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Beim Proben im Schelle-Stadl: Das neue Stück der Gleißentaler hat es in sich. Auf zwei Stockwerken wird gespielt.

Trachtentheater

Zweistöckige Bühne auf Wanderschaft

Nach einem Jahr Zwangspause spielt die Theatergruppe des Trachtenvereins „D’Gleißentaler“ ihr neues Volksstück „Der Geisterbräu“ von Joseph Maria Lutz. Premiere ist am 4. November im Forstnersaal. Der Kartenvorverkauf startet am 23. Oktober bei Schreibwaren Ziegler.

Sechs Wochen lang hat Bühnenbauer Harald Beckenlehner in seiner Freizeit geschraubt, gezimmert und genagelt: Jetzt ist sie fertig, die zweistöckige Bühne. Sie steht für die Proben im neuen Schelle-Stadl bereit. „Wichtig war, dass die Statik passt“, sagt Beckenlehner, der hauptberuflich Bühnenbauer im Münchner Prinzregententheater ist. „Die Bühne muss für zwei Personen begehbar sein.“ Für den Transport in den Bürgersaal beim Forstner wird sie in 50 Einzelteile zerlegt und dort wieder aufgebaut.

Schauplatz ist das oberbayerische Kreisstädtchen Burgberg im Jahre 1925. Der Wirt vom „Unterbräu“ wird zu Grabe getragen. Beim Leichenschmaus bleibt seine hübsche Witwe Wally nicht von dummen und heuchlerischen Sprüchen der Verwandtschaft und ihrer drei Verehrer verschont. Der Apotheker, der Postsekretär und der Professor haben ein Auge auf sie geworfen. Plötzlich kommt eine gewisse Lola aus München, die vor versammelter Trauergesellschaft behauptet, der Unterwirt habe bei ihr noch eine Rechnung offen. Jetzt sieht der Braumeister – schon lange ein stiller Verehrer der Witwe – seinen Augenblick gekommen, um der Witwe zu zeigen, wer sie wirklich liebt und wer es nur auf ihr Geld abgesehen hat.

Mit dem Schäfer Sixtus heckt er einen gespenstischen Plan aus. Ab da hat die kleine Gemeinde keine Ruhe mehr, denn der rastlose Geist des verstorbenen Wirtes geht um. Es ist der Beginn einer spektakulären und urkomischen Geisterjagd.

26 Sprechrollen und etliche Statisten sind im Stück vertreten. „Es ist eine Herausforderung und viel Aufwand“, sagt Florian Schelle, Vorsitzender des Trachtenvereins. „Unser Verein spielt seit 53 Jahren Theater. Das hat Tradition und ist in der Satzung verankert.“ Gespielt wurde in den vergangenen Jahren in der Grundschule in Deisenhofen, aber als diese wegen des Umbaus abgerissen wurde, konnte im Jahr 2016 keine Aufführung stattfinden. Ein Jahr Zwangspause stand an.

Der neu gebaute Schelle-Stadl bietet ihnen nun eine neue Übungsstätte. „Hier können wir in Ruhe proben und die Stücke einstudieren“, sagt Schelle. Die Laienschauspieler machen alles selbst: Vom Schminken über die Bühne bis hin zum Umändern der Kostüme, die der Trachtenverein im eigenen Fundus hat. Regie führen Erika Kornbichler und Anton Sontheimer. Christina Dinné

Die Vorstellungen

im Forstnersaal beginnen am Samstag, 4. November, um 19.30 Uhr, am Sonntag 5. November, um 15 Uhr sowie am Freitag/Samstag/Sonntag, 10./11./12. November, jeweils um 19.30 Uhr. Eintritt: zehn Euro.

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