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Zahlreiche Trauergäste erweisen Magnus Schelle die letzte Ehre auf dem Weg zur Beisetzung.

Trauer um Magnus Schelle

Abschied von einem Oberhachinger Urgestein

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
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Magnus Schelle, der Vater von Bürgermeister Stefan Schelle, war tief verwurzelt in seiner Heimatgemeinde Oberhaching und Zeit seines Lebens politisch und sozial engagiert. Nun ist er mit 85 Jahren, wenige Tage vor seinem 86. Geburtstag, friedlich eingeschlafen.

Oberhaching – Zahlreiche Trauergäste fanden sich am Mittwoch im Schulhof der Grundschule Oberhaching, direkt neben der Kirche St. Stephan, ein, um sich von dem Oberhachinger Urgestein zu verabschieden. Magnus Schelle hinterlässt nicht nur in seiner Familie eine schmerzliche Lücke.

Aktiv in vielen Vereinen

Geboren wurde er 1934 als jüngster Sohn von sechs Kindern im Anwesen Deisenhofen Hausnummer 13 1/3, dem sogenannten „alten Schellehof“ und erlebte in der Kindheit die Kriegsjahre, in denen ein Bruder in Russland das Leben verlor. Nach seiner Ausbildung leitete er zunächst das Raiffeisenlagerhaus in Oberhaching und arbeitete für die Besamungsstation und im Vertrieb für eine Landmaschinenfirma. Schon zu dieser Zeit war er aktiv in Vereinen, Gründungsmitglied der Kolpingfamilie, im Kirchenchor und in der Sängerzunft, wo er später Vorsitzender wurde und über 37 Jahre die Geschicke des Männerchors leitete.

Er war Faschingsprinz und Maikönig

„Du hast immer den richtigen Ton getroffen, im Leben und in der Sängerzunft“, sagte seine Neffe und Namensvetter Magnus Schelle, der mittlerweile Vorsitzender der Sänger ist. Geselligkeit und Gemeinschaft waren ihm stets wichtig, und so ist es kein Wunder, dass er Faschingsprinz und Maikönig war.

Im Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister

Magnus Schelle starb im Alter von 85 Jahren.

Doch auch politisch engagierte er sich intensiv und war von 1981 bis 1998 mit kurzer Unterbrechung Ortsvorsitzender der CSU. Parallel war er über 30 Jahre im Gemeinderat von 1972 bis 2002, dabei von 1990 bis 1996 Dritter Bürgermeister und von 1996 bis 2002 Zweiter Bürgermeister. „Er hat zahlreiche Ehrenämter nicht nur bekleidet, sondern ausgefüllt und die Gemeinde maßgeblich mitgestaltet“, sagte Ludwig Pichler, Zweiter Bürgermeister Oberhachings in seiner Trauerrede.

Acht Kinder und 15 Enkelkinder waren sein ganzer Stolz

Im August 1963 heiratete er seine Frau Sophie in der Kirche St. Stephan und lebte mit ihr nach einer kurzen Zeit in Altkirchen ab Mitte der 60er Jahre wieder in Oberhaching. Anfang der 70er Jahre konnte er dann ein eigenes Haus in der Linienstraße bauen, wo auch seine acht Kinder groß wurden. Diese waren, sowie später 15 Enkelkinder, sein ganzer Stolz. Auch der Zusammenhalt mit seinen Vettern und Basen im ganzen Oberland war ihm wichtig.

Über 40 Jahre kümmerte er sich beruflich bei der Hacker-Pschorr-Brauerei um die Betreuung von Gaststätten und Wirtschaften, wo ihn bis heute unzählige Freundschaften mit den Wirten und Kollegen verbunden haben. Außerdem betreute er bis zu seiner Pensionierung die Brauereibox auf dem Oktoberfest.

Bis zuletzt hat er sich seinen Humor bewahrt

Voller Optimismus, mit viel Humor und Lebensfreude und einem feinen Gespür gelang es ihm, Menschen zu verbinden und bei Festivitäten für beste Stimmung zu sorgen. Der plötzliche Tod seiner geliebten Frau kurz vor Weihnachten 2016 traf ihn bis ins Mark, doch er fand bei seinen Kindern und Enkeln den nötigen Halt, fuhr mit seinem Elektromobil durch „seine“ Gemeinde und konnte trotz gesundheitlicher Einschränkungen das Leben wieder genießen. Nach einem Schlaganfall im November und weiteren gesundheitlichen Rückschlägen erholte er sich nicht mehr, doch bis zuletzt hat er sich seinen Humor bewahrt. 

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