Einen zweiten Kunstrasenplatz, wie hier in Hohenbrunn, wünscht sich der FC Deisenhofen. Rund 820 000 Euro kostet das Projekt.
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Einen zweiten Kunstrasenplatz, wie hier in Hohenbrunn, wünscht sich der FC Deisenhofen. Rund 820 000 Euro kostet das Projekt.

Aus Spargründen

Zankapfel Kunstrasenplatz für FC Deisenhofen: Grüne wollen Planungen auf Eis legen lassen

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
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Einmal mehr waren die Planungen für den Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes für den FC Deisenhofen Zankapfel in der Sitzung des Gemeinderates.

Oberhaching – Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen stellte den Antrag auf Sperrung des im Haushalt bereit gestellten Zuschusses, da nach ihrer Ansicht aufgrund der Corona-Pandemie derzeit noch nicht abzusehen ist, wie sich die Finanzlage der Gemeinde im nächsten Jahr entwickelt und „eine solche Maßnahme erst in Zeiten besserer finanzieller Planbarkeit realisiert werden sollte“.

820.000 Euro Kosten

Es handelt sich um Kosten in Höhe von 820 000 Euro, wobei die Fördermittel des Bayerischen Landessportverbandes noch nicht abgezogen sind, da diese erst noch beantragt werden müssen. Schon im Dezember vergangenen Jahres, also vor Corona, wurde im Gemeinderat intensiv diskutiert, ob man einen zweiten Kunstrasenplatz bezuschussen sollte. Damals entschied sich das Gremium mehrheitlich dafür. Ende März dieses Jahres befassten sich die Räte erneut mit dem Thema wegen der möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus und beschlossen, den Bau auf 2021 zu verschieben. Wie Kämmerer Paul Fröhlich berichtete, ist die Finanzlage der Gemeinde stabil und dank der Kompensation des Bundes werden statt der geplanten 22 Millionen Euro nun 21 Millionen Euro Einnahmen erwartet. Ludwig Pichler (CSU) betonte, dass demnach die Finanzlage nicht eingebrochen ist und fragte, ob es gerade in dieser Situation richtig ist, „an der Jugend zu sparen“.

Gespaltene Meinung im Gemeinderat

Dem hielt Simon Sainer (WGO) entgegen, dass man eine solch hohe Summe schwer vor den Bürgern rechtfertigen kann, und auch er einer Verschiebung zustimmen würde. Dem schloss sich auch Claudia Schmidt-Utzmann (FDP) an, die den Zeitpunkt für den Zuschuss nicht für passend hielt. Michael Thaller (CSU) wies darauf hin, dass durch den Bau Arbeitsplätze für mittelständische Betriebe gesichert werden. „Wenn wir alles zurückziehen aufgrund der wirtschaftlichen Lage, dann geht es der Wirtschaft auch weiter schlecht.“ Valentina Eckel (Grüne) meinte, dass sicher nicht an den Kindern gespart werden solle, aber stellte in Frage, ob „das Geld an dieser Stelle richtig aufgehoben sei, wenn man nicht weiß, wie sich die Finanzen weiterentwickeln“. Mit 13 zu 10 Gegenstimmen fand der Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen letztlich keine Mehrheit. Der Zuschuss wird nicht gestrichen.

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