Mega-Stau auf der A8 - Chaos nach Massenkarambolage

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Vorher - nachher: Das Naturbad Furth als Privatbad bevor es die Gemeinde kaufte. Rechts das Bad, wie man es heute kennt.

10 Jahre Naturbad Furth

Geburtstag im grünen Badezimmer Oberhachings 

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Schon 1928 sprangen die ersten Münchner vom Zug ab, um im Further Bad schwimmen zu gehen. Seitdem hat sich auf dem Gelände einiges getan. Und Erwin Sedlmeier war immer mit dabei.

Oberhaching – Die Stunden am Vormittag unter der Woche, die mag Erwin Sedlmeier im Naturbad Furth besonders. Wenn es noch ruhig ist. Nur ein paar Vereinsmitglieder ihre ersten Bahnen im Wasser ziehen. Auch Sedlmeier ist eine echte „Wasserratz“. Aber heute Vormittag muss der 79-Jährige erst mal arbeiten. Der Klee blüht, der Rasen muss dringend gemäht werden. Und schließlich muss kommenden Samstag picobello sein. Da feiert das Bad Jubiläum: Vor zehn Jahren war es nach großem Umbau wiedereröffnet worden.

Ohne Ehrenamtliche geht es nicht

Seitdem sitzt auch Erwin Sedlmeier regelmäßig auf dem Rasenmäher. Außer ihm gibt es nicht viele, die sich an den großen Aufsitzmäher rantrauen. „Naturbad Furth aktiv“ steht vorne auf seinem blauen T-Shirt, das signalisiert: Hier ist ein Ehrenamtlicher im Einsatz. Ehrenamt wird im Further Bad großgeschrieben. Ohne Menschen wie Erwin Sedlmeier würde das Konzept nicht aufgehen. Das Bad gehört der Gemeinde, betrieben wird es vom Verein Freunde Further Bad. Die Vorsitzende  und drei weitere Vorstände engagieren sich ehrenamtlich, genauso wie weitere rund 100 Leute, die morgens und abends das Bad auf- und zuschließen, bei IT-Problemen zur Stelle sind, bei der Organisation von Festen mithelfen oder sich im Arbeitskreis Grünpflege um Rasen, Blumen und Sträucher kümmern. So wie Erwin Sedlmeier. Ehrensache für ihn. Schließlich war er als Bub schon im Further Bad.

Erwin Sedlmeier war schon als Bub im Bad und hilft noch heute als Ehrenamtlicher mit.

Seit 1928 lockt es Menschen aus der Umgebung und sogar aus München hierher. „Früher kamen die Leute mit dem Zug rausgefahren“, erzählt Sedlmeier. „Da ist die Dampflok bei Furth in den ersten Jahren extra langsam gefahren, damit die Leute aussteigen konnten, weil eine Haltestelle gab es damals noch nicht.“ Erst 1934 richtete die Bahn eine Haltestelle ein. Sedlmeier selbst radelte als Zwölfjähriger mit seinen Freunden aus Harlaching her. „Da gab es eine 25-Kilo-Hantelstange im Bad, an der wir uns gerne ausprobiert haben.“ Danach tobten die Buben im Wasser und flirteten ein bisschen mit den Mädchen – perfekte Sommertage.

Badgründer Wiggerl Schuster ließ sich auch immer wieder etwas Neues einfallen. Mal stellte er eine Rutsche auf, dann eine Wippe oder ein abenteuerliches Karussell. Das Wirtshaus Bad Furth – heute das italienische Restaurant „Da Gerardo“ – versorgte die Badegäste mit Essen und Getränken. „Bassinausmaße 1000 qm. Angenehmes weiches Wasser. Eisenhaltig. Günstige Wärmegrade. Besondere Stunden für Frauen reserviert. Sprungeinrichtungen. Volkstümliche Badepreise“ – so liest sich die Werbung für das Bad in einer Zeitungsannonce von damals. „Früher gab es noch nicht so viele Bäder, deshalb kamen auch so viele Leute aus München“, sagt Sedlmeier. Das änderte sich und in den 70er-Jahren rentierte sich der öffentliche Betrieb des Further Bads nicht mehr. Es wurde geschlossen.

Ein Privatbad für einen kleinen Kreis

Wiggerl Schusters Frau führte es schließlich als Privatbad weiter. Nur noch Mitglieder durften es nutzen. Und alle halfen bei der Pflege mit. Am Beckenrand entstanden kleine Häuschen, in welchen die Mitglieder ihre Badeutensilien und -möbel aufbewahren konnten. Teilweise standen sogar Betten und Kühlschränke darin. „Die Leute haben da sogar übernachtet“, weiß Sedlmeier.

Eine alte Werbetafel fürs Further Bad.

1963 war er nach Oberhaching gezogen, zu seiner Frau, die er – wie könnte es anders sein – beim Baden kennengelernt hatte. Ihre beiden Kinder lernten im Further Bad schwimmen. Nach der Arbeit fuhr Sedlmeier bei schönem Wetter immer direkt ins Bad zur Familie.

Auch im Privatbad waren er und seine Frau noch einige Jahre Mitglied, bevor es 2005 die Gemeinde kaufte. Das Bad war in die Jahre gekommen, hatte seinen alten Glanz verloren. „Trotzdem waren wir traurig damals, vor allem, weil es dann erst mal zu war“, sagt Sedlmeier. Vier Jahre lang wurde gebaggert und gewerkelt, kaum ein Stein blieb auf dem anderen. Das Grundstück wurde erweitert, die Liegewiese größer. Es entstanden Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, der idyllische Bachlauf, den vor allem die ganz Kleinen lieben, der Kiosk, Sanitäranlagen.

Im Mai 2009 wurde Wiederöffnung gefeiert. „Schön ist es geworden“, findet Erwin Sedlmeier, der seitdem mit seiner Frau wieder Stammgast ist – wie viele andere: 3800 Mitglieder hat der Verein Freunde Further Bad. Und vielleicht – so hofft Erwin Sedlmeier – finden sich auch noch ein paar mehr, die sich auf den Aufsitzmäher trauen.

Großes Jubiläumsfest

 Am kommenden Samstag, 27. Juli, lädt der Verein ab 10 Uhr zum Jubiläumsfest ins Bad ein. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Es gibt Essen vom Grill und vom Kiosk sowie Bier von der Brauereigenossenschaft Oberhaching. Man kann Boule spielen und es findet ein Beachvolleyballturnier statt (Anmeldung unter info@furtherbad.de). Für Kinder gibt es einen Standup-Paddling-Wettbewerb, Kinderschminken und einen Kochkurs. Ab 20 Uhr spielt die Live-Band „White“ im Festzelt. Zu später Stunde wartet noch eine Überraschung auf die Gäste.

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