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Geschmückte Pferde ziehen den Wagen mit dem Modell von St. Stephan.
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Premiere: Das eigens für das Fest gebraute Stephanibier wird zum ersten Mal ausgeschenkt. Die Besucher sind begeistert. fotos: nie
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Die Kirche St. Bartholmäus: Ein Modell des Gotteshauses in Deisenhofen wird beim Stephaniritt gezeigt.
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Mit eigenem Wagen sind auch die Kinder vom Kindergarten „Villa Regenbogen“ vertreten.
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Stephaniritt in Oberhaching

Festzug mit eigenem Bier

Oberhaching - Klingende Silberglöckchen, liebevoll geschmückte Pferde mit kunstvoll geflochtenen Mähnen und einige tausend Zuschauer rund um den Kirchplatz in Oberhaching. Der Stephaniritt war traditionell der festliche und würdevolle Ausklang des Weihnachtsfestes.

Mehr als eine Stunde vor Beginn der Prozession kamen die ersten Zuschauer und sicherten sich damit die besten Plätze. Unter ihnen waren auch Helga und Gerald Bauerfeind aus Deisenhofen. Seit 1978, seit es den Stephaniritt nach einer jahrzehnte langen Pause wieder gibt, sind sie als Zuschauer dabei. „Fast jedes Jahr. Nur wenn das Wetter gar zu greißlich war, haben wir eine Pause eingelegt“, meint Gerald Bauerfeind. Das war in diesen knapp 40 Jahren nicht häufig der Fall.

Auch gestern passte es mit dem Wetter: Kein Regen, so wie im Wetterbericht angekündigt, fast frühlingshafte Temperaturen um die zehn Grad und manchmal sogar zwischen Wolkenlücken etwas Sonnenschein. Mancher Zuschauer kam sogar im kurzärmeligen T-Shirt. Vertreten war auch die Brauereigenossenschaft Oberhaching. Braumeister Hans Griebl hatte heuer zum ersten Mal eigens für das Fest ein Stephanibier nach seinem Rezept kreiert. 3000 Liter, dunkel, kräftig im Geschmack und fünf Prozent Alkohol: „So wie es die Bayern im Winter gerne mögen. Das mundet richtig schön“, meinten die ersten Besucher begeistert.

Kurz nach 13.30 Uhr startete der Ritt am Maibaum in Deisenhofen. Angeführt von vier Reitern der Reiterstaffel der Polizei machten sich die mit Blumen und Tannenzweigen geschmückten 14 Festkutschen und Truhenwagen sowie die etwa 50 Einzelreiter auf den 1,5 Kilometer langen Weg zum Kirchplatz in Oberhaching.

Anders als in den Jahren zuvor fehlte am Montag aber Bürgermeister Stefan Schelle bei den Vorreitern. Ein trauriger und schmerzhafter Anlass, der Tod seiner geliebten Mutter, ließ ihn Abstand nehmen von der Teilnahme.

Die Aktiven des Trachtenvereins D’Gleißentaler Oberhaching hatten ihr Festtagsgewand angelegt: Die Frauen die mehrgängige silberne Halskette (Kropfkette), den Miesbacher Dirndlhut mit Flaum, Lodenmantel und den weißen Schal, die Buam trugen das weiße Trachtenhemd, das Gilet (die grüne Weste) und graue Joppe. Die Sternsinger mit einer Krippe, die Kinder des Kindergartens „Villa Regenbogen“ sowie die Modelle der beiden Pfarrkirchen St. Bartholomäus in Deisenhofen und St. Stephan in Oberhaching auf eigenen Wagen durften nicht fehlen. Mit einer Abordnung waren auch heuer die Reiterfreunde Waakirchen wieder vertreten. Den Abschluss des Zuges bildeten die Einzelreiter. Für sie alle war der Stephaniritt der Höhepunkt des Winters.

Pfarrer Rüdiger Karmann erinnerte in seiner Predigt an das Schicksal des in Jerusalem tätigen Priesters Stephanus, der von den katholischen Gläubigen als der erste Märtyrer verehrt wird. Er war einer der ersten, der in der Nachfolge Jesu das Christentum verkündete, war der bedeutendste Diakon der Urkirche und wurde darum als Lästerer zum Tode durch das Steinigen verurteilt. Im Angesicht des Todes soll er der Überlieferung nach zum Herrn gebetet haben: „Herr, nimm meinen Geist auf, rechne ihnen diese Sünde nicht an“, erinnerte Karmann.

Seit seiner Heiligsprechung ist Stephanus in der römischen Liturgie auch der Schutzpatron der Pferde. In seinem Segen für die Rösser und die Reiter bat Karmann darum, die Pferde vor Krankheiten und Seuchen zu bewahren, schädliche Einflüsse von den Tieren fernzuhalten und „schenke uns Freude an den Tieren, die du erschaffen hast“, sprach er im Gebet.

Mit drei Umritten zu den feierlichen Klängen der Musikkapelle Oberhaching-Deisenhofen um die Pfarrkirche St. Stephan endete die feierliche Prozession, der sich ein kleines Fest um den Kirchplatz im Zentrum der Gemeinde anschloss. Friedlich klang nicht nur der Stephaniritt aus, sondern auch das Weihnachtsfest.

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