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Kleines Bächlein: Gudrun Schreiber vor der Wassertreppe, die ihr Ehemann angelegt hat. Für Bepflanzung und Skulpturenwahl ist die Hausherrin zuständig.

Pflanzenidylle bei Ehepaar Schreiber im Vorderen Gleißental 

Pan, Rittersporn und Kanone

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Am Sonntag ist der Tag der offenen Gartentür. Aus diesem Anlass hat der Münchner Merkur das Ehepaar Schreiber in Oberhaching besucht. Pflanzen stehen hier ganz oben auf der Agenda.

Oberhaching– Die Kiefer ist eine herrliche Baumart für einen Garten. Sie spendet Schatten, lässt Licht durch und gleichzeitig wächst sie wie ein bewegtes Sonnensegel und breitet ihre benadelten Zweige aus. Aus dem Garten von Gudrun und Hans Schreiber in Oberhaching ist sie nicht wegzudenken. Sie wurde vor ungefähr 30 Jahren gepflanzt, als die beiden sich hier auf dem Grundstück eine schöne Villa am Osthang bauten. Im Nachbargrundstück entsprang vor Zeiten der Hachinger Bach, der Quell wurde später verlegt. Damit die Spaziergänger in dieses mittlerweile üppige Gartenparadies unbeobachtet hineinschauen können, haben die Schreibers ein rundes Loch in die Hecke geschnitten. Und wer sich umsehen möchte, ist nicht nur am Tag der offenen Gartentüre am Sonntag im Vorderen Gleißental 10 willkommen.

Von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, zieht es die Hausherrin als erstes hinaus in den Garten: „Er versetzt mich in eine Euphorie, die mich nicht zur Ruhe kommen lässt.“ Im Nachthemd werden die ersten welken Blätter gezupft. Gartenhandschuhe braucht es nicht. Gudrun Schreiber wühlt gerne mit bloßen Händen in der Erde und schneidet die Rosensträucher gewissenhaft, damit sie schön blühen. Im vergangenen Winter mussten die Blumen stark leiden, viele gingen ein. Vor allem hinter dem Haus im Hochpaterregarten, in den man über verschlungene Pfade vorbei am Freisitz gelangt. „Zum harten Winter kam auch dann noch die Arbeit der Wühlmäuse hinzu, und hatte die Rosen beim Anfassen schon in der Hand.“ Trotzdem, viele tragen jetzt im Juni Blütenpracht, die Mozart-Rose, Ferrier und wie sie alle heißen mögen.

Früher stand der hintere Teil ganz nach dem Vorbild des italienischen Barock voller Buchse und Rosen. Aber wenn es die Natur will, muss man sich vom liebsten trennen. Ein Schädling hatte die Buchse befallen, irgendwann ging es nicht mehr und sie mussten herausgerissen werden. Mitangelegt hat den Garten ein alter Klassenkamerad von Hans Schreiber, der auf alte Parks spezialisiert ist und am Grundkonzept des Gartens mit feilte, der durch ein geschicktes Arrangement von Bepflanzung, Wasserspiele und Antiquitäten seinen Reiz erhält. Zwischen Rittersporn und Walderdbeeren spitzt ein griechischer Frauenkopf hervor. Gartenzwerge haben hier keinen Platz. Stattdessen spielt mitten im Teich spielt ein Pan mit Löwenkappe auf der Flöte. „Den Flöt-Otto habe ich in Pasing auf einer Ausstellung entdeckt.“ Am Anfang wusste die Hobbygärtnerin gar nicht, dass es sich bei der Bronzefigur um ein filigranes Wasserspiel handelt. Ehemann Hans brachte das wertvolle Stück zum Sprudeln: „Die Düsen verstopfen sehr leicht, und es war aufwändig, die richtige Pumpe zu finden und den Filter, der zu den filigranen Öffnungen passt.“ Hans Schreiber muss es wissen, er hat selbst dereinst in seinem Aufgabenspektrum als Ingenieur bei MBB in Ottobrunn Wasserturbinen gebaut.

Der Teich hat neben der passenden Bepflanzung noch ein weitere Besonderheit. Das Ehepaar hatte am Ufer Geröll gestreut, um die Folie zu schützen. Aber der Ärger über die zähe Schlamm-Geröll-Masse, die nach einiger Zeit zusammenkam, war groß. Die Lösung ist jetzt ein grüner Teppich aus Kunststoff, in dem die Pflanzen wurzeln und wachsen können, sodass es keinen sichtbaren Übergang mehr zwischen Bepflanzung und Teichoberfläche gibt, auf der die Seerosen in üppiger Pracht blühen.

Bis Sonntag wollen die Schreibers übrigens auch die Kanone bis zur Eingangstüre wuchten. Kanone? Richtig gehört. Das Vorbild hat Hans Schreiber in einem Armeemuseum entdeckt. Er nahm Papier, Bleistift und Zollstock zur Hand, als gelernter Schlosser baute er aus zum Teil alten Bestand und neuen Zusätzen ein Modell, das neben der Gartentür für den gebührenden Einlass sorgen wird. 

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