Viel erreicht: (v.l.) Kassier Hans-Dieter Bretz, Vorsitzender Werner Litza, Oberhachings Bürgermeister und ILI-Beirat Stefan Schelle und Zweiter Vorsitzender Alois Wichtlhuber. F: dv

Vorbild für ganz Deutschland im Kampf gegen Lärm

Oberhaching - Wo es entlang abgestellter Züge zischt, dröhnt oder knallt, werden sie aktiv. Die Interkommunale Lärmschutz-Initiative (ILI) hat es sich seit über fünf Jahren auf die Fahne geschrieben, unnötigen Lärm abgestellter Züge zu reduzieren, damit die Anlieger wieder in Ruhe schlafen oder Garten und Balkon nutzen können.

„Wir haben bereits viel erreicht“, sagt Werner Litza, Vorsitzender der ILI, bei der Jahresversammlung im Gasthof Weißbräu den rund 30 Mitgliedern aus München, dem Landkreis München, aber auch Holzkirchen, Kochel, oder Garmisch.

In geduldiger Arbeit gelang es der Initiative gemeinsam mit der S-Bahn München, die sich nach anfänglichen Zweifeln intensiv mit den Problemen der Anwohner auseinandersetzte, für mehr Ruhe an den Gleisen zu sorgen. Mit einem Bündel an Maßnahmen, vom lärmreduzierten Betriebs- und Abstellmodus zu Wartungsverbesserungen, Meldemöglichkeiten bei akutem Lärm und besonders durch die Nachrüstung mit Diffusoren beim Druckluftsystem, das sich nun nicht mehr knallend entlädt. „Vor allem ist es gelungen ein Bewusstsein für die Problematik bei den Verantwortlichen der Bahn zu schaffen“, sagt Zweiter Vorsitzender Alois Wichtlhuber. Einige der Maßnahmen, die von der ILI in die Wege geleitet wurden, werden mittlerweile in ganz Deutschland von der Bahn umgesetzt. Die Initiative hofft, dass sich innerhalb der nächsten beiden Jahre die technischen wie organisatorischen Verbesserungen im Fahrplan in und um München manifestieren werden, um einen kontinuierlichen Lärmschutz zu erzielen.

Doch kaum sind die Schwierigkeiten mit der S-Bahn München einigermaßen bewältigt, sieht sich die Initiative neuen Aufgaben gegenüber. Durch den Generationswechsel bei den regional eingesetzten Zügen, beispielsweise dem Flirt 3 der Veolia in Richtung Holzkirchen, tauchen erneut Lärmprobleme bei abgestellten Zügen auf. Zwar wurden auf europäischer Ebene Lärmnormen unter anderem durch die Aktivitäten der ILI in die Wege geleitet, doch die Umsetzung hinkt hinterher. Bei beiden Zugtypen sind Klimaanlage und Druckluftsystem relativ laut. Wie Philipp Ullmann, Leiter des Flottenmanagements bei DB Regio berichtete, soll bis zum Dezember Abhilfe geschaffen werden. „Bis dahin hat der Hersteller Verbesserungen in der Software installiert, so dass hoffentlich die Zulassung dafür erteilt wird.“ Fahrzeugingenieur Christian Funke von der DB Regio erklärte, dass es derzeit nicht möglich ist, das Fahrzeug in der Parkposition komplett abzuschalten, da die Software dafür nicht ausgerüstet ist.

Bürgermeister Stefan Schelle, Beirat bei der ILI, betonte, dass S-Bahn und Regionalzüge für den öffentlichen Verkehr eine zentrale Rolle spielen und bessere Verbindungen auch ins weitere Umland dringend nötig sind. Gleichzeitig müsse eine verträgliche Situation für die Anwohner geschaffen werden. Bei Wahl wurde der Vorstand mit Werner Litza, Alois Wichtlhuber, Schriftführer Markus Morgenstern und Kassier Hans-Dieter Bretz einstimmig im Amt bestätigt. Beiräte sind wieder Ursula Mayer, Bürgermeisterin von Höhenkirchen-Siegertsbrunn, und Bürgermeister Stefan Schelle.

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