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Am Festgottesdienst vor der St. Anna-Kapelle nehmen hunderte Gläubige teil.

Stauchartinger St.-Anna-Fest

Wallfahrer pilgern zur Waldkapelle

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Sonne satt am traditionellen St. Anna-Fest in Staucharting im Deisenhofener Forst. Hunderte Bittgänger hatten sich schon am frühen Morgen auf den Weg zur kleinen Waldkapelle gemacht. Höhepunkt war dort ein Festgottesdienst mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg und Geistlichem Rat Lorenz Poschenrieder mit anschließender Pferdesegnung.

Staucharting –Bei Norbert Hohenleitner aus der Gemeindeverwaltung, zuständig für die Ordnung und Sicherheit, liefen an diesem Tag die Fäden zusammen. Zufrieden schaute er ins Rund der gut 3000 Besucher, die sich nach Festgottesdienst und Umritt bei einer Brotzeit stärkten. „Heuer haben etwa 35 Gespanne mit gut 70 Rössern und etwa 35 Solo-Reiter teilgenommen“, sagt er am Ende zufrieden.

Er denkt nur ungern ans letzte Jahr zurück. Es regnete in Strömen, nur etwa 40 Pferde mit ihren Reitern wagten den Umritt in der Nässe. Umso mehr genossen heuer die Wallfahrer den Festgottesdienst im sonnendurchfluteten Wald. Mit dabei Prälat Walter Wakenhut als Konzelebrant. Weihbischof Rupert Graf von Stolberg erinnerte daran, dass dieser besondere Ort seine Geschichte habe. „Die Menschen, die hier einst wohnten, sind verschwunden, nur die Kirche ist geblieben“. Gott ziehe nicht weg, er bliebe. „Ich bin sehr dankbar, dass hier die Tradition aufrecht erhalten bleibt wird“, sagte der Weihbischof.

Seit 1692 gibt es die kleine Waldkapelle, die alljährlich am 26. Juli Ziel der Wallfahrt ist. Stets am Namenstag der Heiligen Anna, der Großmutter Jesu Christi und Mutter der Jungfrau Maria.

Mit seinen Hengsten Ramstern und Rosario (Vater und Sohn) ist Josef Huber aus Warngau zum St. Anna-Fest gekommen.

Und noch während die versammelten Gläubigen das traditionelle St. Anna-Pilgerlied singen, mischen sich zunehmend helle Pferdeglocken und Gewieher dazu: Die Gespanne nehmen auf der nahen Lichtung Aufstellung für den Umritt der Kapelle.

Unter ihnen ist auch Josef Huber (64) aus Warngau bei Höhenkirchen. Über ein Dutzend Mal war er schon hier. Gekommen ist er mit seinen großen Zuchthengsten Ramstern (18) und Rosario (12). Sie ziehen einen Wagen mit dem Modell der St. Anna-Kapelle.

Während des Umritts weiht Rupert Graf zu Stolberg Pferd und Reiter der St. Anna-Kapelle.

Auch Hubers Tochter Kathrin und Sohn Leonard sind heuer wieder dabei. Was bedeuten Josef Huber Wallfahrt und Pferdesegnung? „Heimat und Beständigkeit“, lautet die klare und bestimmte Antwort. Freilich glaubt er auch fest an den Segen für Tiere und Stall.

Traditionell umrunden die geschmückten Gespanne dreimal die Kapelle. Mit dem Kreuzreliquiar, Weihwasser und Weihrauch segnete Rupert Graf zu Stolberg sowohl Ross als auch Reiter. Ein Ritual, das sonst auch Geistlicher Rat Lorenz Poschenrieder gern ausführte. Es ist heuer das letzte St. Anna-Fest für ihn im aktiven Dienst. Er geht Ende August in den wohlverdienten Ruhestand. „Vergelt’s Gott und beste Wünsche dafür“, sagte der Weihbischof.

„Zu 95 Prozent werde ich dann in Wolfratshausen wohnen“, erzählt Poschenrieder auf Anfrage. Aber eines will er auch in Zukunft nicht missen: Dem St. Anna-Fest will er auf jeden Fall weiter die Treue halten.

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