Dieses Bollwerk aus Baumstämmen verhindert jegliches Durchkommen. Hier hat der Grundstückeigentümer ganze Arbeit geleistet.
+
Dieses Bollwerk aus Baumstämmen verhindert jegliches Durchkommen. Hier hat der Grundstückeigentümer ganze Arbeit geleistet.

Fußgänger unerwünscht

Zoff eskaliert: Anwohner versperrt öffentlichen Durchgang mit Baumstamm-Bollwerk - und droht mit Videoüberwachung

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
    schließen

Wer als Fußgänger gern diesen Fußweg in Oberhaching nimmt, wird sich ärgern. Denn der Eigentümer hat ihn jetzt verbarrikadiert mit unüberwindlichen Baumstämmen. 

  • In Oberhaching hat ein Grundstückseigentümer einen Durchgang mit einem Bollwerk aus Baumstämmen versperrt.
  • Es ist die Eskalation eines lange schwelenden Streits mit der Gemeinde.
  • Der Eigentümer droht auf einem Schild auch mit Videoüberwachung.

Oberhaching – Einen Höhepunkt erreicht derzeit der Ärger um einen Fußweg, der die Pestalozzistraße an der Ecke zur Karlstraße mit der Tisinstraße verbindet. Massive Baumstämme, ordentlich auf eine Höhe von rund zwei Metern gestapelt, versperren den autofreien Durchgang. Schon seit vielen Jahren sorgt der geteerte Weg, der für Fußgänger eine optimale Abkürzung zwischen Ortsmitte und Bücherei, Schulen und Rathaus darstellt, für Unmut, denn der Eigentümer des Grundstücks, über das der Weg führt, versperrt diesen immer wieder. Das letzte Mal geschah das im April dieses Jahres, als ein Bretterzaun aufgebaut war und erst nach einigen Wochen wieder abgebaut wurde.

Durchgang verbarrikadiert: Gemeinde Oberhaching hat eigentlich Wegerecht

Wie die Oberhachinger Verwaltung mitteilt, hat die Gemeinde eigentlich ein Wegerecht. Bisher hat man im Rahmen von zahlreichen Gesprächen immer wieder versucht, sich gütlich mit dem Eigentümer zu einigen. „Ich hoffe, dass man sich verständigen kann und nicht eine gerichtliche Klärung auf den Weg bringen muss“, bedauert Bürgermeister Stefan Schelle die Situation. „Oberhaching zeichnet sich dafür aus, dass Fußgänger an vielen Stellen im Ort Abkürzungen nehmen können, es ist schade, dass das hier nicht möglich sein soll.“

Durchgang mit Baumstämmen blockiert: Anwohner kündigt Videoüberwachung an

Auch Jörg Koppen vom Arbeitskreis Verkehr und Ortsentwicklung Agenda 21 schüttelt den Kopf. „Es ist den Bürgern zu wünschen, dass sich eine einvernehmliche Lösung zwischen Gemeinde und Eigentümer ergibt.“ Auf einem Schild direkt neben den Baumstämmen erklärt der Eigentümer, dass „der Weg aufgrund von zerstörerischen Handlungen während der eingeschränkten Durchgangsmöglichkeiten anlässlich der Corona-Pandemie sporadisch video- und Audio-überwacht wird“. Im Augenblick sind keine Kameras zu sehen, und es ist nicht klar, ob dem Eigentümer rechtlich eine solche Überwachung erlaubt ist. Zudem steht dort, dass „Beschädigungen, Ablagerungen von Müll oder Abspielen von Musikgeräten zur Anzeige gebracht werden“.

Weiteres Ärgernis ist, dass seit Frühling die Beleuchtung am Weg defekt ist und trotz der Hinweise der Agenda 21 bis heute von der Gemeinde nicht repariert wurde.

Im Landkreis Dachau hat das illegale Bauwerk eines Anwohners ebenfalls für Empörung gesorgt. Die Nachbarn sprechen angesichts der riesigen Mauer, die der Grundstückseigentümer gezogen hat, von Fort Knox.

Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Landkreis-München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus dem gesamten Landkreis – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare