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Von außen sieht die Sportschule Oberhaching noch aus wie neu. Doch der Schein trügt.

Die Sportschule Oberhaching wird saniert

30 Millionen für den bayerischen Sport

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25 Jahre ist die Sportschule Oberhaching nun alt. Es besteht Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Geschäftsführer Harald Stempfer beziffert die Kosten dafür auf insgesamt 30 Millionen Euro. Nun beschäftigt sich der Innenausschuss des Landtags mit dem Herzstück des bayerischen Sports.

Oberhaching – Auf den ersten Blick wirkt die Sportschule Oberhaching wie nagelneu. Das lichtdurchflutete Gebäude mutet modern an, die 25 000 Quadratmeter großen Außenflächen sind sehr gepflegt. Doch der Schein trügt. Die Sportschule ist in die Jahre gekommen. Allein im vergangenen Jahr gab es fünf Wasserschäden, die großen Flachdächer lassen grüßen. Die Leichtathletik-Laufbahn kann wegen unerklärlicher Bodenabsenkungen gar nicht mehr benutzt werden. Der Boden einer der Sporthallen wirft Wellen, wodurch große Verletzungsgefahr für die Sportler besteht. Allein die Sanierung der Leichtathletik-Anlage kostet 1,5 Millionen Euro, ein neuer Hallenboden laut Harald Stempfer, seit vergangenem Sommer neuer Geschäftsführer der Sportschule, 800 000 Euro. Insgesamt ist ein Sanierungsbedarf von zehn Millionen Euro errechnet worden. Sechs Millionen für die Innenanlagen, vier Millionen für die Außenanlagen. Es werde höchste Zeit für die erste große Sanierung nach 25 Jahren, betont Stempfer: „Die Reparaturkosten fressen uns auf.“

Der Innenausschus des Landtags hat sich von Stempfer, der gleichzeitig Vizepräsident des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) ist, durch die Sportschule führen lassen und hat sich ein erstes Bild gemacht. Nun geht es darum, wer für die Kosten aufkommen soll. Die Sportschule gehört je zur Hälfte dem Bayerischen Fußballverband (BFV) und dem BLSV. Beide Verbände hätten bereits signalisiert, dass sie für die Sanierung keine Mittel hätten, sagt Stempfer. Beide Verbände können aber Zuschüsse beantragen. Auch der Bund könnte ins Boot geholt werden, denn der ist für den Spitzensport zuständig. Dabei werden die zehn Millionen Euro nur für die Sanierung der bereits bestehenden Einrichtungen benötigt. Darüber hinaus fordert Stempfer weitere 20 Millionen für Modernisierungsmaßnahmen und Neubauten, die den gesamten Sport in Bayern voranbringen sollen: „Wir sind längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit und müssen uns fragen, wo die Reise hingeht im Sport in Bayern.“

In den letzten 25 Jahren hat sich Sportschule zum Herzstück des bayerischen Sports entwickelt: 3,9 Millionen Sportler haben hier Ausbildungs- und Trainerlehrgänge besucht. Das Gebäude verfügt über rund 260 Betten und hat eine jährliche Auslastung von rund 70 Prozent.

Das Projekt „Go4Gold“

Harald Stempfer hat viel vor, um den Leistungssport in Bayern zu stärken.

60 Prozent der deutschen Sportler, die bei den am Freitag beginnenden Olympischen Winterspielen starten, stammen aus Bayern. Damit der bayerische Sport auch in Zukunft auf Erfolgskurs bleibt, fordert Harald Stempfer in seiner Eigenschaft als Vizepräsident (Bereich Leistungssport) im Bayerischen Landessportverband (BLSV) und Geschäftsführer der Sportschule Oberhaching, neue Wege zu bestreiten. Vor allem im Nachwuchsbereich sei der bayerische Sport nicht optimal aufgestellt. Die medizinische Betreuung der Sportler sei verbesserungswürdig, die Trainer seien nicht immer auf Höhe der Zeit und die verschiedenen Sportarten zu wenig miteinander verzahnt. „Spitzensport beginnt nicht erst, wenn man mit 20 in der Nationalmannschaft ist. Spitzensport beginnt zehn Jahre vorher“, sagt Stempfer. Mit dem Projekt „Go4Gold“ will der 65-Jährige neue Wege gehen. Im Mittelpunkt soll dabei die Sportschule Oberhaching stehen. Hier sollen unter anderem neue Räume für moderne Leistungsdiagnostik und Sportmedizin entsehen. Bislang müssen die bayerischen Spitzensportler für die Leistungsdiagnostik eine vier Stunden lange Autofahrt nach Leipzig in Kauf nehmen. „Wollen wir das?“, fragt Stempfer. Insgesamt würden die Erweiterungs. und Modernisierungskosten der Sportschule rund 20 Millionen Euro kosten. Stempfer: „Wir sind stolz, wenn wir Medaillen gewinnen. Aber Olympiasieger fallen nicht vom Himmel.“

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