Radfahrer in der Natur
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Wer zu kräftig in die Pedale tritt und sich nicht an Verkehrsregeln hält, soll sich verantworten müssen. Deshalb will sich die Gemeinde Oberhaching für die Kennzeichnungspflicht von Radfahrern einsetzen (Symbolfoto).

Verkehrsausschuss setzt sich für Kennzeichnungspflicht ein

Oberhaching nimmt Radel-Rüpel ins Visier

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
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Sport- und Freizeitradler, die viel zu schnell unterwegs sind und sich nicht an die Verkehrsregeln halten will die Gemeinde Oberhaching künftig zur Rechenschaft ziehen. Im Umwelt- und Verkehrsausschuss stimmte jetzt eine Mehrheit dafür, sich für eine Kennzeichnungspflicht für Radfahrer einzusetzen. Die SPD-Fraktion scheiterte dagegen mit ihrem Antrag, die Linienstraße schnell in eine Fahrradstraße umzuwidmen.

Oberhaching - Vor allem rund um den S-Bahnhof Deisenhofen, an der Linienstraße in Höhe des Pennymarktes und an den S-Bahnunterführungen im Ort kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen, wenn Sport- und Freizeitradler, ohne das Tempo zu verringern, an Fußgängern vorbeirasen und sich diese erschrecken. Es kommt auch vor, dass Radl-Rüpel Autofahrer kurzerhand blockieren und durch Überholmanöver in eine gefährliche Lage bringen.

Vergehen kann man dann nachverfolgen

„Einerseits ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass immer mehr Menschen das Rad nutzen, aber gleichzeitig ist es wichtig, den rücksichtslosen Sportradlern zu vermitteln, dass für sie die Straßenverkehrsordnung genauso gilt wie für jeden anderen Verkehrsteilnehmer“, meinte Bürgermeister Stefan Schelle (CSU). Er schlug vor, sich für eine Kennzeichnungspflicht für Räder einzusetzen. Er hofft, dass sich Radfahrer so bewusster darüber werden, dass sie Verkehrsregeln einzuhalten haben. Zudem könnte entsprechende Vergehen auch nachverfolgt werden, wenn sie dagegen handeln. „Es ist ein dickes Brett, das da gebohrt werden muss, und ein politischer Akt, mit dem sich andere Gremien wie der Gemeindetag auseinandersetzen müssen.“

Margit Markl (SPD) stimmte zu, betonte gleichzeitig, dass auch die Verkehrssicherheit ein wichtiger Faktor ist. „Nur aus Gründen des Gewichts des Fahrrads auf Klingel und Licht zu verzichten, ist problematisch“, sagte er. Dem hielt Valentina Eckel (Grüne) entgegen, dass „man froh um jeden Radler sein“ und die Straßenverkehrsordnung mehr auf die Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgängern abstimmen sollte. Letztlich wurde mit sechs zu drei Stimmen befürwortet, eine Kennzeichnungspflicht zu unterstützen.

Verkehrsplanungsbüro soll Situation untersuchen

Höhere Sicherheit für Radfahrer will die SPD in der Linienstraße erreichen – indem die Straße zur Fahrradstraße umgewidmet wird. Wie Schelle betonte, stehe die Verwaltung der Idee grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Man sehe jedoch die Notwendigkeit, die Fachkenntnis eines Verkehrsplanungsbüros zu nutzen, um alle Folgen in Betracht ziehen zu können. So wüssten zahlreiche Menschen gar nicht, welche Regeln auf einer Fahrradstraße gelten, sodass in jedem Fall eine ausführliche Öffentlichkeitsarbeit nötig wäre.

Da die einschlägigen Bestimmungen laut Schelle kaum bekannt sind, kann es zu Missverständnissen kommen, das Ganze berge auch Konfliktpotenzial. Nämlich dann, wenn Radler meinten, dass die Straße nun ihnen vorbehalten sei, was wiederum bei den Anwohnern wohl auf wenig Akzeptanz stoßen würde. Zudem müsste eine Fahrradstraße an jeder Einmündung beschildert werden.

Auch seien Umbauten erforderlich. So müsste man zum Beispiel in Betracht ziehen, die Anordnung von Parkplätzen zu ändern, ebenso wie die Möglichkeit die Rechts-Vor-Links-Regelung abzuschaffen. Letztlich wurde der SPD-Antrag auf baldige Umwidmung mit einer Gegenstimme abgelehnt. Stattdessen wird nun ein Verkehrsplanungsbüro die Situation untersuchen.

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