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Rund 60 Oberhachinger wollen wissen, wie sie sich um ein Reihenhaus im Einheimischenprogramm bewerben können.

Infoveranstaltung in Oberhaching

Teure Schnäppchen für Einheimische

Oberhaching – Vor rund 60 Oberhachingern hat Bürgermeister Stefan Schelle erklärt, wie die Gemeinde ihren Mitbürgern helfen will, halbwegs günstig an Eigentum zu kommen.

„Ziel der Gemeinde ist es, im Rahmen von Einheimischen-Projekten eine stabile Struktur der Bevölkerung zu erhalten, Menschen ins Eigentum zu bringen, damit sie am Ort bleiben können“, meinte Bürgermeister Stefan Schelle gleich zu Beginn einer Infoveranstaltung im Bürgersaal Forstner, die sich für eines von insgesamt 19 Reihenhäusern im Einheimischen-Projekt Am neuen Weg/ Forstweg bewerben möchten. Dies ermöglicht zu vergünstigten Konditionen auf dem überhitzten Wohnungsmarkt Eigentum zu erwerben.

Auf dem insgesamt 14 300 Quadratmeter großen Grundstück entstehen sechs Einzelhäuser, 14 Doppelhaushälften, 19 Reihenhäuser in vier Baukörpern sowie zwei Mehrfamilienhäuser mit 18 Eigentumswohnungen, also Platz für fast 60 Wohneinheiten und damit etwa 200 Bürger. Die Vergabe der Einzelhäuser und der Doppelhäuser ist bereits abgeschlossen.

Oberhachinger, die sich für ein Reihenhaus interessieren, nutzten nun die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Neben der für den Bau der Reihenhäuser zuständigen Firma Pöttinger sowie dem Architekten waren Mitarbeiter aus der Kämmerei, ein Anwalt sowie ein Notar zugegen, um den Bewerbern schon im Vorfeld zur Seite zu stehen. Notar Jens Kirchner erklärte das Konstrukt des Kaufvertrags. So gehört jedem der später ausgewählten Bewerber zwar sein Reihenhaus, jedoch ist jede Familie auch mit 70 Quadratmetern an der Gemeinschaftsfläche beteiligt, bestehend unter anderem aus Tiefgarage, Wegen und Spielplatz. Ähnlich sieht es bei Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern aus, wobei bei diesem Projekt alle Kosten, die direkt für das Haus anfallen, beim jeweiligen Besitzer bleiben und nicht von der Eigentümergemeinschaft geteilt werden.

Schelle riet zudem die Finanzierung schon vor Bewerbungsschluss am 10. Februar auf sichere Beine zu stellen. „Wenn das nicht der Fall ist, kann die Bewerbung leider nicht angenommen werden.“

„Es ist toll, dass die Gemeinde solche Projekte auf den Weg bringt“, meinte Robert Schreyer, der mit Frau und Kind seit neun Jahren in Oberhaching lebt. „Wir wünschen uns schon länger etwas Eigenes, aber die Preise sind hier nicht ohne, und so wäre das eine schöne Chance.“ Das sieht auch Torsten Schinnerl so, der sich mit seiner Frau und beiden Kindern bewerben will. „Für eine mittelständische Familie ist es ohne Einheimischen-Modell nicht mehr möglich, Eigentum zu erwerben“, sagte er. „Über die strengen Kriterien der Vergabe lässt sich natürlich streiten, aber grundsätzlich ist es sehr positiv.“

Aber auch im Rahmen des Einheimischen-Projekts bleiben die Preise hoch. Nach den Worten Schelles geben Gesetzgeber und EU klar vor, in welcher Höhe eine Gemeinde subventionieren darf. So kostet das größte Eckhaus mit 270 Quadratmetern Grund zuzüglich 70 Quadratmetern Gemeinschaftsfläche 715 000 Euro. Dazu kommen Anschaffungen wie Badausstattung, Küche oder Fußböden. Das kleinste Reihenmittelhaus mit 134 Quadratmetern Grund und 70 Quadratmetern Gemeinschaftsfläche kostet 520 000 Euro. Damit lässt sich auch die hohe Einkommensgrenze von höchstens 100 000 Euro erklären, denn auch diese vergünstigten Preise haben es in sich.
 Birgit Davies

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