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Zur Lebensfreude zurückfinden: Die Gemeinschaft ist für die Frauen des Witwenstammtischs ein wichtiger Halt.  

Zehn Jahre Witwenstammtisch Oberhaching

Ein Anker nach dem Tod des Partners

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Der Tod des geliebten Partners stürzt Menschen oft in ein tiefes Loch, Trauer und Einsamkeit bestimmen das Leben, man sieht keinen Lichtblick mehr. Um einen positiven Ankerpunkt in einer solch schwierigen Lebenssituation zu schaffen, rief Charlotte Hofberger vor nunmehr zehn Jahren den Witwen-Stammtisch in Oberhaching ins Leben.

OberhachingJeden ersten Freitag im Monat treffen sich um 17 Uhr Gleichgesinnte im Oberhachinger Restaurant Aphrodite, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen und Trost auszutauschen und gerne auch mal wieder fröhlich zu lachen. „Ich selbst musste diese bittere Erfahrung machen, als mein Mann verstarb, lag ich oft tagelang auf der Couch, konnte mich kaum bewegen und nahm am Leben um mich herum nicht mehr teil“, berichtete die heute 77-Jährige. So entstand, als es ihr selbst wieder besser ging, die Idee, Menschen, die das gleiche durchmachen, zusammenzubringen. „Gemeinschaft hilft gegen die Einsamkeit“, weiß sie.

Dem stimmt auch Zenta Ganter zu. Als ihr Mann verstarb, zog sie vom Chiemgau nach Oberhaching. „Ich konnte die Einsamkeit in dem großen Haus nicht mehr ertragen, alles in der Umgebung erinnerte mich an Erlebnisse mit meinem Mann“, meinte sie. Doch in der neuen Heimat Anschluss zu finden, war nicht leicht für sie, und so bedeutete der Witwen-Stammtisch einen „wunderbaren Halt“.

Zudem entwickeln sich Freundschaften untereinander und man trifft sich zu Ausflügen oder einem Besuch im Café. Zu Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten wird der Stammtisch im Restaurant entsprechend geschmückt, und ab und zu organisiert Charlotte Hofberger einen Tagesausflug. „Demnächst machen wir eine Stadtrundfahrt in München.“

Zum Jubiläum des Stammtischs genossen die Damen nicht nur ein schönes Essen und gute Gespräche, sondern auch einen Auftritt der Sängerin Lila, die für festliche Stimmung sorgte. „Bei uns ist jeder willkommen, wir freuen uns immer über neue Teilnehmer“, betont Hofberger.

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