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Da stehst du machtlos davor: Maximilian Ritter (27) vor dem Telefonmast am Stauchartinger Weg. Den Mast hat die Telekom wieder aufgestellt. Die Anschlüsse funktionieren immer noch nicht.

Seit drei Wochen ohne Anschluss 

Telekom schickt Straße in die Steinzeit

Seit fast drei Wochen leben die Bewohner des Stauchartinger Wegs in Oberbiberg ohne Internet und Telefon. Zwölf Häuser sind abgeschnitten, doch die Telekom behebt den Schaden nicht.

Oberbiberg – Kein Internet, kein Telefon und miserabler Handyempfang. „Das ist Steinzeit!“ ärgert sich Stephan Ritter aus Oberbiberg. Seit dem 19. August müssen der 60-Jährige Kaufmann und gut 40 weitere Bewohner des Stauchartinger Wegs mit diesem prähistorischen Zustand klar kommen. Ein umgestürzter Baum zerstörte während des Unwetters die Oberleitung, die den Straßenzug mit Fernsehen, Internet und Telefon versorgt.

Am selben Abend noch räumte die Freiwillige Feuerwehr die Straße und Maximilian Ritter (27) informierte die Deutsche Telekom über den Schaden. Seit nunmehr zweieinhalb Wochen telefoniert sich der Sohn von Stephan Ritter durch den Kundenservice der Telekom. „Bremen, Leipzig, Chemnitz: egal wo ich im Kundenservice rauskomme, jedes Mal werde ich vertröstet“, sagt er.

Dabei ist die Familie darauf angewiesen, im Nottfall kontaktiert werden zu können. Für die 83-Jährige Schwiegermutter, die in Laim wohnt sind im Ernstfall keine Familienmitglieder erreichbar. Alle wohnen im Stauchartinger Weg, alle haben weder Internet noch Telefon und alle haben keinen flächendecken Handyempfang in der Straße. Der Anbieter: ebenfalls die Telekom. „Ich zahle jeden Monat 70 Euro, aber der Service ist quasi nicht vorhanden“, sagt Ritter.

Mehrmals versuchte Maximilian Ritter schon einen Termin mit Technikern auszumachen, bis heute hat er noch keinen Mitarbeiter gesehen. Überlastung, sagt der Anbieter, „Wir sind denen wurscht!“, sagt Ritter. So war nach Aussagen des Telekom-Kundendienstes zwar ein Mitarbeiter vor Ort, konnte den Schaden allerdings nicht reparieren. Gesehen hat ihn Max Ritter nicht. Auch an den folgenenden Terminen tauchte kein Techniker auf, erst auf Nachfragen erfuhr Ritter davon, dass der Termin abgesagt wurde.

Auch am Termin, den der Bautrupp der Telekom (PTI) für Mittwoch, 20 Uhr, ausgemacht hatte, erschien kein Techniker. „Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass die überhaupt nur bis 19 Uhr erreichbar sind“, erzählt der 27-Jährige. Auf Anfrage des Münchner Merkurhieß esbeim Telekom-Kundenservice, dass der Bautrupp den Bearbeitungszeitraum bei der Telekomzentrale bis zum 11. September habe verlängern lassen. „Das ist echt ein Witz“, kommentiert Maximilan Ritter.

Seit drei Wochen ist keine Kommunikation in das Haus der Ritters und elf weitere möglich. Jeden Tag fährt ein Familienmitglied nach München, um bei der Großmutter nach dem Rechten zu sehen. Maximilian Ritters Freundin stammt aus Brasilien und kann nur im Immobilienbüro der Ritters Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen. Der umgestürzte Mast steht inzwischen zwar wieder, der Anschluss ist aber weiterhin unterbrochen.

„Ich will niemanden schlecht machen, aber auf den Arm nehmen lassen wir uns auch nicht!“, sagt Maximilian Ritter. Den Handyvertrag bei der Telekom will er möglichst bald kündigen, doch bei Festnetz und Internet kommen die Anwohner des Stauchartinger Wegs dem Kommunikationsriesen gar nicht aus. Egal welchen Anbieter sie wählen würden, die Leitung bleibt weiterhin die der Telekom. Korbinian Bauer

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