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So fing vor zehn Jahren alles an: Eine der ersten Aktionen der Lärmschutzinitiative mit (v.l.) zweitem Vorsitzenden Alois Wichtlhuber, Doris Litza und Heinrich Egger.

Züge werden in Zukunft so gebaut, dass sie leiser sind

Oberhachinger Initiative erreicht Meilenstein gegen Bahnlärm

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Die in Oberhaching gegründete Interkommunale Lärmschutz-Initiative, kurz ILI, hat es sich seit zehn Jahren auf die Fahnen geschrieben unnötigen Lärm abgestellter Züge zu reduzieren. Jetzt ist ihnen der Durchbruch gelungen. 

Oberhaching Es brummt, zischt und manchmal ertönt ein lauter Knall, und das direkt neben dem eigenen Zuhause. Der Lärm abgestellter Züge entlang der S-Bahngleise kann für die Menschen, die in der Nähe wohnen, nervenaufreibend sein. Die in Oberhaching gegründete Interkommunale Lärmschutz-Initiative, kurz ILI, hat es sich seit zehn Jahren auf die Fahnen geschrieben unnötigen Lärm abgestellter Züge zu reduzieren, damit Anlieger wieder in Ruhe schlafen oder Garten und Balkon nutzen können.

Mittlerweile hat sich die Initiative durch Beharrlichkeit, technisches Verständnis und diplomatisches Geschick einen guten Stand bei S-Bahn und Deutscher Bahn erarbeitet. Das Bewusstsein für die Lärmproblematik konnte bei den Verantwortlichen soweit geschärft werden, dass nun ein echter Meilenstein erreicht wurde. Per Rundschreiben veröffentlichte Mitte Januar der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) eine von der ILI initiierte Mitteilung, die Empfehlungen beinhaltet, um Geräusche bei abgestellten Schienenfahrzeugen zu reduzieren und das bereits bei Konstruktion und Herstellung. So können Vergabestellen schon bei der Ausschreibung neuer Züge diese Empfehlungen aufgreifen. Die beste Nachricht ist sicher, dass der Initiative für die in München anstehenden Ausschreibungen für die nächste S-Bahn-Generation schriftliche Zusagen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren vorliegen, dass die Pegelhöchstwerte zur Anwendung kommen sollen. Dabei handelt es sich um bis zu 350 neue Züge, die dann entsprechend ausgerüstet sind und ab 2026 mit Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke eingesetzt werden. „Das ist für die betroffenen Landkreisgemeinden und auch die Münchner ein riesiger Schritt“, freut sich Werner Litza, Vorsitzender der ILI. Gleichzeitig betont er, dass damit auch viel für die Umwelt getan werde, da die Geräte, die Lärm verursachen, dann schlicht ausgeschaltet sind und keine Emissionen produzieren.

Es war ein steiniger und mühsamer Weg bis zu diesem Ergebnis. Insgesamt zählt die ILI heute über 200 Mitglieder, darunter 13 Gemeinden und Städte wie Oberhaching, Aying, Tutzing, Wolfratshausen, Holzkirchen, Altomünster oder auch der Landkreis München. Es wurde zunächst in den Anfängen der ILI ein Gutachten zum Lärmschutz erstellt und damit eine technische Grundlage für Verbesserungen geschaffen. Parallel fanden zahlreiche Gespräche mit der S-Bahn München statt, die zunächst kritisch eingestellt war. „Zum Glück hatten wir in Bernhard Weisser einen aufgeschlossenen Sprecher der Geschäftsleitung, sodass es letztlich gelang umfangreiche technische Verbesserungen an den Zügen vorzunehmen, die für große Erleichterung bei den Anwohnern sorgten“, betont Litza.

Außerdem erarbeitete die ILI ein Lärmmelde-System, das engagierte Mitglieder in die Tat umsetzten. Dabei melden Anlieger Lärm aktuell an die Leitstelle der Bahnbetreiber, die dann jemanden zur Prüfung und Abstellung schicken. „Es gibt rund 100 Meldungen pro Jahr und mittlerweile setzen die Bahnmitarbeiter selbst Meldungen ab“, berichtet Litza und lobt das große Engagement von allen Seiten.

Trotzdem ist die ILI weiterhin gefragt, um Fahrzeuge im Betrieb zu begleiten und auf diese Weise sicherzustellen, dass die Lärmminderung erfolgt. Litza: „Wir sind aber zuversichtlich, da die Industrie an entsprechenden lärmmindernden Lösungen bereits arbeitet.“

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