Pfarrkirchenstiftung St. Stephan in Oberhaching, die es der Caritas in Erbpacht überlassen hat.

Birgit Davies

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