Die Sauerlacher Straße wird komplett saniert wird samt der Brücke über das Gleißental. Das kostet die Gemeinde in diesem Jahr rund vier Millionen Euro.
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Die Sauerlacher Straße wird komplett saniert wird samt der Brücke über das Gleißental. Das kostet die Gemeinde in diesem Jahr rund vier Millionen Euro.

Haushalt

Oberhachings Schulden steigen auf 60 Millionen Euro

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
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Oberhaching muss in den kommen Jahren aufs Geld schauen. Denn eine erneute Kreditaufnahme in diesem Jahr lässt die Schulden der Gemeinde auf über 60 Millionen Euro steigen.

Oberhaching – Mit gezücktem Rotstift gingen die Mitglieder des Oberhachinger Haupt- und Finanzausschusses drei Vormittage durch die einzelnen Posten des Haushalts 2021, um mögliche Einsparungen vorzunehmen. Denn aufgrund der Corona-Pandemie wurden im Bereich der Gewerbesteuer 20 Millionen Euro eingenommen, und damit rund zwei Millionen Euro weniger als geplant.

Auch die Beteiligung an der Einkommensteuer bleibt mit knapp 12 Millionen Euro rund 760 000 Euro hinter den Erwartungen zurück. Dafür hat der Anteil an der Umsatzsteuer mit zwei Millionen Euro rund 250 000 Euro mehr in die Kasse gespült, ebenso die Grunderwerbssteuer, die statt 610 000 Euro nun bei einer Million Euro liegt.

20,7 Millionen Euro Kreditaufnahme

Letztlich konnte das Jahr 2020 im Verwaltungshaushalt mit einem Plus von 5,7 Millionen Euro abgeschlossen werden und der Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt war damit fast dreimal so hoch wie geplant. Die Kreditaufnahme in Höhe von 29,6 Millionen Euro lag deutlich niedriger bei 16 Millionen Euro. Für 2021 steht aber eine weitere Kreditaufnahme ins Haus von rund 20,7 Millionen Euro, um die geplanten Investitionen zu finanzieren. Damit würde sich der Schuldenstand auf knapp 60 Millionen Euro erhöhen.

Wie Kämmerer Paul Fröhlich berichtete, steht die Gemeinde aber trotz der Schulden auf stabilen Beinen. „Wir erzielen hohe Überschüsse und können die Schulden bedienen.“ Jährlich werden 2,1 Millionen Euro getilgt. Nach seinen Worten stehen den Schulden nachhaltige Projekte mit Gegenwerten gegenüber, von denen die Bürger langfristig profitieren, sei es die Geothermie, Wohnraum für Einheimische oder Grunderwerb. Allein in die Geothermie hat die Gemeinde seit der Gründung 53 Millionen Euro investiert, nach Fröhlichs Worten „eine Investition, die Verantwortung für kommende Generationen und Klimaschutz zeigt“.

Grunderwerbssteuer wird erhöht

Um die Einnahmen zu verbessern, entschieden die Mitglieder des Ausschusses sich für eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer A und B von 275 Prozentpunkten auf 300 Prozentpunkte, was voraussichtlich Mehreinnahmen von 160 000 Euro ausmacht. Die Gewerbesteuer bleibt stabil bei 250 Prozentpunkten. Sabine Hillbrand (Grüne) und Margit Markl (SPD) überlegten, diese ebenfalls etwas anzuheben, fanden jedoch keine Mehrheit im Gremium.

Hier investiert Oberhaching

Zu Buche bei den diesjährigen Investitionen schlagen vor allem eine Einlage in die Gemeindewerke Oberhaching in Höhe von vier Millionen Euro für die Fertigstellung der Energiezentrale mit Redundanzkraftwerk im Gewerbegebiet. Zudem werden rund 3,6 Millionen Euro in den Bau von 24 Mietwohnungen für Einheimische investiert. Außerdem hält die Gemeinde vier Millionen Euro für möglichen Grunderwerb bereit und steckt 1,8 Millionen Euro als Kapitaleinlage in das Kommunalunternehmen Grundstücksverwaltung Oberhaching. Wie Fröhlich erläuterte, sind im Haushalt auch verschiedene Straßensanierungen eingearbeitet, die insgesamt 5,5 Millionen Euro kosten. So startet dieses Jahr die Erneuerung der Sauerlacher Straße sowie der Brücke über das Gleißental, was rund vier Millionen Euro kosten wird. Ebenso steht die Sanierung und Umgestaltung des Simerbauernwegs mit 450 000 Euro und die Sanierung des Inneren Stockwegs mit 200 000 Euro an.

Insgesamt 535 000 Euro werden in die Modernisierung der EDV in Rathaus, Gymnasium und Mittelschule investiert, 815 000 Euro kostet der Bau der Offenen Ganztagsbetreuung für das Gymnasium. Die freiwilligen Zuschüsse für Vereine wurden nicht gekürzt. Die Rücklage liegt bei 1,8 Millionen Euro.

Umlage und Personal sind am teuersten

Die größten Ausgabenblöcke im Verwaltungshaushalt sind Kreis- und Gewerbesteuerumlage mit 20 Millionen Euro, Gebäudeaufwendungen und Sachkosten in Höhe von 11,1 Millionen Euro. Die Personalkosten, schlagen mit knapp 16 Millionen Euro zu Buche, wobei rund 50 Prozent der Stellen im Bereich der Kinderbetreuung angesiedelt sind. Geplant ist eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenhaushalt in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Einstimmig haben die Räte den Haushalt befürwortet.

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