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Bücher als Beruf(ung): Petra Walbrunn mit zwei Werken, die sie wärmstens empfiehlt: „Die Heuhaufen-Halunken“ für Kinder ab acht Jahren (es gibt mehrere Bände) und „Die Terranauten“ von T.C. Boyle für Erwachsene.

Heute ist Welttag des Buches

„Vorlesen ist ganz wichtig“

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Für ihre hervorragende Leseförderung von Kindern und Jugendlichen wurde die Gemeindebibliothek Oberhaching im Herbst mit dem Kinderbibliothekspreis ausgezeichnet. Leiterin Petra Walbrunn erklärt zum heutigen Welttag des Buches, warum Lesen so wichtig ist und was Eltern tun können.

Der Sohn einer Freundin ist zehn Jahre alt und total lesefaul. Was haben die Eltern falsch gemacht?

Wahrscheinlich gar nichts. Man kann Kindern immer nur Angebote machen, aber man kann oder vielmehr sollte sie nie zum Lesen zwingen.

Ab welchem Alter sind Angebote sinnvoll?

Schon ab einem Jahr kann man Kinder an Bücher heranführen. Wir machen das hier über Bilderbücher und Geräusche, die wir dazu machen. Ab drei Jahren kommen die Kinder zu uns zu Vorlese-Veranstaltungen. Das Vorlesen ist auch zuhause etwas ganz Wichtiges, in einer gemütlichen Atmosphäre, dann verbinden Kinder immer etwas Gutes mit Büchern. Und Bücher sollten für Kinder immer verfügbar sein, zuhause und in den Kindertageseinrichtungen.

Welche Rolle spielen Kitas und Schulen?

Eine sehr wichtige. Weil man ja nie weiß, was die Eltern zuhause in Bezug auf Lesen anbieten. Über Kitas und Schulen erreicht man auch die Kinder, bei denen daheim nicht gelesen wird. Deshalb arbeiten wir auch eng mit Kitas und Schulen zusammen.

Ist es eigentlich egal, was Kinder lesen?

Im Prinzip ja. Hauptsache lesen. Aber es sollte natürlich altersgemäß sein. Einen Harry Potter würde ich noch keinem Erstklässler empfehlen. Aber wenn ein Viertklässler eben nur Comics lesen will, dann ist das total in Ordnung. Es geht vor allem darum, was die Kinder interessiert – und nicht, was Eltern gerne hätten, dass ihre Kinder lesen. Eltern sollten aber Vorbild sein – indem sie selbst lesen.

Welches sind gute Bücher für den Leseeinstieg?

Es gibt verschiedene Herangehensweisen. Etwa die Silbenmethode, bei welchen Silbe für Silbe gelesen wird. Dann die Bücher, bei dem ein Stück das Kind und ein Stück der Erwachsene liest. Und gefragt sind auch die Comicbücher wie zum Beispiel „Gregs Tagebuch“ mit vielen Bildern und überschaubarer Textmenge.

Elektronische Medien sind eine große Konkurrenz, bergen sie auch Chancen?

Natürlich. Es gibt viele Möglichkeiten, sie mit dem Lesen zu verknüpfen. Es gibt zum Beispiel Apps und Programme, um Bücher interaktiv zu erleben. Oder Programme zur Leseförderung wie „Antolin“, das von Schulen genutzt wird, wo man Fragen beantworten und Punkte sammeln kann. Für kleine Kinder halte ich persönlich Bücher aber nach wie vor am besten.

Warum ist Lesen eigentlich so wichtig?

Lesen ist die Basis für schulischen und auch beruflichen Erfolg. Weil man dabei lernt, sich mit Sprache und Texten auseinanderzusetzen. Und natürlich ist es eine Gelegenheit mal raus zu kommen aus dem Alltag. Und es gibt auch die soziale Komponente: Man kann sich mit anderen über das Gelesene auszutauschen.

Werden die Bücher irgendwann verschwinden?

Nein. Viele haben einfach das Buch nach wie vor gerne in der Hand beim Lesen.

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