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Beliebtes Ausflugsziel an heißen Tagen: In das Furth er Naturbad kommen Besucher aus der ganzen Region. Nicht für alle gibt es einen Parkplatz. Das sorgt immer wieder für Unmut bei Besuchern und Anwohnern.  

Interview

Ärger um Parkplätze am Further Naturbad: „Bürger sollen mit dem Rad zum Bad“

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An Sommertagen ist der Andrang amn Further Naturbad höllisch, die Parkplätze sind knapp und der Unmut der Anwohner, aber auch der Parkplatzsuchenden ist groß. Die Verkehrsüberwachung schreibt Knöllchen am laufenden Band. Oberhachings Rathaussprecher Alexander Maierhöfer kennt die Umstände zur Genüge. Eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung hat er nicht parat.

-Herr Maierhöfer, gibt es Klagen rund um die Parksituation am Bad Furth?

Dass die Situation zu Verdruss führt, insbesondere bei den Anliegern, das ist uns bekannt. Das bedauern wir auf der einen Seite, auf der anderen Seite schicken wir jetzt eben die Verkehrsüberwachung los. Es sind sehr viele heiße Tage in diesem Ausnahme-Sommer – mit einer hohen Nachfrage im Bad. Des einen Freud, des andern Leid. Fürs Baden ist es schön, für die Anwohner weniger.

-Wie viele Parkplätze gibt es denn?

Direkt am Further Bad gibt es welche, aber ganz wenige. Außerdem gibt es öffentliche Parkplätze an der Münchner Straße, limitiert für Autos. Wir hatten anfangs das Problem, dass die Buchten mit Hängern oder Lkw vollgestellt waren. Das ist nun beseitigt. Die Parkplätze gehören nicht dem Freibad, hier darf jeder sein Auto abstellen.

-Wollen Sie angesichts der Probleme etwas ändern?

Nein, von Anfang haben wir den Slogan propagiert: „Mit dem Rad zum Bad.“ Ganz bewusst von der Gemeinde so gewählt, weil wir für diese Hot-Spot-Tage ohnehin nie genügend Stellplätze zur Verfügung hätten. Selbst wenn wir 200 ergänzen würden.

-Ein Fehler bei der Planung?

Nein. Der Gemeinderat wollte ein kommunales Bad, zu dem die Bürger mit dem Rad hinfahren. Kombiniert damit hat man Spinde gebaut und erweitert, die man für die Saison anmieten kann. Gerade wenn es sich um Familien mit Kindern handelt, müssen die Eltern das Spielzeug und die Matten nicht jedes einzelne Mal dorthin transportieren. Außerdem haben wir Radständer hinzugefügt.

-Aber so ganz ohne Parkplätze geht es doch auch nicht, oder?

Die Wege sind eigentlich überschaubar, überall Tempo 30. Je mehr Parkplätze wir anbieten, desto mehr Besucher und Autos kommen, vielleicht auch von weiter weg. Es ist ein attraktives Bad, aber die Kapazitäten sind beschränkt. Eine Gesamtschau tut not. Es stellt sich die Frage: Welchen „Tod“ sterben wir jetzt? Lassen wir das Bad überlaufen, wenn hoffentlich viele mit dem Rad kommen und wir zusätzlich noch viele Parkplätze anbieten oder kommen wir mit dem Status Quo aus? Wenn ich sage, wir richten welche ein, müssen der Gemeinde die Flächen gehören. Sie muss sie bewirtschaften, und die Stellplätze stehen dann neun Monate im Jahr leer. Hinzu kommt: Am Ortsrand gibt es sonst nichts. Gäbe es hier eine Eissporthalle wie in Ottobrunn, die im Winter frequentiert würde, dann hätte man eine Wechselbelegung. Eine Grundauslastung über zwölf Monate haben wir aber in dem Bereich aber nicht.

-Gibt es denn überhaupt Flächen dort, die man ausweisen könnte?

Ich kenne jetzt die Eigentumsverhältnisse nicht. Aber auf dem Feld gegenüber Teppich Kibeck wäre es grundsätzlich vorstellbar. Aber die nächste Frage ist, will man am Ortseingang einen Großparkplatz haben, wenn man wie in Oberhaching einen Wert auf Ortsgestaltung legt? Es ist eine Geschmacksfrage, aber besonders ansehnlich wäre es bestimmt nicht.

-Manche kommen sogar extra aus Schwabing hergefahren, weil es hier so schön ist. Eine Beschränkung auf Oberhachinger Bürger, wäre das nicht die Lösung?

Es freut uns, wenn das Bad so wahrgenommen wird. Aber eine Beschränkung kommt nicht in Frage. Das öffentliche Bad wird zwar von einem Verein in großen Teilen ehrenamtlich betrieben, aber wir dürfen nicht sagen: Da dürfen nur Oberhachinger hinein. Genauso wenig kann München sagen, in die Stadtbibliothek dürfen nur noch Einheimische rein. Das würde nicht funktionieren. Solange der Schwabinger mit dem Fahrrad kommt, ist er willkommen, gehört aber nicht zu unserer Zielgruppe. Mit dem Auto wird es schwierig. Im Zweifelsfall gibt es ein Knöllchen. Ausgelegt ist das Bad für Oberhaching und Nachbargemeinden im Radl-Umkreis von drei bis fünf Kilometern.

-Gehen sie selbst dort hin?

Ich wohne in Thalkirchen, also ist für mich das Naturbad Maria Einsiedel näher. Man kann sich im kalten Kanal mittreiben lassen. Auch sehr schön.

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