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Für Kinder in der Karibik engagiert sich der Oberhachinger Verein „Azioni Ninos Felices“ mit (v.l.) Jan und Sabine Loesch sowie Enzo Giardino.

Verein „Azioni Ninos Felices“

Eine Chance auf Zukunft schenken

Oberhaching - Der Verein „Azioni Ninos Felices“ aus Oberhaching besucht seine Patenkinder in der Dominikanischen Republik und erweitert aktuell vor Ort ein Kinderheim.

„Es ist wirklich toll zu erleben, wenn Kinder sicher groß werden und die Chance haben, ihre Zukunft zu gestalten“, freuten sich Sabine und Jan Loesch jetzt beim Sommerfest des Vereins „Azioni Ninos Felices“ in Oberhaching, der es sich seit 2001 auf die Fahne geschrieben hat sich um das Wohl von Kindern in der Dominikanischen Republik zu kümmern. Die beiden Oberhachinger haben kurz nach der Gründung des Vereins zwei Patenschaften übernommen und sind dieses Jahr im Februar erstmals mit ihren eigenen beiden Kindern auf die Karibikinsel geflogen, um „ihre“ Schützlinge zu besuchen.

Rund 110 Patenschaften hat „Azioni Ninos Felices“ bis heute vermittelt. Sie ermöglichen, dass bedürftige Kinder eine Schule besuchen können, krankenversichert sind und die Familien mit Schulmaterial, Spielsachen oder Kleidung versorgt werden.

„Gleich bei der Ankunft am Flughafen gab es eine wunderbare Überraschung, als uns Aleni begrüßte und fest in die Arme schloss“, berichtete Sabine Loesch. Die heute 20-Jährige konnte dank des Engagements des Ehepaares die Schule besuchen und studiert mittlerweile in St. Domingo Medizin.

„Es muss einem bei der Patenschaft wirklich bewusst sein, dass man für viele Jahre Verantwortung übernimmt und nicht einfach aufhören kann“, betonte Jan Loesch.

Der Besuch beim 14-jährigen Jesus, ihrem zweiten Patenkind, zeigte der Oberhachinger Familie dann auch deutlich, wie bitter nötig Hilfe ist. Denn Jesus lebt mit seiner Mutter und Schwester in einer Hütte mit circa 15 Quadratmetern ohne fließendes Wasser oder Strom. „Es ist schockierend zu sehen, wie die Menschen dort leben“, ist sich das Ehepaar einig. „Es war schön, Jesus persönlich kennenzulernen. Wir sind mit seiner Mutter gemeinsam essen gegangen und haben anschließend noch einiges eingekauft von Kleidung bis zum Schulranzen.“ Großes Highlight für den Jungen war aber eine schicke Baseball-Kappe samt Baseball, die er mit strahlendem Lächeln entgegennahm.

Da Schulbildung die wichtigste Voraussetzung für die Zukunft ist, war das erste Projekt des Vereins im Jahr 2004 die Gründung einer Schule im kleinen Ort San Marco Arriba, wo 50 Kinder die Chance auf einen Schulbesuch haben. „Das ist mittlerweile ein Selbstläufer, wir kümmern uns eigentlich nur noch um den Erhalt des Gebäudes“, berichtet Enzo Giardino, Gründer und Erster Vorstand des Vereins. „Es ist toll zu sehen, wie die einstmals kleinen Kinder heute in der Ausbildung stecken oder sogar studieren.“

Als nächstes gelang es „Azioni Ninos Felices“, ein Kinderheim zu errichten, wo derzeit 24 Jungen und Mädchen vom Kleinkind bis zu 16 Jahren leben. Der Verein hat die Trägerschaft in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt übernommen. Es wurden eine Leiterin eingestellt, drei Erzieher, die sich um alle praktischen Belange und das Haus kümmern, eine Köchin und eine Putzfrau. Natürlich wird auch die Krankenversicherung und der Schulbesuch gewährleistet. Zudem gibt es Sozialarbeiterinnen und auch psychologische Betreuung. Derzeit arbeitet der Verein daran, ein zweites Gebäude auf dem Gelände des Heims zu bauen, da die Kinder ab dem zwölften Lebensjahr nach Geschlechtern getrennt untergebracht werden müssen.

„Wir setzen bei den Spenden auf offene Strukturen, sodass man jederzeit sehen kann, wie das Geld eingesetzt wird sowie auf den persönlichen Kontakt zwischen den Menschen in Deutschland und der Dominikanischen Republik“, betonte Giardino.

Birgit Davies

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