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Ländlich wollen die meisten Gemeinden im Landkreis bleiben – trotz des steigenden Wohnungsdrucks.

Oberhaching oft vorne dabei

So teuer ist Wohnen im Landkreis

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Der Landkreis München ist teuer, teilweise fast nicht mehr bezahlbar. Das zeigt sich bei Kauf- und Mietimmobilien. Vor allem Oberhaching sticht oft heraus.

Landkreis – Von Grünwald hätte man’s ja erwartet, vom gar nicht so noblen Unterschleißheim vielleicht nicht in diesem Ausmaß. Die Immobilienpreise im Landkreis München steigen weiter – wenn aber wenigstens nicht mehr ganz so schnell. „Ob man von einer Normalisierung sprechen kann, weiß ich nicht. Auf jeden Fall sprechen wir nicht mehr von einer ungebremsten Entwicklung, wie wir sie die letzten Jahre gesehen haben“, sagte Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland (IVD). Trotzdem ist das Leben im Landkreis nach wie vor teuer. Der IVD hat ermittelt, wie teuer Wohnen im Landkreis München wirklich ist. Allerdings nur für 15 Gemeinden – und auch bei diesen gibt es teilweise Lücken (siehe Tabellen).

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Wohnungen

Wer eine Altbau-Wohnung mieten möchte, sollte sich in Schäftlarn umschauen. 10,63 Euro pro Quadratmeter rufen Vermieter hier für Wohnungen auf, die vor 1950 gebaut wurden. Sowohl bei nach 1950 gebauten Wohnungen als auch bei Neubauten sticht vor allem Sauerlach hervor. 10,5 beziehungsweise 12 Euro pro Quadratmeter, günstiger wohnen Mieter laut IVD nicht im Landkreis – trotz S-Bahn-Anschluss, guter Infrastruktur und vielen öffentlichen Einrichtungen. Eigentlich ungewöhnlich, schließlich gilt vor allem ein S-Bahn-Anschluss als Preistreiber. Das zeigt sich in Oberhaching, egal wie alt die Wohnung ist. Ein Altbau kostet 13,73 Euro, nach 1950 gebaute Wohnungen 14,05 Euro und ein Neubau 16,80 Euro. In allen Kategorien ist Oberhaching die durchschnittlich teuerste Gemeinde. Die Mischung aus guter S-Bahn-Anbindung und gleichzeitig ruhiger Lage spiegelt sich in den Preisen wider.

Die durchschnittlichen Mietpreise im Überblick.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich aufgrund steigender Immobilienwerte eine Wohnung im Landkreis zu kaufen, sollte sich bei Bestandsbauten in Taufkirchen (3155 Euro pro Quadratmeter), wo gerade am Riegerweg 250 Wohnungen entstehen. Auch Sauerlach (3250 Euro) gibt es günstige Wohnungen, bei einer neuen Eigentumswohnung ist die Gemeinde mit 4700 Euro pro Quadratmeter sogar Spitzenreiter. Am teuersten wird es in Grünwald. 6375 Euro pro Quadratmeter kostet hier eine Bestandswohnung. Durchaus erwartbar im noblen Vorort, aber auch Unterschleißheim ist nicht viel billiger. 6150 Euro kostet eine neue Wohnung in der größten Kommune des Landkreises, die gute Anbindung zur Landeshauptstadt zahlt man mit.

Einfamilienhaus

Wer überlegt, sich ein Baugrundstück für ein Einfamilienhaus zu kaufen, sollte sich in Putzbrunn umschauen. 840 Euro kostet der Quadratmeter im Schnitt. Allerdings weist die Gemeinde nur wenige Grundstücke aus. Mit 843 Euro pro Quadratmeter sind Baugrundstücke für Einfamilienhäuser in Kirchheim nur unwesentlich teurer. Unter anderem, weil die Bautätigkeiten laut IVD zuletzt zugenommen haben. Fast doppelt so tief in die Tasche greifen müssen Bauinteressierte in Hohenbrunn (1527 Euro pro Quadratmeter), Neubiberg (1583 Euro) oder Oberhaching (1595 Euro).

Die durchschnittlichen Kaufpreise im Überblick.

Ein bereits gebautes Einfamilienhaus kaufen könnte sich in Unterhaching und Kirchheim lohnen. 851 000 Euro kostet das im Schnitt. Am teuersten wird dieses Vorhaben in Grünwald mit 1,521 Millionen Euro. Allerdings stehen am Isarhochufer bekanntermaßen auch die Einfamilienhäuser auf großen Grundstücken die laut IVD seit Jahren teilweise „zu völlig überzogenen Preisen angeboten werden“.

Reihenmittelhaus

Günstiger ist da schon ein Reihenmittelhaus. Am billigsten erstehen können Bürger dieses in Unterhaching. 542 000 Euro kosten ältere Reihenmittelhäuser im Schnitt. Soll es moderner sein, wäre Kirchheim vermutlich die erste Wahl. Ein neugebautes Reihenmittelhaus gibt es für durchschnittlich 645 000 Euro. Teuer wird ein Kauf in Putzbrunn und Oberhaching. 790 000 Euro zahlen Interessierte in Putzbrunn, ein Neubau kostet in Oberhaching 934 000 Euro. Dafür kann man hier gut als Mieter wohnen. Ältere Reihenmittelhäusern kosten im Monat durchschnittlich 1530 Euro – wie auch in Taufkirchen. Das sind über 500 weniger als in Ottobrunn (2040 Euro). Bei Neubauten lohnt sich Grasbrunn mit einer durchschnittlichen Monatsmiete von 1710 Euro. Am teuersten wäre das in Kirchheim (2050 Euro).

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Doppelhaushälfte

Doppelhaushälften sind teurer. Mit 1827 Euro ist die Miete in Höhenkirchen-Siegertsbrunn am billigsten, in Ottobrunn rufen die Vermieter sogar bei Bestandswohnungen im Schnitt 2193 Euro auf. Bei einer neuen Doppelhaushälfte liegt Oberhaching an der Spitze des Rankings: 2800 Euro. Da sind die 2340 Euro in Unterhaching durchaus moderat. Kaufen lohnt sich in Taufkirchen. Bei durchschnittlich 647 000 Euro bekommen Interessierte bei Bestandshäusern den Zuschlag. Bei Neubauten findet sich der Tiefstwert in Aschheim: 770 000 Euro. Sowohl bei neuen (1,423 Millionen Euro) als auch bei bestehenden Objekten (1,021 Millionen Euro) verlangen Verkäufer in Oberhaching den höchsten Preis.

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Ausblick

Die IVD-Statistik zeigt: Vor allem München-nahe Gemeinden und Städte sind im Vergleich teurer. Unter anderem in Oberhaching und Unterschleißheim dürften die Preise in den nächsten Jahren weiter anziehen. Schließlich gehören die Kommunen nach der MVV-Reform Ende des Jahres zum Innenraum. Ottobrunn ist mit 4117 Einwohnern pro Quadratmeter am dichtesten besiedelt. Es gibt also schlicht keinen Platz. Kein Wunder, dass hier höhere Preise aufgerufen werden. „Ottobrunn verbindet die Vorteile eines wirtschaftlich starken Standorts mit der Wohnqualität einer Gartenstadt“, schreibt der IVD. Die niedrigen Mieten in Sauerlach könnten auf diesem Niveau bleiben, denn: „Im Segment Mietobjekte ist aktuell ein Bau mit günstigem Wohnraum geplant“, schreibt der IVD.

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