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Hier soll der Schulcampus hin: Geplant sind Realschule und FOS auf dem Areal zwischen dem S-Bahnhof Deisenhofen und der Kirche St. Bartholomäus.   

Gemeinden scheren aus

Schulcampus Oberhaching: Finanzierung unklar

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Wie wird der Schulcampus in Oberhaching finanziert? Eine Antwort gibt‘s noch nicht. Das Modell Zweckverband stößt nicht überall auf Freude.

Deisenhofen – Dass es einen Schulcampus mit Realschule und FOS am Deisenhofener Bahnhof geben wird, ist sicher. Mittlerweile zeigen belastbare Prognosen, dass beide Schulen nötig sein werden, da die Schülerzahlen stetig steigen. Doch wie die Schulen finanziert werden sollen, ist noch nicht klar. Denn nicht alle Mitglieder des Zweckverbands „Gymnasium Oberhaching“ sehen sich in der Pflicht, den Schulcampus mitzufinanzieren. Sie stehen einer Erweiterung des Zwecksverbands um Realschule, FOS und ein mögliches Gymnasium in Sauerlach sehr skeptisch gegenüber. Zum Zweckverband gehören neben Oberhaching auch Taufkirchen, Sauerlach und Grünwald.

Zu teuer für Taufkirchen

Der Gemeinderat Taufkirchen hat eine Erweiterung des Zweckverbands bereits abgelehnt. „Wir sind schon in drei Zweckverbänden Mitglieder, da erfolgte die Ablehnung aus finanziellen Gründen“, erklärte Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) in der Zweckverbands-Sitzung. Und auch Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) betonte, dass sich ihre Gemeinde eine Beteiligung bei Kosten von 35 Millionen Euro für die Realschule „nicht leisten kann“.

Zweckverbandsvorsitzender und Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) entgegnete, dass die Kosten, die auf jede Gemeinde zukämen, derzeit noch gar nicht bekannt seien. Vielmehr ermögliche eine Gemeinschaft der Gemeinden es, Kosten einzusparen – nicht nur beim personellen Aufwand für die Verwaltung, sondern auch beim Bau der Schulen selbst. So könnten beim Schulcampus Synergieeffekte genutzt werden, zum Beispiel bei der Nutzung der Turnhalle von Realschülern und Fachoberschülern.

Grünwald und Oberhaching optimistisch

In seiner Gemeinde und in Grünwald herrscht eine deutlich positivere Stimmung bezüglich einer Erweiterung des Zweckverbands. Der Oberhachinger Gemeinderat hat sich bereits einhellig für eine Erweiterung ausgesprochen und auch zugesagt, bei einem Gymnasium in Sauerlach ebenfalls Mitglied im Zweckverband zu werden.

Auch Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) begrüßte grundsätzlich eine Erweiterung des Zweckverbands. „Ein breit aufgestelltes Schulangebot kommt den Kindern zugute“, sagte er. Doch müssten zunächst konkrete Zahlen zu den Kosten für die einzelnen Gemeinden vorliegen.

Auch Landrat Christoph Göbel (CSU) betonte mit Nachdruck: „Von einer Erweiterung des Zweckverbands profitieren finanziell letztlich alle beteiligten Gemeinden.“ Die umliegenden Schulen würden durch den neuen Campus entlastet. Zweckverbände böten den Mitglieds-Gemeinden, deren Kinder diese Schule besuchen, zudem ein Mitspracherecht und regelten klar die finanzielle Beteiligung. Zudem trägt ab sofort der Landkreis 70 Prozent der zuweisungsfähigen Baukosten statt wie bisher nur 30 Prozent.

Kreis-Kommunen zahlen alle mit

Göbel wies außerdem darauf hin, dass ohne die Nutzung von Synergieeffekten in der Bauphase die Kosten für den Landkreis, der den Bau finanziert, steigen würden. Das wiederum wirkt sich massiv auf die Kreisumlage auf – und heißt: Dann zahlen alle Kreis-Kommunen mehr.

Der Landrat schlug schließlich vor, zunächst den Antrag auf Genehmigung für die Realschule zu stellen, kommunale Finanzierungsanteile inklusive möglicher Förderungen zu prüfen und die Bau-Vorbereitungen für FOS und Realschule nach dem Vorbild des Schulcampus’ in Haar zu starten. Dem stimmten die Verbandsmitglieder zu. Alle hoffen nun, bis zur nächsten Sitzung Mitte Mai konkrete Zahlen vorliegen zu haben, um auf deren Basis eine endgültige Entscheidung zur Erweiterung des Zweckverbands treffen zu können.

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