Streit mit Messerattacke im Asylheim landet vor Gericht

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Bei der Essensausgabe in der Oberhachinger Asylbewerberunterkunft ist im Juli vorigen Jahres ein Somalier (20) mit einem Nigerianer (23) aneinander geraten, wobei der 20-Jährige seinem Opfer mit einem Besteckmesser in Richtung Hals gestochen haben soll. Der Angegriffene erlitt Schnittwunden. Seit Dienstag muss sich der Somalier wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht München I verantworten. Er bestreitet eine Messerattacke.

Oberhaching –Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte dem anderen Mann während eines Streits sein Tafelmesser vorgehalten und gedroht haben, ihm dieses in den Magen zu stechen. Der Bedrohte habe dies nicht ernst genommen und gesagt, dass der Somalier wohl verrückt sei. Dieser soll daraufhin auf die Semmel des Nigerianers gespuckt haben, der diese dann nach seinem Widersacher geworfen habe. Anschließend kam es laut Anklage zu der Messerattacke, die der Angegriffene aber mit den Hände abwehren konnte. Drei Zeugen gingen schließlich dazwischen.

Der Angeklagte selbst schilderte den Vorfall anders. Bis Mittag arbeitete er in einer Firma in Oberhaching, wo er gerne übernommen werden wollte. Gegen halb eins war er wieder zurück in seiner Unterkunft und ging zum Essen. Er habe sich Brot, Butter und Marmelade geholt und sich an einen Tisch gesetzt, berichtete er. Da sei der Nigerianer aufgebracht angekommen und habe „ziemlich hässliche Sachen“ zu den Frauen an der Essensausgabe gesagt: „Ihr seid wirklich schlechte Frauen, und euer Essen stinkt.“ „Ich war erschrocken“, sagte der Somalier. „So was macht man nicht.“ Deshalb habe er den Mann gemaßregelt und um „etwas mehr Respekt“ gebeten. „Ich wollte etwas Gutes tun“. Doch stattdessen sei der 23-Jährige aggressiv geworden, habe gefragt, was ihn das angehe, und gesagt: „I will kill you.“ Der Angeklagte habe angeblich gedacht, dass der andere scherze und habe gesagt: „Wenn du kommst, werde ich dir das Messer reinstechen.“ Daraufhin sei der 23-Jährige auf ihn losgegangen und habe das Essen auf seinen Schoß gekippt. Nach dem Eingreifen durch Zeugen sei er erneut auf ihn los, es sei zur Schlägerei gekommen.

Dabei sei aber keine Waffe zum Einsatz gekommen. „Das Problem war: Ich hatte lange Fingernägel und habe ihn am Hals gekratzt.“ Der Prozess dauert an. 

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