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Der Bahnlärm nervt die Anwohner.

Neue leise S-Bahnen

Zehn Jahre Kampf gegen Zuglärm:ILI fährt Erfolgskurs

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Seit zehn Jahren kämpft die Initiative ILI gegen den Lärm abgestellter Züge. Der Durchbruch ist gelungen.

Oberhaching – Es brummt, zischt, und manchmal ertönt ein lauter Knall – alles direkt vor der Haustür. Der Lärm abgestellter Züge entlang der S-Bahngleise ist für Anwohner nervtötend. Die Interkommunale Lärmschutz-Initiative (ILI) setzt sich seit zehn Jahren dafür ein, den Krach zu reduzieren. Die Erfolge sind beachtenswert.

Mehr als 200 Mitglieder kämpfen

Durch Beharrlichkeit, technisches Verständnis und diplomatisches Geschick schaffte es die ILI, die heute über 200 Mitglieder samt 13 Gemeinden und Städten wie Oberhaching, Aying, Tutzing, Wolfratshausen, Holzkirchen, Altomünster und der Landkreis München zählt, sich Gehör bei Vertretern der S-Bahn und der Deutschen Bahn zu verschaffen. Wenn sich Vorsitzender Werner Litza zurückerinnert, kann er es gar nicht fassen, wie sich aus eigener Betroffenheit ein Anliegen entwickelt hat, das mittlerweile in ganz Bayern auf offene Ohren stößt.

Erfolgreiche Gemeinschaft gegen den Zuglärm: (v.l.) ILI-Chef Werner Litza, Irmtraud Dunger-Kaltenbach (ILI), die Bürgermeister Johann Eichler, Barbara Bogner und Stefan Schelle, Alois Wichthuber und Henk Bos (beide ILI).  

So hat es die ILI geschafft, für die Ausschreibungen der nächsten S-Bahn-Generation die Zusagen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des Bayerischen Innenministeriums zu erhalten, dass die neuen 350 Züge bestimmte Lärmschutzrichtlinien einhalten. „Das ist für die betroffenen Landkreis-Gemeinden und die Münchner ein riesiger Schritt“ sagte Litza stolz beim ILI-Geburtstagsfest im Weißbräu Oberhaching, wo die Initiative vor zehn Jahren gegründet wurde.

Aber es war ein steiniger Weg bis zu diesem Ergebnis. Kurz nach ihrer Gründung im Juli 2008 reichte die ILI bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen des Bahnlärms ein. Diese ging von der Polizei zum Landratsamt und weiter zur S-Bahn München, wo Bernhard Weisser gerade die Geschäftsleitung übernommen hatte. „Ohne ihn als offenen Gesprächspartner wäre es sehr schwierig geworden“, sagte Litza. 

Gute Kooperation

Weisser kann das Lob nur zurückgeben: „Über die Jahre ist eine wertschätzende Partnerschaft entstanden.“ Gemeinsam erstellen ILI und S-Bahn einen Katalog mit Maßnahmen, um den Lärm zu verringern. „Grundlage war ein Gutachten des TÜV Süd, das wir in Auftrag geben konnten dank der finanziellen Unterstützung der Mitgliedsgemeinden, die von Beginn an im Boot waren.“ Und es war ein glücklicher Zufall, dass der ILI-Vorstand aus versierten Ingenieuren bestand, die sich in das Thema einarbeiteten. „Wir haben alle nicht geahnt, was da auf uns zukommt, aber uns war klar, dass etwas passieren muss.“

Zusage für leisere Züge

Erster großer Erfolg war der Einbau sogenannter Diffusoren, die den Lärm bei abgestellten Zügen erheblich reduzierten. „Sicher bedeutete das Kosten für die S-Bahn, doch gleichzeitig konnten wir auch Energiekosten einsparen und die Umwelt weniger belasten“, erläuterte Weisser. Es wurde ein Meldesystem auf die Beine gestellt, bei dem ILI-Mitglieder Lärm an die Leitstelle der Bahn weitergeben, die dann jemanden zur Prüfung schickt. Eigentlich wollte Litza (64) den Vorsitz abgeben, doch er entschied sich um. Seine Motivation: „Ich möchte die Ausschreibung für die neuen Zuggarnituren, die ab 2026 in Betrieb gehen sollen, begleiten.“ Und an vorderster Front erleben, dass der Wunsch wahr wird, für den die ILI so lang gekämpft hat.  

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