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Ein Höhepunkt: die Firmung in der Kirche durch Weihbischof Engelbert Siebler 1995.

Jubiläum der Kirche St. Bartholomäus

Nur zu Festtagen noch voll

Am Sonntag, 9. April feiert die Kirche St. Bartholomäus mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr das 50-jährige Jubiläum des Gotteshauses.

Oberhaching - Auf den Tag genau am 9. April 1967 wurden die Kirche und das dazugehörige Pfarrzentrum mit Kindergarten von Kardinal Julius Döpfner eingeweiht. Schon damals und bis heute legt die Gemeinde viel Wert darauf Tradition und Moderne miteinander zu verbinden und Menschen aller Altersgruppen eine Glaubensheimat zu geben. 

Im Mittelpunkt standen stets das Wohl und die Unterstützung von Familien. So wurde schon kurz vor der Weihe der Kirche der nebenan gelegene Kindergarten im Februar 1967 eröffnet. „Zu dieser Zeit gab es nur einen gemeindlichen Kindergarten und St. Bartholomäus bot auch die ersten Hortplätze, was für viele Jahre die einzige Einrichtung am Ort war, wo Kinder den ganzen Tag betreut wurden“, berichtete Eva Schlossnikel, die in der Kirchenverwaltung aktiv ist und sich noch gut erinnert wie sie als 15-jähriges Mädchen die feierliche Einweihung der Kirche erlebt hat. „Zuvor gab es einige Jahre ein Kirchenzelt, wo Gottesdienste abgehalten wurden“, meinte sie. Schon kurz nach dem Krieg setzte man sich für den Bau einer Kirche im Ortsteil Deisenhofen ein, da Oberhaching stetig wuchs und die Gläubigen von Deisenhofen aus einen langen Weg bis St. Stephan am Kirchplatz hatten. Doch erst in den 1960er Jahren entwickelten sich die Planungen, denn zu dieser Zeit sollte das Gebiet am Bahnhof Deisenhofen stärker besiedelt werden.

Pfarrer Bartholomäus Sanftl setzte sich mit großem Engagement für die Verwirklichung der neuen Kirche ein. Es entstand ein großes Gotteshaus mit rund 300 Plätzen, die im Halbrund um den Altar angeordnet sind. Der Altar selbst ist nur wenig erhaben, um Gemeinschaft und Augenhöhe zu betonen. Zu Festtagen ist St. Bartholomäus heute noch voll, und auch Familiengottesdienste sind gut besucht. Zum sonntäglichen Gottesdienst kommen meist aber nur noch 80 bis 100 Gläubige. „Wir sind intensiv dabei, neue pastorale Orte zu schaffen, wo Kirche im Füreinanderdasein gelebt wird“, erklärte Isabell Trapp, Vorsitzende des Kirchengemeinderates. In diesem Zusammenhang ist auch das Familienzentrum zu sehen, das sich über die vergangenen Jahre etabliert hat. Dort finden Eltern und Kinder einen Platz sich zu treffen, Probleme zu besprechen und Netzwerke aufzubauen. „Christliche Werte zu leben hat oberste Priorität“, betonte Eva Schlossnikel.

Pfarrer Sanftl stand dafür mit seinem energischen Wesen. „Als der Kindergarten Anfang der 1990er Jahre verkleinert werden sollte, ist Pfarrer Sanftl zur Erzdiözese und hatte zwei Hosen übereinander an, wobei die obere nur geheftet war. Dort angekommen, hat er sich die obere Hose heruntergerissen, stand in Lederhose da und erklärte, dass „eine Verkleinerung des Kindergartens für ihn ist, als würde man ihm die Hose runterziehen.“ Daraufhin blieb das Kinderhaus so groß wie es war.

Die Pfarrei St. Bartholomäus bot diözesanweit die erste Krippengruppe an, und auch der Inklusionsgedanke ist sehr früh auf Resonanz gestoßen. „Dadurch wurden wir ein Vorreiter, da wir passende Konzepte selbst entwickeln mussten“, meinte Christiane Sperber, Leiterin des Kinderhauses.

Die Eröffnung des ersten Familienstützpunkts im Landkreis München Ende Januar dieses Jahres in St. Bartholomäus sieht die Gemeinde als konsequente Fortführung ihrer Linie seit den 1970er Jahren.

Birgit Davies

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