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„Ich finde, man sollte immer Dinge aus Leidenschaft machen“, sagt Eva Hofmann. 

Eva Hofmanns Liebe zur Literatur

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Das Gesicht von Eva Hofmann kann man leicht zum Leuchten bringen. Da braucht man nur den Namen des amerikanischen Autors F. Scott Fitzgerald fallen zu lassen. Oder sie fragen, um welche Literaten und Biographien es beim kommenden „Festival für Kammermusik, Literatur und Weltmusik“ gehen wird. Da dauert es nicht lang und sie erzählt einem strahlend von der Geschichte der romantischen Dichter Elizabeth Barrett und Robert Browning, die, was in Künstlerkreisen ja wirklich keine Selbstverständlichkeit ist, auch noch gut ausgeht.

Oberhaching – Eva Hofmann ist Leiterin des Kulturamts Oberhaching, seit knapp 20 Jahren. Sie ist Germanistin, Anglistin, Amerikanistin und in ihrer Freizeit versucht sie nicht etwa, den Job zu vergessen. Sondern da schreibt sie Programme für die Festivals, die beim Forstner vom Kulturamt auf die Bühne gebracht werden. Wenn man den Job und diese Freizeitbeschäftigung zusammenrechnet, dann bleibt nicht viel Zeit übrig. Macht nichts, sagt Eva Hofmann. Denn es gäbe ja auch noch den Urlaub. „Da lese ich dann, was mir gefällt.“

Die Wissenschaftlerin ist ein bescheidener Mensch, bei Veranstaltungen steht sie manchmal selbst am Saaleingang, kontrolliert die Karten. Und begrüßt die Leute, die sie kennt – das sind viele. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie für Bernd Lhotzky, den in Oberhaching aufgewachsenen Jazzpianisten, Gedichte rausgesucht, die vom Winter handeln, er wollte sie vertonen. Als er jetzt wieder ein Konzert gab im Forstner, erzählte Lhotzky das. Er nannte sie namentlich. Er sagte, er habe von den Gedichten so viel gelernt. Dann war Pause, und Eva Hofmann stand neben dem Tisch, an dem die Musiker ihre CDs signierten, und strahlte. Sie sagte, ihr habe das Ganze großen Spaß gemacht. Auch sie habe viel gelernt.

Picasso und seine Frauen auch Thema

Wer jemals das etwas umständlich benannte „Festival für Kammermusik, Literatur und Weltmusik“ besucht hat, dem dürfte aufgefallen sein, wie sorgsam und klug die Textbeiträge zusammengestellt worden sind. Das Festival hat immer ein Thema, heuer sind es die Romantiker, es ging aber auch schon um die Familie Mann, um Picasso und seine Frauen, die Mendelssohn-Geschwister, um Oscar Wilde. Eva Hofmann sagt, in jedes der von ihr verfassten Programme „wandern ganze Regalböden an Texten rein“. Sie lese „Tausende von Seiten, das ist klar“. Oft hat sie das Grobkonzept von Anfang an im Kopf, aber dann muss sie die Passagen raussuchen. Manchmal macht sie „Zufallsfunde“. Ein Jahr im Voraus hat sie ihr Manuskript fertig; dann sucht Isabel Lhotzky, Bernd Lhotzkys Frau, die auch Pianistin ist und den musikalischen Part verantwortet, die Musik aus. Es müssen Schauspieler gefunden werden, die Hofmanns Texte lesen – das Ganze ist am Ende ein Gesamtkunstwerk.

Fitzgerald führte sie zusammen

Eva Hofmann hat in Regensburg studiert, und schon damals war Autor Fitzgerald ein treuer Begleiter in ihrem Leben. Denn nach einer Vorlesung über ihn ist sie angesprochen worden von ihrem heutigen Mann. Auch er ein Fitzgerald-Fan. Sie sagt: „Wir teilen diese Leidenschaft.“ Sie hat promoviert über Fitzgerald, sie hatte eine Dozentenstelle, sie hätte gern habilitiert. Aber es war klar, dass sie keine Professur bekommen würde. Damals wurde der Mittelbau an den Unis weggespart.

Nachfolgerin Rumschöttels

Also zog sie zu ihrem Mann nach München. Bewarb sich in Oberhaching. Dort war Johanna Rumschöttel Kulturamtsleiterin, und das Kulturamt hatte auch noch nicht wie heute die zwei Säle, die längst mit 80 eigenen Veranstaltungen im Jahr bespielt werden. Geld war kaum verfügbar. Als Rumschöttel im Jahr 2000 Bürgermeisterin in Neubiberg wurde und Eva Hofmann in ihren Job nachrückte, dachte sie: „Ich muss jetzt was riskieren.“ Sie engagierte Gerhard Polt, der füllte die Kyberghalle. „Jetzt hatte ich Geld“. So managt sie ihr Amt bis heute, in Oberhaching werden die Honorare für die Künstler über die Eintrittskarten erwirtschaftet, meistens. „Das ist ziemlich einzigartig.“

Festival unter Stichwort Romantik

Aufs kommende Literatur- und Musikfestival, das diesmal über die Romantik geht, kann man sich freuen. Denn die literarische Epoche hat wenig zu tun mit dem, was wir uns gemeinhin unter Romantik vorstellen. Revolutionäre Umwälzungen sind damals gedacht, aber auch schon gelebt worden, „das war, was das Zwischenmenschliche angeht, locker auf dem Niveau der 68er“. Vordenker Friedrich Schlegel versuchte mit Dorothea Veit, die für ihn ihren Mann verlassen hatte, eine Beziehung auf Augenhöhe, erst ohne Trauschein. Später heirateten die beiden. Derweil schmachtete der junge Robert Browning die Dichterin Elizabeth Barrett schriftlich an, wurde vertröstet und vertröstet und am Ende doch erhört. Sie war behindert gewesen, an seiner Seite wurde sie fast gesund. Was für eine schöne Geschichte. Eva Hofmann strahlt.

Das Festival

Das „Festival für Kammermusik, Literatur und Weltmusik“ beginnt am 24. Januar, 20 Uhr. Thema des Abends, den Eva Hofmann mit Isabel Lhotzky zum sechsten Mal im jetzigen Format gestaltet, ist die Romantik, die Besucher schließen Bekanntschaft mit Friedrich Schlegel und Dorothea Veit, mit Elizabeth Barrett und Robert Browning, aber auch Lord Byron und John Keats kommen vor, Frédéric Chopin und die muntere George Sand. Gelesen werden die Texte von den Schauspielern Julia Stemberger und Stefan Wilkening. Dass auch „die menschliche Seite der Künstler, ihre persönlichen Schicksale nicht in Vergessenheit geraten“, ist eins der Anliegen von Hofmann und Lhotzky. Das Programm geht am Samstag, 25. Januar, weiter mit einem Nachmittag für Kinder rund um die Biene Maja mit Texten (gelesen von Stefan Wilkening und Stefan Blum) und Musik, sowie einem Konzert der A-Capella-Formation SingerPur am Sonntag.

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