Betreiber beruhigen: Tierkrematorium stinkt nicht

Oberschleeißheim - Dass sich die Betreiber des am Bruckmannring 36 beantragten Tierkrematoriums den Fragen besorgter Bürger stellten, rechnet man ihnen hoch an. Nach wie vor aber fürchten Oberschleißheimer eine Verschärfung der ohnehin angespannten Verkehrslage, Anwohner einen Imageschaden für das Gewerbegebiet.

Die Regierung von Oberbayern hat dem Tierkrematorium bereits grünes Licht gegeben. Für Unmut unter den Gemeinderäten sorgt, dass die Bezirksregierung ihnen unlängst mitteilte, sie mögen als Gemeinde ruhig geschlossen ein Veto einlegen. Einfluss auf die Entscheidung hätte ihre Stellungsnahme aber nicht.

Klaus Göck, Tierarzt und Betreiber eines Haustierkrematoriums in Darmstadt und als solcher mit der Projektbetreuung beauftragt, hat seine Sache gut gemacht bei der Infoveranstaltung direkt im betroffenen Gebäude. Bei der Versammlung im ersten Stock am Bruckmannring 36 versicherte er Bürgern, Unternehmern und Gemeinderäten, dass bei Temperaturen bis zu 850 Grad im Krematorium weder übelriechende noch gesundheitsschädliche Dämpfe aus dem sieben Meter hohen Schornstein quellen sollen. Göck hatte sich der Unterstützung Walter Rupffs versichert. Ein Name, der in dem Zusammenhang bisher nicht gefallen war. Ruppf war einst Partner Göcks. Jetzt ist er Inhaber eines Tierkrematoriums in Aldingen bei Stuttgart. Die Herren sind noch immer befreundet, und Rupff teilte dem früheren Gemeinderat, Sebastian Riedelbauch (SPD), mit, dass aus dem Schornstein bloß klare, durch Hitze flimmernde, Luft strömen wird. „Ist Rauch zu sehen, stimmt mit der Anlage etwas nicht.“ Was den Verkehr betrifft, fahren Walter Rupffs Betrieb in Aldingen, der seit mittlerweile acht Jahren etabliert ist, maximal sieben Autos täglich an: Besucher wie Tier-Lieferanten. CSU-Sprecherin Gisela Kranz will auf jeden Fall zusätzliche Staus vermeiden.

Tiere bis zur Größe eines Hundes kämen meist tief gefroren ins Haus, erklärte Walter Rupff. Bei einer der unregelmäßigen Kontrollen sei ihm versichert worden, dass es im „Humankrematorium stärker riecht“. Ein Teil der eingeäscherten Tiere würden mit Urne per DHL versandt. Er sei daher zuversichtlich, genügend Parkplätze anzubieten, sagte Klaus Göck auf eine Frage des Schleißheimer Gewerbeverbands-Vorsitzenden Wolf Waag. Tierarzt Göck geht von sieben Stellplätzen aus. So jedenfalls laute die aber nur mündlich vorliegende Information der Bezirksregierung. Vor allem Anlieger sind an der Außerwirkung der Anlage interessiert. Matthias Herz von „hp.med.com“, ein Betrieb, der gegenüber sterile Medizintechnik für zivile und militärische Zwecke anbietet, fürchtet Imageschäden. Im selben Gebäude unterhält auch eine Firma für „lebenserhaltende Medizintechnik“ eine Niederlassung. Ein paar Schritte weiter bietet ein Steinmetz Grabmale an.

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