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Einen kleinen Anstieg auf der Kybergstraße müssen die Kaltblüter bewältigen, bevor sie am Kirchplatz ankommen.
An die 2000 Schaulustige verfolgten den Umzug und die Segnung beim Stefaniritt, der heuer zum 40. Mal in Folge stattfand.
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An die 2000 Schaulustige verfolgten den Umzug und die Segnung beim Stefaniritt, der heuer zum 40. Mal in Folge stattfand.
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An die 2000 Schaulustige verfolgten den Umzug und die Segnung beim Stefaniritt, der heuer zum 40. Mal in Folge stattfand.
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Stefaniritt Oberhaching

Aus dem Stall, um die Kirche

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Sattel, Schweifriemen, Brustgeschirr, Halfter, Zaumzeug und Führleine machen zusammen das Geschirr aus, das den Kaltblütern umgelegt wird, bevor sie am Zweiten Weihnachtsfeiertag Richtung Oberhachinger Kirchplatz ziehen. An die 2000 Schaulustige verfolgten den Umzug und die Segnung beim Stefaniritt, der heuer zum 40. Mal in Folge stattfand.

OberhachingHerrlich herausgeputzt waren an diesem Sonnentag nicht nur die Beschläge, sondern die Rösser selbst. Wie sie dreimal unter den tönenden Glockenschlägen die Stephanskirche in weitem Kreis umrundeten. An die 100, zum Teil außerordentlich schöne Exemplare hatten den Weg nicht gescheut, allen voran die dunklen Rösser der Polizeistaffel, hinter der sich Bürgermeister Stefan Schelle eingereiht hatte. Aber auch viele Kutschen, Vierspänner und schwere Fuhrwerke rollten heran, um das Bild mit schönen Gestecken aus Tannenzweigen und Blumen zu vollenden. D’Gleißentaler, D’Hachingertaler, Oberhachings Gemeinderäte, die Kolpingsfamilie, eine lebendige Krippe mit fulminantem Abendstern folgten aufeinander.

Wie immer zierten die Modelle der Stephanskirche und von St. Bartholomäus zwei Wagen, und die Blaskapelle Deisenhofen parkte ihr Gespann kurzzeitig am Kirchplatz, um den Platz mit Musik zu füllen.

„Mit den besten Wünschen des Hauses“ rief Pfarrer Rüdiger Karmann den Burschen in ihrem Fuhrwerk zu und spendete ihnen einen großen Schwung Weihwasser auf Haupt und Tracht. Sie nahmen die Dusche gelassen. Sehr viel ernsteren Inhalts war die Kurzpredigt anlässlich des Umritts. Darin erinnerte Karmann an die 100 Millionen Christen in der Welt, die unter Verfolgung, Folter und Misshandlung leiden. Der heilige Stefan sei der erste Märtyrer der Christenheit und damit sozusagen der Kronzeuge dieses Leidens, das nicht umsonst sein soll. Vielmehr ist laut Pfarrer Karmann das Martyrium die Echtheitsprobe des Glaubens, aus dem man Zuversicht schöpfen könne.

Die Rösser wurden trotz der schönen Rede langsam ungeduldig, zumal sie auf einen feinen Trog voller Hafer noch lange warten mussten. Stattdessen ging es dreimal unter hellem und dunklen Geläut um die Kirche herum. Es ist selten, dass alle fünf Glocken der Kirche in Bewegung gesetzt werden. Neben der großen Stephanusglocke ertönten die Glocken der heiligen Maria, des Johannes und des Leonhard sowie die Friedensglocke. Zur Segnung spendete die Geistlichkeit den Pferden nicht nur Weihwasser, sondern auch Weihrauch. Und bei der dritten Umrundung wurde die Monstranz mit dem Kreuzpartikel aus der Kirche vorgezeigt.

Zum ersten Mal mit dabei in Oberhaching war Reiterin Maria Longerich, die mit Freunden vom Stall aus Lanzenhaar hierher geritten kam und beim Umritt viel Spaß hatte. Dass wenige Pferde das Tempo nicht exakt halten konnte und die übrigen Rösser dadurch nervös machten, ist schnell vergessen. Oder wie es eine ihrer Kolleginnen sagte: „Reiten wird überbewertet.“ Sie stieg aus Sicherheitsgründen kurzerhand vom Pferd ab, um es an den besonders engen Stellen langsam herumzuführen.

Maria Longerich freut sich übrigens schon auf den nächsten Umritt. Zu Ehren des Heiligen Georg an Heiligdreikönig in Arget.

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