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Trostlos sieht der „verrückte alte Bahnhof“ in Oberschleißheim aus. Er wird derzeit als Lager genutzt. F.: FKN

1000 Unterschriften sollen Bahnhof retten

Oberschleißheim - Mehr als 1000 Menschen setzen sich für den Erhalt des alten Bahnhofs in Oberschleißheim ein. „Vabosh" ist es gelungen, die im Juli 2014 gestartete Unterschriftenaktion erfolgreich abzuschließen. Der Verein „Verrückter alter Bahnhof Oberschleißheim" kündigt an, die Deutsche Bahn mit dem Ergebnis zu konfrontieren.

1000 Menschen sollten binnen sechs Monaten mit ihrem Namen für den alten Bahnhof eintreten. 1051 zeichneten schließlich die Online-Petition; darunter 659 Oberschleißheimer. Die „Vabosh“-Aktion - der Verein will das alte Gebäude kaufen - sorgte für ein bundesweites Echo. Ein gutes Drittel der Unterstützer stammt aus Frankfurt, Coburg, Hamburg und Berlin. „Vabosh“ ist einigermaßen zuversichtlich, die abgebrochenen Gespräche mit der Deutschen Bahn zum Erwerb des Gebäudes im Laufe des Jahres wieder aufzunehmen. Den Gründungsmitgliedern der Initiative zum Erhalt des Bahnhofs war früh bewusst geworden, nur über die Öffentlichkeit zum Erfolg zu gelangen. Das Konzept einer soziokulturellen Nutzung des Bahnhofs hatten Walter Klar, Inhaber des Telefonladens und des Eisenbahnparadieses sowie stellvertretender Vorsitzender des Schleißheimer Gewerbeverbandes, die Logopädin und Künstlerin Ute Litters-Wagatha und die Architektin Anke Schuster, bereits im Hinterkopf, als sie mit Andreas Hofmann den passenden Multiplikator gewannen. Der Historiker und Oberschleißheimer SPD-Vorsitzende sorgte dafür, dass sich der alte Bahnhof im Bewusstsein der öffentlichen Meinung fest verankerte. Als bedeutende Termine in der jüngsten „Vabosh“-Geschichte stehen die Vereinsgründung im Oktober 2014 und die Vermietung des Bahnhofs im November. Weil „Vabosh“ zum Tag der Vereinsgründung lediglich handverlesene Gäste eingeladen hatte, steigerte die Initiative das öffentliche Interesse. Dass die Bahn das Gebäude schon im November vermieten würde, dürfte sogar die Vereinsspitze um Hofmann und Schuster überrascht haben. Jahrelang hatte die Bahn an ihrer Politik festgehalten, das Gelände um den alten Bahnhof für ein Überholgleis zu reservieren. Seit einem Gutachten aus dem Jahr 2009 tendiert die Staatsregierung aber dazu, den Flughafen über den Münchner Osten anzubinden. Das seinerzeit mit 15 Millionen Euro veranschlagte Überholgleis ist damit vom Tisch, wie Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) auf der Bürgerversammlung im November bestätigte. Mit Kuchlbauer verbindet der Verein die Hoffnung, die im vergangenen Jahr beantragten, vom Gemeinderat aber nicht frei gegebenen 100 000 Euro zum Kauf des Bahnhofs doch noch zu erhalten, sollte die Bahn auf einen Verkauf eingehen. Denn Kuchlbauer verbinden Kindheitserinnerungen mit dem Bahnhof, aus der Zeit, als sein Vater Bahnmeister war. Offenbar viel Glück gehabt hat „Vabosh“ mit dem neuen Mieter, einer Firma, die den Bahnhof als Warenlager nutzt. Hofmann berichtet von einem guten, konstruktiven Verhältnis. Auf eigene Kosten habe die Firma den Bahnhof winterfest gemacht. Wie sich das Verhältnis entwickelt, sollte die Bahn einem Verkauf zustimmen, bleibt abzuwarten. Hofmann hofft weiterhin auf wohlwollende Unterstützung der Firma, die ihre Identität nicht bekannt geben möchte.

Für alle Fälle aber bringt Hofmann „Vabosh“ in Position: „Wir sind bei der Bahn als Interessenten für einen Kauf registriert.“

Die Geschichte

Zu seinem Namen gelangte der Bahnhof 1898, 40 Jahre nach Fertigstellung als einer der ersten Bahnhöfe Bayerns. Für ein zweites Gleis wurde das Gebäude von einer Aschaffenburger Spezialfirma sechs Meter versetzt. Diese Leistung muss die Bevölkerung derart in Erstaunen versetzt haben, dass fortan vom „verrückten Bahnhof“ die Rede war. Inzwischen ist er auch noch alt geworden. Infos unter www.vabosh.de.

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