Kiesabbau bei Oberhaching.
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Kiesabbau bei Oberhaching.

Nach Nachbesserungen am Plan

Oberhaching winkt umstrittenen Kiesabbau durch - trotz Anwohnerprotesten

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
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Die Anwohner hatten protestiert, der Kiesgruben-Betreiber musste nachbessern. Nun hat der Gemeinderat Oberhaching einem umstrittenen Projekt zugestimmt.

Oberhaching – Bereits Mitte des vergangenen Jahres sorgten die Pläne einer Kiesabbaufirma in Oberhaching für Ärger. Für eine insgesamt 2,9 Hektar große Fläche nördlich der Bebauung Am Büchl stellte das Unternehmen den Antrag Kies abzubauen – zum Entsetzen der Anwohner in der nebenan liegenden Siedlung, die Lärm und Staub fürchten. Eine Unterschriftensammlung mit rund 40 Unterzeichnern war die Folge.  Nun stand der geplante Kiesabbau in der jüngsten Sitzung des Bau- und Werkausschusses erneut auf der Tagesordnung.

Erst reichte der Lärmschutz nicht

Die Gemeinde gab im Sommer 2019 dem Vorhaben keine Genehmigung, da nach ihrer Ansicht der Lärmschutz nicht ausreichend geklärt war; ebensowenig die Erschließung, die über die Lanzenhaarer Straße erfolgen sollte und damit nahe am Wohngebiet lag. Das Landratsamt teilte die Ansicht der Gemeinde und stellte fest, dass die umliegende Wohnbebauung sich als „reines Wohngebiet“ darstellt und daher niedrigere Lärmwerte einzuhalten sind als in der vorliegenden Planung berücksichtigt waren.

Mittlerweile hat die Firma die Pläne überarbeitet. So soll die Erschließung nun über die Karwendelstraße erfolgen, die auf der anderen Seite der Abbaufläche auf Taufkirchner Flur liegt und sich damit weiter entfernt von den Häusern Am Büchl befindet. Zudem werde die Zufahrtsstraße asphaltiert, um möglichst wenig Staub durch die dort fahrenden Lkw zu erzeugen. Um auch die neuen strengeren Lärmschutzwerte einhalten zu können, soll ein sieben Meter hoher Wall mit Pflanzungen entlang der Wohnbebauung angelegt werden.

Sieben Meter hoher Erdwall, zwölf Meter tiefe Grube

Der Kiesabbau ist für rund 20 Jahre vorgesehen, anschließend wird die entstandene Grube, die dann wohl zwölf Meter tief sein wird, wieder mit Humus verfüllt. Der Erdwall wird rund 60 bis 140 Meter entlang der Siedlung verlaufen. Die Kiesfläche selbst grenzt im Westen an das Landschaftsschutzgebiet „Hachinger Tal“, nahe der eiszeitlichen Hangkante.

Wie Bürgermeister Stefan Schelle den Mitgliedern des Gremiums erläuterte, gibt es laut der beiden Gutachten zur Luftreinhaltung und Lärmimmission keine Bedenken mehr. Weiter berichtete er, dass Anträge zum Kiesabbau privilegierte Vorhaben darstellen, für die letztlich das Landratsamt zuständig ist. Betroffene Gemeinden können lediglich Stellungnahmen abgeben. Wie er betonte, sieht er die Höhe des Walls als problematisch an, vor allem weil dadurch das Landschaftsbild mit der prägenden Hangkante beeinträchtigt würde.

Anwohner lehnen Kompromisssuche ab

Auch die zeitliche Dimensionierung mit rund 20 Jahren betrachtete er kritisch. Dem hielt Martin Schmid (CSU) entgegen, dass der Wall selbst viel Fläche für Natur schaffe. Zudem sieht er die Regionalität positiv. „Jeder braucht Kies für Haus- und Straßenbau, da ist es optimal, wenn der Kies nicht über weite Wege transportiert werden muss.“ Nina Hartmann (Grüne) fürchtet, dass mit einem so massiv hohen Wall ein Präzedenzfall geschaffen werde. Sie schlug vor, dass sich Anwohner und Unternehmen für einen möglichen Kompromiss in einem Arbeitsgespräch zusammensetzen könnten.

Schelle stimmte dem zu und fragte direkt in den Kreis der anwesenden Zuschauer, bei denen auch Anwohner und Eigentümer der Firma saßen, ob diese dazu bereit wären. Während der Inhaber zustimmend nickte, sahen die Anwohner keinen Vorteil. Das vorgeschlagene Arbeitsgespräch wird nicht stattfinden. Letztlich stellten die Mitglieder des Ausschusses mit 5 zu 4 Stimmen das Einvernehmen mit der neuen Planung her.

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