Trotz Bedenken:

Wieder Tempo 100 Richtung Ödenpullach erlaubt

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Noch im Frühling dieses Jahres werden die Tempo-70-Schilder auf der Alten Oberbiberger Straße, die Laufzorn mit Ödenpullach verbindet, auf einem Teil der Strecke abgebaut und durch ein Achtung-Radfahrer-Schild ersetzt. Damit können Autofahrer auf einem Teilstück im Wald wieder bis zu 100 Stundenkilometer fahren.

Oberhaching – Den Beschluss fällten jetzt mit 6:3 Stimmen die Mitglieder des Oberhachinger Umwelt- und Verkehrsausschusses. Sie folgten damit einem Gutachten des Autofahrer-Clubs ADAC. Die Polizei kommt zu einem ganz anderen Ergebnis als der ADAC: Demnach ist das Teilstück von der Römerstraße bis zum Waldausgang Richtung Ödenpullach problematisch, da die Fahrbahn mit fünf Metern recht schmal ist, und es zu Blendungen und Sichteinschränkungen durch das Dach der Bäume bei Lichteinfall kommt. Auf der Strecke sei es zu schweren Unfällen gekommen. Erst im vergangenen Jahr wurde auf der Gemeindestraße daher eine Beschränkung auf Tempo 70 angeordnet. Schließlich seien vor allem am Wochenende zahlreiche Radfahrer auf der Strecke unterwegs.

Nun die abrupte Kehrtwende. Das Tempolimit von 70 Stundenkilometer gilt nur noch auf dem kurvigen und unübersichtlichen Teilstück zwischen Laufzorn und der Einmündung zur Römerstraße. Von da bis Ödenpullach steht ein Achtung-Radfahrer-Schild, das Autofahrer verpflichtet, die Geschwindigkeit dem Verkehr entsprechend anzupassen. Jörg Koppen vom Arbeitskreis Verkehr der Agenda 21 ist von der neuen Lösung „enttäuscht“. „Dort verlaufen die Radwanderrouten Via Julia und Münchner Radl-Ring, was bedeutet, dass viele Radler unterwegs sind, die entsprechende Sicherheit benötigen“, sagte er. „Oberhaching zeigt sich hier nicht als fahrradfreundliche Kommune.“

Dagegen stellt das Gutachten des ADAC fest, dass „eine ganzjährige Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit den Kraftverkehr mehr als erforderlich einschränkt“. Der Verein favorisiert das Achtung-Radfahrer-Schild mit der Begründung, dass dieses Autofahrern mehr Aufmerksamkeit abverlangt und für eine deutlich geringere Geschwindigkeit sorgt, um Gefahrensituationen im Vorfeld zu vermeiden.

Gemeinderat Martin Schmid (CSU), der selbst in Ödenpullach lebt, appellierte „an den gesunden Menschenverstand langsam zu fahren, wenn die Situation es verlangt“. „Wer dort täglich fährt, wird durch das Tempolimit eingeschränkt, selbst wenn kein Radfahrer in Sicht ist.“

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