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Strahlende Sieger: Christian Findler (l.) und Sören Kupich (r.) zusammen mit Braumeister Robert Prinz.  

Weg zum Erfolg in Oberhaching geebnet

Badezimmer-Bier gewinnt Gold

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Mit einem Braukurs in Oberhaching fing für  Sören Kupich (48) aus München und Christian Findler (49) aus Greiling alles an. Jetzt haben sie Gold gewonnen beim Internationalen Craft Beer Award. Dabei hat sich ihr Bier gegen 1090 andere Biere durchgesetzt. 

Oberhaching – Robert Prinz schüttelt immer noch den Kopf. Darüber, dass zwei seiner gelehrigsten Schüler beim internationalen „Craft Beer Award“ die Goldmedaille abgeräumt haben. „Ich war skeptisch“, gibt der erfahrene Braumeister aus Oberhaching zu. „Sich mit einem Sud, buchstäblich neben der Dusche, gegen renommierte Konkurrenz durchzusetzen – das hätte ich nie gedacht.“ Aber, im Feld von Bier-Riesen wie Carlsberg, Augustiner oder Löschzwerg: „Die beiden Bier-Narrischen“, wie Robert Prinz sie nennt, haben es geschafft.

Gegen 1090 Biere durchgesetzt

Wir treffen uns dort, wo alles angefangen hat: im „Stadlbräu“ in Oberhaching. Dort, wo Robert Prinz seit 1998 Bierbraukurse veranstaltet. Für viele Gaudi, für wenige echte Inspiration. Wie für Sören Kupich (48) aus München und Christian Findler (49) aus Greiling – die beiden haben mit ihren Braukurs-Erkenntnissen Goldmedaillen bei „Meininger‘s International Craft Beer Award“ gewonnen. Unter 1090 eingesandten Bieren aus 28 Nationen hat sich heuer Sören Kupich mit seinem „Chocolate Milk Stout“ durchgesetzt; animiert wurde er von Christian Findler, der 2017 mit seinem „Findler Märzen“ ebenfalls eine Prämierung erhielt.

Alles fing über ein Geburtstagspräsent an, seinem Bruder schenkte Christian Findler 2014 einen Braukurs im „Stadlbräu“. Und machte gleich selbst mit. Vor einem IT-Studium hatte er eine Ausbildung als Chemie-Laborant absolviert, „ein Draht zum Bierbrauen war da“. Nach dem Kurs lieh sich der Greilinger eine Kleinstbrauanlage aus, kreierte für Grillfeste und Verwandtschaft sein eigenes Bier, reichte es schließlich zum Award ein. „Nur zur Gaudi. Ich hatte mir keine Chancen ausgerechnet.“

Das war 2017, und der Hobbybrauer Christian Findler gewann, vollkommen unerwartet, eine Goldmedaille. „Mit meinem prämierten Bier habe ich im ,Stadlbräu‘ ein bisschen angegeben“, erinnert er sich. Neben ihm am Tisch saß zufälligerweise Sören Kupich, als Informationstechniker beruflich fast ein Seelenverwandter. Und einer, der sich spontan dachte: „Das probiere ich auch!“

Brauen neben der Dusche

Seine Grundmotivation: „Ich wollte diese Prozesse verstehen – wie geht das mit dem Bierbrauen?“ Auf den Rat eines Experten hin landete er in Oberhaching, löcherte Robert Prinz mit unglaublich vielen Fragen. „Das Schöne ist“, sagt Sören Kupich, „ich stieß auf Nächstenliebe.“ Und dann eben: auf den Goldmedaillengewinner von 2017.

Nun wagte er es selbst. Für die 20-Liter-Anlage hatte er eigentlich gar keinen Platz, „im Badezimmer fand ich aber einen halben Quadratmeter“. Genug, um das Experiment zu beginnen. Denn Sören Kupich wollte nicht irgendein Bier brauen, sondern ein Stout. „Kennst du ein gutes Rezept?“, fragte er bei Christian Findler nach. Nein, der verwies auf Bücher. Sören Kupich forschte weiter, profitierte enorm vom „Stadlbräu“. Robert Prinz habe ihm „Wissen mitgegeben, dass das Gehirn arbeitet“, und darüber hinaus sei eine „schöne Gemeinschaft von Bierfreunden entstanden“. Leute, „die Bier nicht nur einfach trinken, sondern dabei das Hirn einschalten“. Auf diese Weise entwickelte Sören Kupich seine Stout-Kreation mit satten 9,5 Prozent Alkohol und 23,4 Prozent Stammwürze. Kein Bier zum Runterkippen, „sondern etwas, das mir persönlich in puncto Geschmack zusagt“.

Nächstes Ziel Bier-Worldcup

Und dann ging es 2018 dem 48-Jährigen wie Christian Findler ein Jahr zuvor: Goldmedaille! Mit einem Bier, das er neben seiner Dusche braute. „Bis zu diesem Tag war es ein Hobby“, sagt Sören Kupich. Nun hat er sich mit seinem Badezimmer-Bier gegen Großbrauereien durchgesetzt: „Das macht stolz und motiviert zu mehr. Bisher war das Bierbrauen nur ein Hobby.“ Vielleicht wird es nun, wie schon bei Christian Findler, ein Nebengeschäft? Das ist ein Ziel. Ein anderes: der Bier-Worldcup. „Da gibt‘s einen Riesen-Pokal“, lacht Christian Findler bei der kleinen Feier im „Stadlbräu“. Und stößt an. Mit dem Gold-Kollegen Sören Kupich. Und natürlich mit Robert Prinz, der den beiden den Weg geebnet hat.

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