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Ein Nadelöhr , das erweitert wird: Die Sauerlacher Straße. 

Prognose zum Schulzentrum

Verkehrsstudie: Oberhaching ist selber schuld

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Mehr Autos, mehr Parkplätze, mehr Busse: Laut einer Analyse rollt auf Oberhaching eine Blechlawine zu. Doch der größte Teil des Problems ist hausgemacht.

Oberhaching – Die Verkehrssituation in Oberhaching wird sich in den kommenden Jahren verschärfen. Sorge bereitet vor allem der geplante Schulcampus, der eine Realschule und eine FOS direkt gegenüber des S-Bahnhofs Deisenhofen vorsieht. Dies zieht zusätzlichen Verkehr nach sich. Zwar wird ein großer Teil der Schüler mit dem MVV kommen, doch ein Teil der FOS-Schüler fährt selbst; zudem entsteht Bring- und Abholverkehr.

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Warten auf die Planungen zum Schulzentrum

Daherhat die Gemeinde aktuell eine Verkehrsanalyse erstellen lassen, die jetzt im Gemeinderat vorgestellt wurde. Darin zeigt sich, dass ca. 120 weitere Parkplätze für Lehrer und Schüler nötig werden. Diese sollen voraussichtlich in einer Schul-Tiefgarage entstehen. Wie Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) betonte, wird der Bau der Tiefgarage wie auch die Situierung der Eingänge zu den Schulen eine zentrale Rolle spielen. Daher warte das Rathaus auf die Schulplanungen. „Viele Fragestellungen lassen sich erst dann lösen“, so Schelle.

80 Prozent des Verkehrs im Ort sind hausgemacht

Sobald es konkrete Zahlen gibt, woher beispielsweise die Schüler kommen und damit welche Routen sie wählen, kann man Pläne entwickeln wie Oberhaching verkehrlich möglichst wenig belastet wird. Zudem zeigte sich in der Analyse, dass rund 80 Prozent des derzeitigen Verkehrs im Ort hausgemacht sind. „Das ist einerseits erschütternd, aber auch ermutigend, wenn man Alternativen aufbaut“, sagte der Rathauschef.

Margit Markl (SPD) stimmte dem zu, warnte jedoch vor zu regem Busverkehr in der Bahnhofstraße, die dafür nicht ausgelegt sei. Ein weiterer wichtiger Faktor in der Verkehrsanalyse ist der so genannte „Flaschenhals“ an der Sauerlacher Straße bei der Einmündung der Tölzer Straße, der erweitert wird. Befürchtet wird, dass die Sanierung zu einem stärkeren Verkehrsaufkommen führt, da Autofahrer aus dem Oberland auf ihrem Weg zum S-Bahnhof Deisenhofen verstärkt die Strecke nutzen.

Ausbau der Sauerlacher Straße wirkt sich kaum aus

Die Analyse besagt hingegen, dass die Erweiterung der Sauerlacher Straße in Bezug auf durchfahrende Autos wenig Auswirkungen haben werde, vor allem, weil die schnellste Route Richtung Grünwald weiterhin über Straßlach führt und die Strecke über die Sauerlacher Straße mit 18 Minuten deutlich länger dauert.

Eher zum Tragen kommt die neue Tarifstruktur des MVV, wodurch die Haltestellen Deisenhofen und Furth im Innenbereich liegen. Eine erhebliche Kostenersparnis für die Nutzer der S-Bahn, die dann wohl die Haltestellen Deisenhofen und Furth verstärkt anfahren werden. Positiv gegen diese Entwicklung wirkt aber die aktuelle Entscheidung des Landkreises, bei Nutzung einer Jahreskarte des ÖPNV allen Bürger im Landkreis den Unterschied zur M-Zone zu erstatten. Damit wäre es beispielsweise für Sauerlacher kostenmäßig egal, ob sie zu Hause zusteigen oder erst mit dem Auto nach Deisenhofen fahren.

Mehr Busfahrer, mehr Radfahrer machen „angst und bange“

Zu einem engeren Takt der Buslinien 222 und 224 kommen in voraussichtlich drei Jahren zwei neue Ringbuslinien, die von Deisenhofen nach Heimstetten beziehungsweise Wolfratshausen fahren. Markl werde „angst und bange, wenn in Zukunft auf der Sauerlacher Straße mehr Busse und Radfahrer gleichzeitig unterwegs sind“. Schelle sieht in der Verkehrsanalyse eine Basis zum Handeln, manche Planungen und Entwicklungen gelte es aber abzuwarten.

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