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Endlich komplett: Familie Gohlke aus Oberhaching mit (v. l.) Klaus, Fini, Labradorwelpe Toni und Petra.

Interesse an Haustieren steigt

Warum Corona zwei Familien dazu brachte, einen Hund aufzunehmen

  • Laura Forster
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Die einen haben wieder mit dem Sport angefangen, andere haben sich ein neues Familienmitglied zugelegt. Die Coronakrise war für viele Leute Anlass, sich ein Haustier anzuschaffen - zwei Familien berichten, wie es dazu kam.

Landkreis – Große braune Augen, ein schokofarbenes Fell und tapsige Pfoten. Das ist Toni. Der Labradorwelpe gehört seit einigen Wochen zu Familie Gohlke aus Oberhaching. „Wir haben uns schon eine längere Zeit überlegt, wieder einen Hund anzuschaffen“, sagt Petra Gohlke. Dann kam das Virus und der geplante Urlaub in den Pfingstferien fiel ins Wasser. Außerdem musste die 17-jährige Tochter nur im zweiwöchigen Rhythmus in die Schule. „Da hat sich ein Hund gut angeboten“, sagt Gohlke. Also begab sich die Familie auf die Suche. Einen passenden Hund zu finden – schwerer als gedacht.

Nachfrage nach Hunden war groß

„Das war nicht einfach, da so viele die Idee hatten, sich einen Hund zu kaufen“, erinnert sich die Oberhachingerin. Sogar mit Züchtern aus Schleswig-Holstein stand sie in Kontakt. Doch wie der Zufall es so wollte, hatte eine Labradorhündin in Augsburg ungeplant viele Welpen zur Welt gebracht. „Da haben wir doch noch einen dunkelbraunen bekommen“, sagt Gohlke. Der fünf Monate alte Hund ist entweder zuhause bei Tochter Fini oder zusammen mit Petra Gohlke im Büro. „Das klappt super“, sagt sie.

Gemeinden verzeichnen nicht mehr Hunde-Anmeldungen als vorher

Obwohl die Hundesuche während der Coronazeit nicht einfach für Familie Gohlke war, können einige Gemeinden keinen nennenswerten Anstieg an Hundebesitzern ausmachen. In Oberhaching würden sich „die An- und Abmeldungen die Waage halten“, sagt eine Gemeindemitarbeiterin. Auch der Tierschutzverein Schleißheim vermeldet keine steigenden Adoptionen. „Allerdings haben wir keine Hunde“, sagt Christine Förster, erste Vorsitzende. Das Interesse an einem Tier sei während der letzten Monate jedoch stark angestiegen. „Es kamen sehr viel mehr Anrufe rein“, sagt Förster. Statt eines Telefonats pro Tag waren es plötzlich im Schnitt fünf bis sechs. „Doch die meisten wollten einen Hund“, erzählt die Vorsitzende. Deshalb habe sie die Interessenten an die umliegenden Tierheime vermitteln müssen.

Auch mehr Interessenten melden sich im Tierheim

„Er ist durch Corona zu uns gekommen“: Erika und Andreas Heimisch mit Marco aus dem Tierheim.

„Die Nachfrage war auf jeden Fall größer“, bestätigt Kristina Berchtold vom Tierheim in Riem. Trotzdem seien die Vermittlungszahlen relativ gleich geblieben. „Es sind aber auch nicht mehr Tiere abgegeben worden“, sagt Berchtold. An einen Vermittlungsfall der vergangenen Wochen erinnert sich Berchtold noch besonders gut. Der 12-jährige Labradorrüde Marco kam an Weihnachten ins Tierheim, sein Besitzer war plötzlich verstorben. Einen alten Hund vermitteln? – Unmöglich!

Statt USA-Reise einen „Hunde-Opa“ aufgenommen

Doch Andreas Heimisch verliebte sich schon auf einem Bild in die treuen Augen des Tieres. „Ich hätte eigentlich Urlaub in den USA gemacht“, sagt Heimisch. Doch die Reise des Parsdorfers fiel coronabedingt aus. „Dann habe ich mir im Internet Anzeigen angeschaut und den Hunde-Opa entdeckt“, erinnert sich Heimisch. Seine Frau war am Anfang etwas skeptisch. „Nach dem ersten Kennenlernen hat aber auch sie ihn in ihr Herz geschlossen“, sagt Heimisch. Eine Tierheim-Mitarbeiterin kam mit Marco die Heimischs in ihrem Zuhause besuchen. „Danach war besiegelt, dass er hier bleibt“, erinnert sich der Parsdorfer. Auch mit den zwei Katzen versteht sich Marco mittlerweile. „Die trinken sogar aus dem selben Napf“, sagt der Neu-Hundebesitzer und lacht.

Trotz seiner Arthrose fühlt sich das Tier bei seinen neuen Besitzern nun wieder wohl und fit. „Marco ist zwar durch Corona zu uns gekommen“, sagt Heimisch. „Aber nun bleibt er bei uns.“

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