Lieber woanders als in ihrer Linienstraße sähe Anwohnerin Pamela Tomas den Radschnellweg durch Oberhaching. 
+
Lieber woanders als in ihrer Linienstraße sähe Anwohnerin Pamela Tomas den Radschnellweg durch Oberhaching. 

Sorge wegen Radl-Rüpeln

Gegen Radschnellweg von Sauerlach nach München: Oberhachinger sammeln Unterschriften

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
    schließen

Rücksichtslos, schimpfend und viel zu schnell: Anwohner der Linienstraße in Oberhaching ärgern sich schon jetzt über viele Radler. Und machen gegen den geplanten Radschnellweg mobil.

Oberhaching – Die geplante Radhauptverbindung zwischen Sauerlach und München sehen einige Anwohner der Linienstraße in Oberhaching, wo der Weg direkt entlang führt, mit Skepsis. Sie klagen, dass schon heute zahlreiche Radfahrer ohne jegliche Rücksichtnahme und oft viel zu schnell durch die Straße brausen – egal, ob dort Fußgänger unterwegs sind oder Kinder spielen. „Meine Tochter wurde im Sommer von einem solchen Radler touchiert, zum Glück ist nichts Ernstliches passiert“, berichtete Pamela Tomas.

Für die 39-Jährige gab dies den Ausschlag, 44 Unterschriften von Anwohnern zu sammeln, die sich gegen den Radschnellweg stellen. „Nur aus Zeitgründen, weil das Thema im Umwelt- und Verkehrsausschuss aktuell auf der Agenda stand, sind es so wenige Unterschriften, aber da werden noch mehr zusammen kommen“, sagt sie überzeugt. „Ich lebe im hinteren Bereich der Linienstraße zwischen Kugler Alm und Nussbaum-Ranch, da machen viele Radfahrer richtig Tempo – und beschimpfen sogar die Autofahrer, weil sie wohl denken, dass Kfz-Verkehr dort nicht erlaubt ist. Aber das stimmt natürlich nicht. Da muss man sich als Anwohner dann auch noch rechtfertigen.“

Die Polizei beurteilt das Unfallgeschehen als „unauffällig“. Zwischen 2011 und 2018 gab es dort 21 leicht verletzte und acht schwer verletzte Personen bei Unfällen von Rad/Rad oder Rad/Kfz. Wie Tomas erläuterte, habe sich die Situation in den letzten Jahren verschärft und „die gebotenen 10 km/h vor der Kugler Alm werden beispielsweise oft nicht eingehalten“.

Wie gegen das Rasen der Radfahrer vorgegangen werden soll

Die Mitglieder des Umwelt- und Verkehrsausschusses sehen das Problem ebenfalls und entschieden in ihrer jüngsten Sitzung, das Areal direkt vor der Kugler Alm vor dem nächsten Sommer mit einem so genannten Großsteinpflaster zu versehen. Es zwingt Radfahrer zum Bremsen, ohne die Gefahr, dass sie mit den Rädern stecken bleiben.

„Es hat nicht geholfen weiße Striche zu ziehen, und sogar eine Baustelle, die dort einige Zeit war, konnte das Tempo mancher Radler nicht reduzieren“, monierte Bürgermeister Stefan Schelle. Nun also folgt eine drastischere Maßnahme. „Das bringt vielleicht etwas direkt vor der Kugler Alm, aber dahinter nehmen sie wieder an Fahrt auf“, sagte Tomas. Sie sieht das Problem vor allem bei den Freizeitradlern. „Die Leute, die morgens zur Arbeit radeln, sind in normalem Tempo unterwegs“. Das Landratsamt plant 2020 die Stelle an der Nussbaum-Ranch durch eine bessere Straßenführung zu entschärfen.

Tomas schlägt dagegen vor, die Radhauptverbindung zu verlegen und hat dafür schon eine Idee: Man könnte nach ihren Vorstellungen einen Radweg entlang der Alten Oberbiberger Straße von Laufzorn bis zur Nussbaum-Ranch einrichten. Dort gibt es bereits einen teilgeteerten Weg. Auch die Querung der M 11 an der Überführung, die dort schon vorhanden ist, ist wohl möglich. „Damit wäre der Radverkehr zum einem Teil auf dieser neuen Strecke und die Linienstraße wäre entlastet“, sagt Tomas – und betont, dass sie eine Förderung des Radverkehrs grundsätzlich positiv sehe, es aber allgemeinverträgliche Lösungen brauche. Birgit Davies

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bürgermeister Christian Fürst 100 Tage im Amt
Bürgermeister Christian Fürst 100 Tage im Amt
Zerkarien-Alarm: Wieder Bade-Dermatitis in Furth
Die Zerkarien im Further Bad haben sich offenbar trotz großer Bemühungen nicht aus dem Wasser entfernen lassen. Viele Badegäste klagen über Ausschläge und Juckreiz.
Zerkarien-Alarm: Wieder Bade-Dermatitis in Furth
Kein Platz für den Sportverein
Nach der Sanierung dürfen die Mitglieder nicht mehr in der Turnhalle des Lise-Meitner-Gymnasiums trainieren.
Kein Platz für den Sportverein
Lob von allen Seiten: So schlägt sich Neu-Bürgermeister Markus Böck (CSU)
Seit 100 Tagen ist Oberschleißheims Bürgermeister Markus Böck nun im Amt. Die Bilanz, seine eigene und die der anderen Fraktionen, fällt gut aus.
Lob von allen Seiten: So schlägt sich Neu-Bürgermeister Markus Böck (CSU)

Kommentare